Rainer Krokowski - Lebensretter aus Herten

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Rainer Krokowksi aus Herten und Diana (45) aus den USA, die dank seiner Stammzellenspende gerettet werden konnte, verstehen sich wunderbar. (Foto: DKMS)
 
Angelika und ihre Töchter hoffen, das möglichst viele Menschen zur Registrierungsaktion am Sonntag (29.01.2017) in die Martin-Luther-Schule nach Westerholt kommen. (Foto: DKMS)
 
Bürgermeister Fred Toplak ist Schirmherr der Typisierungsaktion für Angelika. (Foto: Stadtspiegel-Archiv-Foto)
Herten: Martin-Luther-Schule |

„Ich würde es immer wieder tun.“ Das sagt Rainer Krokwoski aus Herten. Der 51-Jährige wurde zum Lebensretter.

Im August 2012 spendete der Hertener Stammzellen und schenkte damit einer schwer erkrankten Amerikanerin ein neues Leben. Heute engagiert er sich für die Aktion „Rettet meine Mama!“ und hofft, dass unzählige Menschen daran am Sonntag, 29. Januar 2017, in der Martin-Luther-Schule in Westerholt teilnehmen. Mehr dazu auf diesem Portal: http://www.lokalkompass.de/herten/leute/herten-ang...
Rainer Krokowski weiß: für die Spender bedeutet die Registrierung nur wenige Minuten, für die erkrankte Angelika aus Herten ein ganzes Leben.
2003 erkrankte in der Nähe von Herten ein kleiner Junge an Blutkrebs und suchte dringend einen passenden Spender. Rainer und seine Frau Simone waren selbst gerade Eltern geworden und konnten sich in die verzweifelte Lage der Eltern gut einfühlen. Kurzentschlossen ließen sich die beiden bei der DKMS registrieren, um als potentielle Spender grundsätzlich zur Verfügung zu stehen.

Junges Elternpaar ließ sich registrieren

Zehn Jahre später - die Registrierung hatte Rainer schon längst wieder vergessen - erhielt er plötzlich die Nachricht, dass er tatsächlich für eine Patientin als Spender in Frage käme. „Ich war natürlich aufgeregt und zuerst auch ein wenig verunsichert, aber ich habe keine Sekunde gezögert. Denn ich war vor allem glücklich die Chance zu bekommen, einem Menschen in größter Not zu helfen“, erinnert sich Rainer.
Nach umfassenden Aufklärungsgesprächen mit der DKMS und einer Voruntersuchung in der Entnahmeklinik gab man ihm ein Medikament mit, welches er sich für fünf Tage unter die Haut spritzen musste. Dieser körpereigene, hormonähnliche Stoff, der vom Körper auch bei fieberhaften Infekten produziert wird, stimuliert die Produktion der Stammzellen und bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im fließenden Blut befinden. Diese können dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden.

Spende verlief reibungslos

Nach Abschluss der Voruntersuchungen kam endlich der große Tag. Am 30. August 2012 fuhr Rainer nach Köln in die Klinik zur Stammzellentnahme. „Von Anfang an fühlte ich mich von der DKMS gut aufgeklärt und betreut. Ich hatte eine feste Ansprechpartnerin, die immer für mich da war.“ Die Spende verlief reibungslos. Er wurde an einen Zellgenerator angeschlossen, der seine Stammzellen aus dem Blut filterte. Während dieser Zeit schaute er gemeinsam mit anderen Spendern Filme an. „Ich würde auf jeden Fall noch einmal spenden! Die Spende war für mich mit einer normalen Blutspende vergleichbar, es war kein großer Eingriff und ich war noch am Abend der Spende wieder bei meiner Familie. Bei vielen Leuten besteht der Irrglaube, dass Rückenmark entnommen wird, dabei werden lediglich Stammzellen aus dem Blut entnommen, die sich nach kurzer Zeit wieder nachbilden. Wenn das mehr Menschen wüssten, bin ich davon überzeugt, dass die Anzahl der Typisierungen rasant steigen würde.“

