Rache ist süß

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Rache ist süß?
Kennt ihr das Gefühl, des Hasses? Ich meine nicht aufflackernde Wut, die hochschießt und genauso schnell wieder verraucht, ich spreche von dem alles verzehrenden Hass, der jedes andere Gefühl mit der Zeit abtötet.

Daniel kannte ihn, den Hass. Er hatte seinen Samen in ihn gelegt, als vor einem halben Jahr Laura seine Tochter sich mit einer Überdosis ins Jenseits geschossen hatte. Er wuchs täglich und alles andere verlor mit der Zeit an Bedeutung. Bei Lauras Beerdigung stand er neben seiner Frau und analysierte ihr Verhältnis zueinander, sie weinte, sie litt und sie tat ihm leid, aber das was sie brauchte Halt an ihm, ihrem Mann, konnte er ihr nicht geben. Sein Inneres war tot, einzig der Hass auf den der ihm seine Tochter genommen hatte war von Bedeutung. Er lag in seinem Magen wie eine schwelende Kugel. Das Leben ging weiter, wie man immer so lapidar sagt. Seine Frau weinte mit der Zeit weniger und kehrte langsam in den Alltag zurück, ein Alltag der ihm verschlossen war. Er ging nicht mehr zur Arbeit, sondern begann seine Recherche. Er traf sich mit Lauras Freunden und sammelte Indizien, gründlicher und genauer als die Polizei es gekonnt hätte, denn er verwendete seine gesamte Zeit darauf. Gut dass ein Dreitagebart modern war, Essen, Häuslichkeit und Hygiene schraubte er auf ein Mindestmaß hinunter. Ab und an versuchte Karla, seine Frau mit ihm zu reden, aber bald gab sie es auf, er lebte in einer Welt, zu der sie keinen Zugang fand.

Nach Wochen kannte er Lauras letzte Tage. Sie hatte auf einer Fete Koks genommen, weil es eben alle machten, es war gut, sie fühlte sich stark und frei wie nie. Du kannst aufhören, wann immer du willst hatte man ihr gesagt und sie hatte es geglaubt. Nachdem sie es einige Male konsumiert hatte wollte sie nicht mehr, es war teuer, es sprengte ihr Budget. Nach kurzer Zeit fühlte sie sich hundeelend. Sie zitterte und konnte sich auf nichts konzentrieren. Sie war gefangen im Teufelskreis der Junkies. Auf der Suche nach Stoff traf sie dann auf ihn, Martin und er wurde ihr Dealer. Er ist nett, dachte sie, wenn sie klamm war ließ er sich in Naturalien bezahlen, denn noch war sie hübsch und man sah ihr die Sucht nicht an, noch nicht. Martin war ein Verteiler, ein kleines Licht im Dunstkreis einer großen Organisation, der Familie wie man sie nannte. Er forderte den Stoff an, bekam und verteilte ihn dann. Nachdem er einige Male die Gratis gaben die zum Anfüttern neuer Kunden gedacht waren an Laura weitergegeben hatte, wusste er das es nicht so weiterging, er konnte nicht immer fordern und keinen größeren Gewinn verzeichnen, das machte sein Boss ihm sehr schnell klar und das wiederum verwandelte Laura in ein weinendes bettelndes Bündel, wenn Koks und Geld weg waren und sie nichts mehr hatte um ihre Sucht zu finanzieren. Martin wurde hart, kein Geld, kein Koks, so kam es, das Laura die Schule vernachlässigte und sich am Hafen herumtrieb, dort wo Martin seine Lieferung bekam, sie suchte sein Depot, aber sie fand es nicht. Schließlich wurde Martin die Sache zu heiß, wenn man Laura beobachtete, geriet er ins Visier und das konnte er sich nicht erlauben, er gab ihr einen Schuss, einen letzten viel zu starken Schuss der sie das Leben kostete. Das alles hatte Daniel herausgefunden und nun war er es, der sich dort herumtrieb, wartete und beobachtete.

