Junge Sportler auf dem Weg an die Spitze

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Wo Anna Dzmitryieva mit Anmut punktet, feiert Patrick Held dank seines starken Wurfarms Erfolge. (Foto: Detlef Erler)
 
So viel Talent sieht man selten auf einem Fleck: Die Zukunft des Herner Sports gemeinsam mit den freigiebigen Unterstützern. (Foto: Detlef Erler)
Sportler müssen auf viele Dinge verzichten und genau darauf achten, was auf ihrem Teller landet, um Erfolg zu haben. So geht die Mär. Diese kann man nun wohl ad acta legen. „Ich habe erst vor kurzem angefangen, mich gesund zu ernähren“, meint Patrick Held und zuckt mit den Achseln. Zur deutschen U18-Meisterschaft im Speerwurf hat es trotz fettiger Currywurst gereicht.
Der 17-jährige Leichtathlet vom TV Wanne 1885 strahlt Lockerheit aus. Neben dem Sport tritt er nun in seiner Ausbildung in die Arbeitswelt hinein. „Das ist nicht so eintönig wie in der Schule zu sitzen.“ Und da er vom Arbeitgeber genug Freiheit für seine sportlichen Aktivitäten bekommt, ist seine Welt in Ordnung. Generell braucht Patrick Held die Abwechslung, wie seine Antwort auf die Frage beweist, ob es beim Speerwurf eine Regel bezüglich der erlaubten Schritte vor dem Wurf gibt. „Nein, aber wenn man zu lange läuft, ist man kaputt und hat keinen Bock mehr zu werfen“, meint er trocken.
Patrick Held gehört zu den hoffnungsvollen Talenten, die im Rahmen der Herner Nachwuchsleistungssport-Förderung im Jahr 2012 unterstützt wurden. Unter Federführung vom Fachbereich Sport, dem Stadtsportbund und der Sportjugend Herne unterstützen die Stadt, die Herner Sparkasse und die Herner Gesellschaft für Wohnungsbau die Jugendlichen. Insgesamt 18.650 Euro wurden dabei an 15 Einzelsportler und fünf Vereinsprojekte verteilt. Unterstützt werden leistungsstarke Sportler zwischen zehn und 18 Jahren. Mit dabei sind junge Athleten aus den Bereichen Fußball, Schwimmen, Leichtathletik, Fechten, Tischtennis, Basketball und Volleyball.
Zum ersten Mal gehört auch Anna Dzmitryieva, die sich Jazz und Modern Dance verschrieben hat, zu diesem Kreis. „Sie sticht durch ihren Ausdruck und ihre Bewegungsführung heraus“, lobt Trainerin Silivia Poloczek. Annas Ziel bleibt die Teilnahme an der Weltmeisterschaft, nachdem sie im letzten Jahr knapp scheiterte. Dafür trainiert sie hart und ehrgeizig. „Diese Mal bin ich in der Hauptgruppe dabei, da wird es noch schwieriger“, gibt sie zu verstehen. „Auf Mahlzeiten verzichten muss ich aber auch nicht“, lässt die gertenschlanke Tänzerin wissen und blickt beinah schuldbewusst zur Seite. „Das ist tatsächlich so“, bestätigt Silvia Poloczek ihren Schützling mit einem leichten Seufzer.
Eifrig üben müssen aber natürlich alle, um ihre Leistungen zu bringen. Das bedeutet zum Teil fünf Mal Training in der Woche und dazu muss bei den meisten natürlich auch noch die Schule bewältigt werden. Doch das nehmen sie gerne in Kauf. „Spätestens nach drei Wochen würde mir ohne den Sport langweilig werden“, ist Schwimmerin Julia Leidgebel überzeugt. Da tut es gut, wenn zumindest die finanziellen Anstrengungen bezuschusst werden. „Bis zu 800 Euro kostet ein guter Speer“, berichtet zum Beispiel Patrick Held.
Wie viel der Sport einem geben kann, können viele der jungen Leute wohl noch gar nicht richtig abschätzen. Zeit also, dem reiferen Semester das Wort zu erteilen. „Der Sport ermöglicht eine ganze Menge, er gibt Stabilität und hilft, den Stress auszuhalten.“ So spricht Dr. Georg-Maria Meyer. Der 65-jährige ist Mannschaftsweltmeister der Masters im Modernen Fünfkampf und Silbermedaillengewinner im Einzel. Und lässt noch weitere weise Worte folgen: „Keine persönliche Leistung ist ohne Hilfe anderer möglich.“
Doch solange die Nachwuchsförderung in Herne weiter groß geschrieben wird, werden noch viele weitere Talente mit tollen Leistungen für Furore sorgen.
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