Warum gibt es Allergien?

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Bald ohne Niesen durch den Frühling? Als Mitglied eines interdisziplinären Forscherteams gelang Nina Babel möglicherweise ein Fortschritt in der Therapie von Allergien. (Foto: MKR Berlin/St. Elisabeth-Gruppe)

Forschern gelang Ende vergangenen Jahres die Veröffentlichung einer Studie zu Allergien in dem hochrangigen Fachmagazin „Cell“. Daran beteiligt war unter anderem Professorin Nina Babel.

Nina Babel ist Leiterin des Zentrums für Translationale Medizin am Marienhospital. Die Studie, die sie gemeinsam mit Forschern auch aus anderen Fachgebieten durchführte, untersuchte die Besonderheit von speziellen Zellen zur Behandlung von Allergien.

Warum reagieren Allergiker anders auf ihre Umwelt? Was passiert dabei in ihrem Immunsystem? Diese Fragen stellte sich eine interdisziplinäre Gruppe von Forschern, die dazu eine Studie durchführten und nun mit der Veröffentlichung in einem angesehenen Fachmagazin belohnt wurden. Sie untersuchten, ob eine bestimmte Art von Immunzellen, die sogenannten regulatorischen T-Zellen, die in der Regel unerwünschte Immunreaktionen unterdrücken, zur Behandlung von Allergien genutzt werden können.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die regulatorischen T-Zellen von Gesunden und Allergikern kaum unterscheiden. „Bei Allergikern entsteht jedoch ein Ungleichgewicht zwischen allergieauslösenden und regulatorischen T-Zellen, wodurch es zur überschießenden Immunreaktion mit allergischen Symptomen wie Niesen oder Juckreiz kommen kann“, erläutert Babel, die auch an dieser Studie mitarbeitete. Sie ist Expertin für neue Therapieansätze bei gestörter Immunität. „Ich freue mich natürlich über die Publikation, jedoch steht der Fortschritt für die Behandlung unserer Patienten, der sich aus den Ergebnissen der Studie ergibt, stets im Vordergrund“, so Babel.

Damit bezieht sie sich darauf, dass die Forscher durch die Ergebnisse der Studie die zellulären Therapiemöglichkeiten zur Behandlung von Allergien vorangetrieben haben. „Vereinfacht gesagt läuft eine solche Therapie wie folgt ab: Zunächst würde man dem Betroffenen Blut abnehmen. Das Blut wird dann dazu genutzt, um in einer Zellkultur im Reagenzglas allergengerichtete regulatorische T-Zellen zu isolieren. Diese schützenden T-Zellen würden anschließend in der Zellkultur vermehrt und könnten dann den Allergiebetroffenen zurückgespritzt werden. Diese Zellen sollten fortan die allergische Reaktion unterdrücken“, so die Expertin. Auch Timm Westhoff, Chefarzt der Medizinischen Klinik I, freut sich über den Fortschritt: „Dies ist ein Befund, von dem unsere Patienten profitieren werden.“

Nach dem Forschungserfolg ist auch eine weitere Zusammenarbeit des deutsch-österreichischen Teams geplant. „Allergien können das Leben der Betroffenen einschränken und zu immer wiederkehrenden Beschwerden führen. Bisher gibt es keinen Ansatz, dieses Problem an der Wurzel zu fassen. Ob jemand eine Allergie entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab. Die genetische Veranlagung spielt dabei eine wichtige Rolle. Grundsätzlich ist aktuell erkennbar, dass die Anzahl allergiebetroffener Kinder höher ist im Vergleich zu Erwachsenen, die unter einer Allergie leiden“, so Babel.

St. Elisabeth Gruppe
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