Er hatte Geduld, es war ja nun sein Lebensinhalt geworden. Wie eine Spinne im Netz reglos lauert bis sich ein Opfer dort verfängt, so wartete er Nacht für Nacht, in finsteren Ecken, an Schuppen und Lagerwände gedrückt, im Schatten von Mauern. Martin hatte er sehr bald gefunden und er musste sich beherrschen ihm nicht die Zähne raus zu schlagen, oh nein, das wäre viel zu harmlos, er sollte leiden und die Vorfreude darauf ließ ihn lächeln. Immer enger zog er seine Kreise um ihn und dann hatte er es entdeckt, sein Depot. Dumm war Martin nicht, er besuchte immer drei verschiedene Schuppen, in einem würde er fündig werden, das wusste Daniel und so wartete er abwechselnd in allen dreien. Zweimal betrat Martin den jeweiligen Schuppen nur, rauchte dort eine Zigarette und verließ ihn wieder. Daniel, der dort in einer Ecke kauerte und ihn belauerte bemerkte er nicht. Martin wechselte täglich seine Route, manchmal begann er in dem unteren und betrat alle der Reihe nach, beim nächsten Mal begann er in der Mitte. Im dritten Schuppen verhielt er sich wie gewohnt und rauchte. Daniel hätte gern geflucht, sollte er sich verrechnet haben? Aber dann ging Martin zu einer Wand, nachdem er sich noch einmal witternd herum gedreht hatte, glaubte er sich allein. Er löste ein Brett aus der Wandverschalung und nahm ein Paket heraus. Aus diesem nahm er einen Teil und dann verbarg er das Paket wieder hinter dem Brett. Daniel hätte am liebsten einen Freudentanz aufgeführt, aber er klebte am Boden der Rückwand, unsichtbar im Dunkeln und wartete. Auch als Martin schon eine Weile weg war blieb er wo er war und das war gut so, denn nach einigen Minuten würde die Türe noch einmal aufgerissen und Martin sah sich um, dann schloss er sie beruhigt und wie es schien entfernte er sich. Daniel wartete vorsichtshalber noch eine Weile, erst als er sicher war das Martin weg war, erhob er sich vorsichtig, ging zu der Wand, entfernte das Brett und war nun im Besitz des Paketes. Was mochte das Scheiß zeug wert sein, fragte er sich? „Nun will ich den Fischen mal einer Party verschaffen“, lachte Daniel, er verbarg das Paket unter seinem Blouson und verließ vorsichtig den Schuppen. Er hätte gar nicht vorsichtig sein brauchen, keine Menschenseele war unterwegs, man jagte keinen Hund bei diesem Wetter hinaus. Es war eine Nacht, die zu dem Geschehen passte, es goss wie aus Kübeln und dazu sang der Wind und trieb den Regen und Wellen über den schwarz glänzenden Asphalt und ließ ihn tanzen. Ein greller Blitz durchbrach die Schwärze der Nacht und tauchte für Sekunden die Umgebung in strahlende Helligkeit. Erschrocken drückte Daniel sich an die Schuppenwand. Als die Dunkelheit sich wieder ausbreitete lief er los. Mit hochgeschlagenem Kragen, die Hände in seinen Blouson verkrallt unter dem sich der Stoff befand, stemmte Daniel sich gegen den Sturm und rannte zur Mole. Dort setzte er sich und holte das Paket heraus, dann nahm er Beutelchen, für Beutelchen, riss es mit den Zähnen auf und ließ den Inhalt in den schwarzen Fluss rieseln. „Bin mal gespannt, wie du das dem Boss erklärst mein Junge“, kicherte er dabei und weil er bei der Aktion auch Koks an sein Zahnfleisch bekommen hatte wurde er immer lustiger. „Auf Laura“, schrie er und tanzte vor Freunde. Nach einer Weile sank er völlig außer Atem zu Boden und schlief ein. Die durchwachten Nächte und die Aufregung forderten ihren Tribut. Er wachte auf, weil ihm jemand unsanft in die Rippen trat. Hafenarbeiter beginnen früh. „Schleich dich du Penner“, hörte er einen von ihnen sagen und der erhob sich mit schmerzenden Knochen. Das war nicht geplant, hoffentlich gab das keine Lungenentzündung, er musste fit sein, er wollte sehen, wie man Martin die Hölle heiß machte. Zu Hause nahm er ein Aspirin und legte sich hin, zum ersten Mal seit Lauras Tod schlief er fest und ruhig.


