Wachsender medizinischer Bedarf

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Rainer Wirth (rechts), demonstriert Theo Freitag, Geschäftsführer der St. Elisabeth-Gruppe, und Simone Lauer, Mitglied der Geschäftsleitung, ein altersgerechtes Trainingsgerät. (Foto: St. Elisabeth-Gruppe)

Die Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation im Marienhospital wird nun von Dr. Rainer Wirth geleitet. Die Klinik wird wie bisher auch weiterhin sehr breit aufgestellt sein.

Das Behandlungsspektrum umfasst alle im Alter relevanten Erkrankungen. Darüber hinaus wird der neue Chefarzt den Schwerpunkt Alterstraumatologie ausbauen. Im Interview erklärt der Mediziner seine Sichtweise auf das Alter und warum es so wichtig ist, die Selbständigkeit alter Menschen zu erhalten.

Warum ist die Geriatrie ein wichtiges Fach, das auch in der Zukunft immer wichtiger werden wird?
Allein die Voraussagen zur demographischen Entwicklung zeigen den wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung alter Menschen. Die Geriatrie als Fachdisziplin berücksichtigt hier in besonderem Maße die Funktionalität der alten Patienten, hat also ein großes Augenmerk darauf, welche Dinge ein alter Mensch noch selber tun kann. Diese Selbständigkeit versuchen wir, gleichzeitig mit der Behandlung der Erkrankungen, soweit wie möglich zu erhalten oder wiederherzustellen. Dies kann somit auch Pflegekosten vermeiden und ermöglicht oft lange einen Verbleib der Patienten in der häuslichen Umgebung.

Was ist die Besonderheit alter Patienten, die mit ganz unterschiedlichen Begleiterkrankungen in das Krankenhaus kommen?
Alte Patienten sind häufig sehr vulnerabel, also empfindlich gegenüber der Krankheit und anderen Einflüssen. Beispielsweise ist die Reservekapazität des Gehirns oft bereits eingeschränkt, ohne dass sich dies im Alltag bemerkbar macht. Kommt dann eine akute Erkrankung hinzu, die für das Gehirn Stress bedeutet, oder wird wegen der Erkrankung ein neues Medikament verordnet, das ungünstig auf das Gehirn einwirkt, so kann es zur Dekompensation kommen und der Patient kann dann zum Beispiel einen akuten Verwirrtheitszustand entwickeln. Ähnliches gilt für die Muskulatur. Der altersassoziierte Muskelabbau mag sich im normalen Alltag eines alten Menschen noch kaum bemerkbar machen. Kommt dann jedoch eine Erkrankung dazu, die zu Schwäche und Immobilität führt, so verliert der alte Mensch überproportional viel Muskulatur, was dann die Selbständigkeit massiv beeinträchtigen kann. Die Folge ist dann oft, dass eine Lungenentzündung erfolgreich behandelt wurde, der Patient aber anschließend keine Treppen mehr steigen kann und deshalb nicht mehr in die gewohnte Umgebung zurückkehren kann. Dies versuchen wir durch die Vermeidung von Bettruhe und intensive Trainingsmaßnahmen zu vermeiden.

Was ist die Besonderheit einer Klinik für Altersmedizin und Frührehabilitation?
Die Besonderheit der spezialisierten Altersmedizin ist einerseits die systematische Erfassung dieser alterspezifischen Risiken. Wir nennen dies „geriatrisches Assessment“. Das geriatrische Assessment wird bei jedem Patienten im Rahmen der Krankenhausaufnahme durchgeführt. Eine andere Besonderheit der Altersmedizin ist das auf die Erfordernisse jedes einzelnen Patienten individuell abgestimmte Training, welches gleichzeitig mit der Behandlung der Akuterkrankung stattfindet. Das Ziel ist also nicht nur die fachgerechte Behandlung der Akuterkrankung, sondern auch der Erhalt oder die Wiederherstellung der Selbständigkeit.

Welche Schwerpunkte setzt das Marienhospital in der Altersmedizin?
Wir werden wie bisher das breite Spektrum aller altersmedizinisch relevanten Erkrankungen behandeln. Zusätzlich werden wir uns im Bereich der Diagnostik und Therapie kognitiver Störungen im Alter ebenso weiter profilieren wie im Bereich der Alterstraumatologie. Ein weiterer, hiermit verbundener Schwerpunkt werden Gangstörungen und Sturzrisiko im Alter sein. Mitbedingt durch meine Forschungsschwerpunkte werden wir die Diagnostik und Therapie von ungewolltem Gewichtsverlust und Ernährungsstörungen im Alter sicherlich ausbauen und in Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen des Marienhospitals die Diagnostik und Therapie von Schluckstörungen intensivieren.

Quelle: St. Elisabeth Gruppe
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