Mord auf Schienen

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Bei dieser mörderisch guten (Reise-)Lektüre unterhält man sich bestens. (Foto: Grafit Verlag)
Mal ehrlich, wollten wir nicht alle schon mal grölende Fußball-Fans, singende Kegelschwestern, schreiende Bälger und Zugbegleiterinnen mit sächsischem Dialekt umbringen? Natürlich nur in Gedanken...

Wenn man mal wieder von der Bahn tödlich genervt wird durch Verspätungen, überfüllte Waggons und unverständliches Lautsprecher-Gebrabbel, kann man sich bestes mit Geschichten über Mord, Raub, Drogenhandel und Betrügereien amüsieren.

"Zügig ins Jenseits" ist eine Kriminalgeschichten-Sammlung, erschienen im Grafit Verlag. Ob mit Schusswaffen, harten Fäusten oder Gift, in diesen Storys werden Menschen reihenweise gekillt. Meistens hat man als Leser mit den Tätern (und Täterinnen) sehr viel Mitgefühl, denn es gibt schon extrem unerträgliche Zeit- und Reisegenossen.

Die etwas andere Reiselektüre

Nicht alles ist böse oder schwarzhumorig, die letzte Geschichte handelt von der Liebe. Für "Drück mich jetzt!" erhielt Alexandra Trudslev den Literaturpreis Ruhr (Förderpreis).

Gerade weil verschiedene Autoren und Autorinnen das Ticket für diesen Krimitrip gelöst haben, macht diese fantastische Lesereise ungeheuer viel Vergnügen.

Sehr gelungen ist die Idee, jeder Geschichte ein Häppchen Wissen über die Bahn voranzustellen. Mit lässig eingeflochtenen Informationen wie die, dass Deutschland mit 33.600 Kilometern das längste Schienennetz in Europa besitzt, kann man jeden Besserwisser in die eingezäunte Raucherecke scheuchen.


"Zügig ins Jenseits", Grafit Verlag, 205 Seiten, ISBN 978-3-89425-415-5, Taschenbuch: 9.99 Euro, E-Book 9.99 Euro.

Alle Autoren auf einen Blick:
Angela Eßer, Roger M. Fiedler, Romy Fölck, Nicola Förg, Edgar Franzmann, Nina George, Ralph Gerstenberg, Peter Godazgar, Stephan Hähnel, Kathrin Heinrichs, Michael Herzig, Tatjana Kruse, Jutta Profijt, Niklaus Schmid, Ella Theiss, Alexandra Trudslev
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