Als er erwachte dämmerte es bereits wieder, er fühlte sich wie Neugeboren und gönnte sich nach langer Zeit ein erfrischendes Bad. Als Karla von der Arbeit heimkam, betrachtete sie ihn skeptisch, sie hatten sich nichts mehr zu sagen, sie waren emotional weit auseinandergedriftet, zu viel war geschehen. Sie lebten nebeneinander her, jeder für sich in seiner eigenen Welt. Bald, dachte er, bald werde ich dir sagen, dass ich unser Kind gerächt habe. Genüsslich steckte er sich eine Zigarette in Brand. Dann nahm er eine Jacke und zog sie an. Vorwurfsvoll hob Karla seinen völlig verdreckten Blouson auf, den er am Abend achtlos fallen gelassen hatte und betrachtete ihn. „Verzeih“, bat er „ich bin gestürzt.“ Karla nickte nur und legte sie in die Wäsche. Im Vorbeigehen gab er ihr einen flüchtigen Kuss auf die Wange. Verdutzt blickte sie ihn an und er lächelte, wenn die Sache ausgestanden war, vielleicht hatten sie dann eine Chance. Dann machte er sich auf den Weg und ihr Gesicht, das eben weich und entspannt ausgesehen hatte versteinerte wieder und sie wendete sich ab.

Wieder bezog er seinen Posten im Hafen, er würde dabei sein, wenn Martin Nachschub aus seinem Versteck holen wollte. Er würde sich an seiner Panik weiden, wenn er merkte, dass sein Versteck leer war. Er wollte ebenfalls dabei sein, wenn Martin das seinem Boss erklärte. Er wollte ihn stottern und schwitzen sehen vor Angst, denn ob man ihm glaubte, das stand in den Sternen und wenn nicht, ade Martin. Er wusste ja nun, wo er zu warten hatte, wieder kauerte er in der Ecke des Schuppens, eng an die Rückwand geschmiegt. Er lächelte, wenn er sich vorstellte, wie Martin völlig umsonst wieder sein Verwirrspiel mit den drei Schuppen spielte. Die Zeit erschien ihm endlos, aber endlich wurde die Türe vorsichtig geöffnet und eine Silhouette erschien im Rahmen. Ein Licht glomm auf und Martin rauchte wieder seine obligatorische Zigarette. Daniel musste sich echt zusammen reißen um sich nicht zu verraten. Mach schon, dachte er und dann war es soweit. Martin ging zur Wand und entfernte das Brett. Zuerst begriff er nicht, dass sich kein Päckchen mehr dort befand. Er fasste in die Öffnung und seine Hand fuhr hin und her. Dann stieß er einen unterdrückten Wutschrei aus. Entsetzen breitete sich in seinem Gesicht aus. Unruhig lief er hin und her, dabei murmelte er: „Ach du Scheiße, was mach ich nur, er bringt mich um, wenn er erfährt, das man mir das Zeug geklaut hat.“ Daniel grinste in seinem Versteck in sich hinein. Nun musste er am Ball bleiben, er war echt gespannt, wie Martin das seinem Boss erklären würde, wenn die neue Ware geliefert wurde und er für die Verkaufte das Geld abliefern musste. Für die Ware, die er nicht mehr besaß, weil Daniel sie an die Fische verfüttert hatte. Heute hatte er Nachschub holen wollen, die nächste Lieferung würde also nicht vor Morgen kommen, denn er musste ja davon ausgehen, dass er heute noch Stoff gehabt hätte. Daniel konnte also beruhigt heimgehen, sobald Martin verschwunden war. Er hatte nur seine Reaktion sehen wollen, wenn er sein Versteck leer fand und in diesen Genuss war er gekommen. Nach einer Weile machte der sich dann auch endlich auf den Weg und kurze Zeit später verließ auch Daniel den Schuppen und begab sich auf den Heimweg. Er besorgte eine Flasche Wein, er würde Karla überraschen.

Die staunte dann auch nicht schlecht, als Daniel in einer Stimmung heimkam, die er schon seit Monaten nicht mehr gehabt hatte. Als sie es sich dann mit einem guten Glas Wein gemütlich machten, versuchte sie mit ihm zu reden. „Vertrau mit bitte bat Daniel, nur noch eine kurze Zeit und ich bin wieder mit mir im Reinen, dann werde ich dir alles erzählen, versprochen.“ Karla wollte die ungewohnt gute Stimmung nicht zerstören und gab sich zufrieden, vielleicht wurde ja doch noch alles gut.

