Vorsicht: Kinder sind unterwegs

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Bevor Kinder sich selbstständig auf den Schulweg machen, sollten sie die Strecke gemeinsam mit ihren Eltern mehrfach geprobt haben. (Foto: Terlau/Verkehrswacht Wanne-Eickel)

Heute beginnt für die Schüler in Nordrhein-Westfalen wieder der Schulalltag. Für rund 155000 Erstklässler im gesamten Bundesland, darunter 1200 in Herne fängt ein aufregender Lebensabschnitt an. Mit dem Lernen geht es direkt vor der Haustür los.

Damit sich die Mädchen und Jungen mit der Strecke vertraut machen können, empfiehlt die Verkehrswacht Wanne-Eickel allen Erziehungsberechtigten, mehrmals mit ihren Kindern zur Schule zu laufen. Auf dem Weg dorthin kann man gemeinsam das richtige Verhalten im Straßenverkehr einüben, die Stellen festlegen, an denen man Kreuzungen und Straßen sicher überqueren kann und besprechen, wie man sich an unübersichtlichen Stellen verhält. Heinz Hendricks, Vorsitzender der Verkehrswacht: "Anfangs sollte man den Schulweg noch gemeinsam gehen. Erst wenn man das Gefühl hat, dass sich das Kind richtig verhält und die gemeinsamen Absprachen einhält, sollte man es allein oder mit Freunden gehen lassen."

Dabei ist der kürzeste Weg nicht immer der sicherste. Wenn man Gefahrenstellen vermeiden kann, sollte man einige Meter mehr ruhig in Kauf nehmen, empfiehlt Dirk Wallböhmer, Fachberater für die Mobilitätserziehung. Besondere Vorsicht ist an Ein- und Ausfahrten geboten. Schließlich sollten die Erstklässler niemals unter Zeitdruck stehen, wenn sie von zu Hause aufbrechen. Am besten wird die Schultasche bereits am Vorabend gepackt, um am Morgen ohne Hektik in den Tag zu starten.

Der Transport im Auto der Eltern ist für Dirk Wallböhmer keine Alternative. Es sollte nur genutzt werden, wenn die Entfernung zur Schule zu groß ist. "Kinder lernen verkehrssicheres Verhalten nicht auf dem Rücksitz. Eltern, die ihre Kinder regelmäßig zur Schule fahren, enthalten ihnen wichtige Erfahrungen und soziale Kontakte mit Mitschülern vor. Neben dem Einüben verkehrssicheren Verhaltens schütteln alle Schulkinder auf dem Schulweg außerdem die letzte Müdigkeit ab und können so wach und ausgeruht dem Unterricht folgen."

Wenn es gar nicht anders geht und das Auto genutzt wird, sollten die Kinder niemals direkt vor der Schule aus dem Fahrzeug gelassen werden. "Vor vielen Schulen in Herne herrscht morgens aufgrund der Elterntaxis Verkehrschaos, durch das diejenigen Kinder gefährdet werden, die zu Fuß zur Schule kommen", so Dirk Wallböhmer. Aus Rücksicht sollte man daher in einiger Entfernung zur Schule anhalten und dort das Kind immer nur zur Bordsteinseite aus dem Auto lassen. An einigen Schulen in Herne wurden auch Hol- und Bringzonen eingerichtet, die die autofahrenden Eltern ansteuern können. Von dort aus können die Kinder sicher zur Schule laufen.

Auf den Schulanfang reagiert auch die Polizei. Von morgen an wird sie im Umfeld von Schulen erhöhte Präsenz zeigen. Verkehrssicherheitsberater werden gemeinsam mit weiteren Polizeibeamten im Bereich tätig, um gerade in den ersten Wochen für mehr Sicherheit auf dem Schulweg zu sorgen. Außerdem trainieren die Bezirksbeamten gemeinsam mit den Verkehrssicherheitsberatern der Polizei mit den Erstklässlern das sichere Verhalten als Fußgänger im Straßenverkehr. Dazu gehört das Überqueren einer Fahrbahn an sicheren Stellen wie Fußgängerüberwegen und insbesondere an gefährlichen Querungsstellen auf den Schulwegen. Das sichere Verhalten an Bushaltestellen ist ebenfalls ein Schwerpunktthema, genauso wie das Verhalten im öffentlichen Nahverkehr.

Die Polizei hat angekündigt, im Bereich von Schulen verstärkt Geschwindigkeitsmessungen durchführen. Es wird auch überprüft, dass die Kinder in den Fahrzeugen der Eltern nur in zulässigen Sitzen transportiert werden und richtig angegurtet sind. Mit Fahrradkontrollen wird die Polizei überprüfen, ob die Kinder mit verkehrssicheren Fahrrädern unterwegs sind. Hierbei wird besonders auf die Beleuchtung und die Funktionsfähigkeit der Bremsen geachtet werden.

Die Verkehrsunfallprävention will alle Verkehrsteilnehmer an ihre Vorbildfunktion erinnern, weil die Kinder insbesondere am Vorbild durch Nachahmung lernen. Wenn sich die Eltern richtig im Straßenverkehr verhalten, sowohl als Fahrzeugführer als auch als Fußgänger, werden sich die Kinder an ihren Vorbildern orientieren und sich auch richtig verhalten. Die Maßnahme endet am 9. September. Zum Hintergrund: Im vergangenen Jahr verunglückten in Deutschland 22 Kinder auf dem Schulweg tödlich.Weitere Tipps zum Schulanfang gibt es von der Landesverkehrswacht online.
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