Vorreiter bei Erstversorgung

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Wer außerhalb der normalen Sprechzeiten mit einer geringfügigen Gesundheitsproblematik kommt, wird in der Notfallpraxis behandelt, die sich direkt neben dem Krankenhaus befindet. (Foto: Evangelisches Krankenhaus)

Die wichtigste Aufgabe der Notaufnahme eines Krankenhauses besteht darin, Leben zu retten. Diese Aussage klingt profan, tatsächlich aber finden häufig Patienten den Weg in die Notaufnahme, die keiner dringenden Notversorgung bedürfen. Das Evangelische Krankenhaus reagiert nun darauf.

Seit dem 1. Juli gilt für Herne eine klare Regelung, die mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe getroffen wurde: Wer außerhalb der normalen Sprechzeiten mit einer geringfügigen Gesundheitsproblematik kommt, wird in der Notfallpraxis behandelt, die sich direkt neben dem Krankenhaus an der Wiescherstraße befindet. Außerhalb der Öffnungszeiten dieser Einrichtung ist die Notambulanz zuständig.

In der Notfallpraxis findet durch Allgemeinmediziner eine Erstbegutachtung der betroffenen Patienten statt, die sogenannte Triagierung. Das bedeutet eine Einordnung der Verletzung oder Erkrankung in drei Schweregrade: Grün bedeutet, dass eine rein ambulante Versorgung ausreicht, Gelb, dass zusätzliche Untersuchungsmaßnahmen im Krankenhaus notwendig sind, und Rot, dass der Patient dringend einer Versorgung in der Klinik bedarf. „So ist sichergestellt, dass jeder, der zur Wiescherstraße kommt, die bestmögliche Versorgung erhält“, erklärt Danh Vu, Verwaltungsdirektor des Krankenhauses.

Aus der Sicht von Eckhard Kampe, Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, spielt das Krankenhaus bei der Optimierung der Notfallversorgung eine echte Vorreiterrolle in der Region. „Die Strukturen waren bereits da, nur jetzt sind die Behandlungswege genau festgelegt“, sagt er.

Vor dem 1. Juli existierten noch parallele Strukturen. Dies führte dazu, dass sich Patienten mit leichteren Verletzungen oder Erkrankungen in der Notaufnahme der Krankenhäuser vorstellten. Dadurch entstanden lange Wartezeiten, die für die leichter Verletzten ein Ärgernis und für die schwerer Verletzten einen wertvollen Zeitverlust bedeuteten.
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Helmut Zabel aus Herne | 12.07.2017 | 10:51  
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