Am nächsten Abend machte Daniel sich wieder auf den Weg. Sanft streichelte er Karlas Wange, die ihn besorgt anblickte. „Nicht mehr lange“, tröstete er sie. Er hoffte, dass Martin sich dort im Hafen mit seinem Auftraggeber traf, er würde den Stoff ja nicht durch die ganze Stadt schleppen. Wie an den ersten Tagen legte er sich in der Nähe der Schuppen auf die Lauer. Er musste nicht lange warten, dann schlich eine dunkel gekleidete Gestalt heran. An Größe und Gang glaubte er Martin zu erkennen, der sich ganz in der Nähe wartend an die Wand eines der Schuppen lehnte. Eine Weile später hörte man das sanfte Schnurren eines leistungsstarken Motors und eine schwere Limousine näherte sich mit abgeblendeten Scheinwerfern. Martins Gestalt löste sich aus dem Schatten und zögernd näherte er sich dem Wagen. Daniel hielt die Luft an, doch so sehr er sich bemühte, er vernahm nur ein heiseres Flüstern. Endlich schien das Gespräch zu Ende zu sein und Martin schlich zurück, seine Gestalt schien geschrumpft zu sein. Der Wagen entfernte sich und Daniel folgte Martin zu einer billigen Absteige. Dort ging dieser auf sein Zimmer und Daniel überlegte, wie es weiter gehen sollte. Es dauerte nicht lange, da kam Martin wieder hinaus. Er trug eine Reisetasche und blickte sich immer wieder nervös um. Daniel hatte sich schnell an die Wand gedrückt und Martin bemerkte ihn nicht. Mit langen Schritten lief er zur Haltestelle und wartete auf den Bus. Als der kam und er eingestiegen war, hechtete Daniel los und stieg ebenfalls hinein. Die dunkle Limousine, die ihnen in einigem Abstand folgte bemerkten Beide nicht. Sie fuhren zum Bahnhof und während Martin davon hastete, als sei der Teufel hinter ihm her, schlenderte Daniel ihm nach. Er war völlig überstürzt aufgebrochen und Daniel ging davon aus, dass er nicht sofort Anschluss haben würde. Am Fahrkartenschalter lächelte er das müde aussehende Mädchen an. „Ich habe überraschend einige Tage Urlaub bekommen, wohin fährt man denn um diese Zeit am Besten“, fragte er sie. „Was schwebt ihnen denn vor, Nord, oder Süd“, stellte sie die Gegenfrage?“ Daniel wurde nervös. „Wohin wollte denn der letzte Fahrgast“, meinte er betont harmlos?“ Misstrauisch blickte die Bahnangestellte ihn an, doch mit einem Blick auf sein harmlos lächelndes Gesicht entspannte sie sich sofort und lächelte ebenfalls. „Ans Meer“, antwortete sie. „Meer“, meinte er scheinbar überlegend und anerkennend, „das ist gut, also auch eine Karte zum Meer bitte.“ „Gern, sie müssen sich beeilen, der Zug fährt in acht Minuten von Gleis sieben.“ „Herzlichen Dank“, Daniel bezahlte seine Karte und, lief zum angegebenen Gleis. Den Mann hinter sich hatte er immer noch nicht bemerkt. Er blieb am Ende der Treppe stehen, erst als Martin im Zug saß, lief er los und stieg auch ein. Er lief den Gang entlang und schaute betont harmlos in die einzelnen Abteile, es schien als suche er einen Platz. Schließlich entdeckte er Martin und ruhig betrat er das Nachbar Abteil, in dem er Platz nahm. Ein dunkel gekleideter Herr fragte ob noch ein Platz frei sei und als Daniel bejahrte, setzte er sich zu ihm. Einige Male versuchte er ein Gespräch anzuknüpfen, aber Daniel war nicht bei der Sache. Endlich beruhigte er sich ein wenig und dann schläferten ihn die Wärme, das gleichmäßige Geräusch des fahrenden Zuges und die gleichförmig dahin gleitende Landschaft ein. Er schreckte plötzlich hoch und bemerkte dass der Zug zum Stillstand gekommen war. Hektisch blickte er aus dem Fenster und richtig, Martin war ausgestiegen. Hastig eilte er hinterher und auch sein Reisebegleiter verließ den Zug.

Draußen schaute er sich suchend um und als er Martin nicht gleich erblickte wurde er ziemlich hektisch. Er eilte die Treppe hinunter und an deren Ende trat ihm der Gesuchte plötzlich in den Weg. Der nahm in nun bei den Jackenaufschlägen und hielt ihn fest. „Warum verfolgst du mich he“, wollte er wissen und schüttelte ihn hin und her. Zuerst wollte er leugnen, aber ein Blick in Martins entschlossenes Gesicht sagte ihm, das das sinnlos war, sicher hatte er es schon seit einer Weile bemerkt. Also entschloss er sich zur Wahrheit, der Ort war zwar nicht der Beste, aber schließlich und endlich war das egal. Martin stöhnte, hatte er nicht bereits genug Probleme? Er fasste nach seinem Ärmel und zog ihn hinter sich her. „Komm mit, wir dürfen kein Aufsehen erregen“, meinte er. Als sie das Bahnhofsgebäude verließen erstarrten sie in der Bewegung. Dort wartete eine große dunkle Limousine. Sie waren steif vor Angst und so hatte der Dunkel gekleidete Herr hinter ihnen keine Schwierigkeiten sie zum Einsteigen zu nötigen. Auf dem Beifahrersitz saß Martins Boss, der sich nun zu ihnen umdrehte. „Nehmt es nicht persönlich“, sagte er und dann schob man ihnen die Ärmelhoch und injizierte ihnen Etwas. Entsetzt registrierten sie die einsetzende Starre. Der Boss gab ein Zeichen mit seiner Hand und der schwere Wagen setzte sich in Bewegung. Sie fuhren zum Strand. Mittlerweile waren sie fast völlig bewegungsunfähig, nur ihr Gehirn arbeitete ausgezeichnet. Am Strand hob man sie Beide aus dem Wagen und sie sahen, dass ihnen ein zweiter Wagen gefolgt war. Da sie bewegungslos waren, konnte sie nur das sehen, was sich im Radius ihres Augenwinkels befand. Aus dem zweiten Wagen wurden nun zwei Holzkisten geladen, die aussahen, wie ein einfacher Sarg. Daniels Herzschlag setzte vor Entsetzen einen Moment aus, er bemerkte dass er schwitze, also funktionierte sein Empfinden ebenfalls. Das Grauen fiel ihn an, als er begriff was sie vorhatten, sie wollten sie lebendig begraben.

Neben ihm stand jemand mit einem Klappspaten und hob eine Grube aus. Danach legte man ihn in eine der Kisten und schloss den Deckel, er wollte schreien, aber kein Ton kam aus seinem Mund. Er zwang sich zu einer eiskalten Analyse seiner Situation, denn er bemerkte auch, dass es in seinen Zehen leicht kribbelte, genau wie in seinen Fingerspitzen. Die Kiste war aus leichtem Sperrholz und die Grube schien nicht tief zu sein, wenn sich die Starre tatsächlich löste, wie es den Anschein hatte, waren seine Chancen sich befreien zu können ziemlich realistisch. Nervös wartete er darauf, dass die Lähmung sich löste, als ihn ein Geräusch in erneute Panik versetzte. Es hörte sich wie ein Grollen an, lieber Gott lass es ein Gewitter sein bat er und nicht das was ich befürchte. Das Geräusch wurde schnell lauter und er konnte erst seine Fingerspitzen bewegen. Dann bemerkte er es und wusste er hatte keine Chance. Wasser drang langsam, aber stetig in die Kiste, die Schweine hatten sie am Strand begraben und es war Ebbe gewesen. Nun kam die Flut. Langsam füllte sich die Kiste und aus seinen Augenwinkeln rannen Tränen, die sich mit dem Salzwasser des Meeres mischten. Karla dachte er und eine lange nicht empfundene Zärtlichkeit erfüllte ihn. Adieu. Laura bald sehen wir uns. Dann füllte sich sein Mund mit Wasser und er trank solange er konnte, aber gegen das Meer hatte er keine Chance. Am Ende fühlte sich sein Körper wie ein Ballon an und dann schienen seine Lungen zu platzen, er musste kapitulieren.
By Gitte
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9 Kommentare
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 01.07.2016 | 08:42  
9.151
Herbert Lödorf aus Gelsenkirchen | 01.07.2016 | 10:53  
4.924
Gitte Hedderich aus Herten | 01.07.2016 | 11:38  
2.389
Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 01.07.2016 | 11:42  
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Gitte Hedderich aus Herten | 01.07.2016 | 12:14  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 01.07.2016 | 12:33  
12.689
Melanie Busche aus Menden (Sauerland) | 01.07.2016 | 18:55  
18.652
Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 01.07.2016 | 19:07  
4.924
Gitte Hedderich aus Herten | 01.07.2016 | 20:06  
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