Diane (45) gerettet

Vom Tag der Spende an habe er eine starke Verbundenheit verspürt, obwohl er am Tag der Spende nur erfahren habe, dass es sich um eine 45-jährige Frau aus den USA handelt.
Während der ganzen Zeit fand er großen Rückhalt in der eigenen Familie und bei seinen Freunden. Nach einigen Gesprächen waren sie sehr erstaunt, wie einfach eine Spende vonstatten geht und ließen sich daraufhin ebenfalls registrieren. „Meine Familie war total begeistert, ich musste keinerlei Überzeugungsarbeit leisten. Jeder Einzelne konnte sofort verstehen, warum ich an dem Entschluss, Stammzellen zu spenden, nie gezweifelt habe. Und ich würde es immer wieder tun - ohne Nachzudenken.“
Schon kurz nach der Spende erhielt Rainer einen sehr persönlichen Brief von seiner Patientin Diane. Von da an waren die beiden zwei Jahre in ständigem, aber anonymen Briefkontakt. „Nachdem die Sperrfrist abgelaufen war, erhielt ich sofort eine E-Mail von Diane, mit ihren persönlichen Kontaktinformationen. Wir skypten, schrieben und telefonierten, bis wir uns im Mai 2015 zum ersten Mal in Deutschland treffen konnten. Es war ein unglaublicher Moment!! Wir verbrachten eine gemeinsame Woche, in der sie unsere Freunde, Familie und Herten kennen lernen konnte. Der Abschied fiel uns schwer, aber bereits im November besuchte sie mich zu meinem 50. Geburtstag erneut und wir verbrachten eine gemeinsame Woche mit Freunden in Dänemark.“

Wie siamesische Zwillinge

Inzwischen sind die beiden wie siamesische Zwillinge. „Kein Wunder, wir sind ja jetzt auch blutsverwandt Diane ist Teil unserer Familie geworden“, lacht Rainer. Die beiden verstehen sich so gut, dass er mit seiner Familie im Sommer zu Dianes 50. Geburtstag nach New York fliegt. Ohne seine Spende hätte die damals schwer erkrankte Amerikanerin keine Überlebenschance gehabt. Heute lebt sie glücklich auf dem Land und arbeitet wieder in ihrem Beruf als Gleichstellungsbeauftragte.

Fred Toplak: "Für Angelika ist es eine Frage des Überlebens."

Nun braucht die aktuell schwer erkrankte Angelika aus Herten dringend Unterstützung. Um überleben zu können, ist auch sie auf einen passenden Spender angewiesen. Die Welle der Hilfsbereitschaft ist jetzt schon überwältigend. Fred Toplak, der die Schirmherrschaft übernommen hat, wirbt dafür mit leidenschaftlichen Worten: „Als Bürgermeister erfahre ich jeden Tag, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein. Nicht nur mit gut gemeinten Ratschlägen. Wenn einer hinfällt, braucht er die helfende Hand. Für Angelika kann diese helfende Hand ein passender Stammzellspender sein - ohne den sie keine Überlebenschance hätte. Deshalb bitte ich alle: Kommt zur Aktion und lasst euch typisieren. Für jeden Einzelnen von uns bedeuten 5 Milli-liter Blut sehr wenig. Für Angelika ist es eine Frage des Überlebens. Vielleicht sind gerade Sie derjenige, der ihr ein zweites Leben schenken kann.“
Angelika kann die Anteilnahme kaum fassen. Auch Rainer engagiert sich für die geplante Aktion und leistet Überzeugungsarbeit, denn er weiß, wovon er spricht. „So viele Menschen erkranken an Leukämie und es ist ein Leichtes, ihnen mit einer Spende das Leben zu retten. Habt keine Angst, informiert Euch und lasst Euch typisieren! Angelika hat noch viele Träume, aber vor allem will sie eines: weiterhin für ihren Mann da sein und ihre Töchter weiter ins Leben begleiten. Das geht nur, wenn wir alle ein Zeichen setzen und ihr zeigen, dass wir sie nicht im Stich lassen.“

Aktion:
Sonntag, den 29. Januar 2017
von 11:00 bis 16:00 Uhr
Martin-Luther-Schule
Martin-Luther-Str. 3
45701 Herten

Genauso wichtig ist auch die finanzielle Unterstützung der Aktion. Jede einzelne Auswertung im Labor kostet die DKMS 40 Euro. Da viele Spender erwartet werden, rechnet die DKMS mit entstehenden Laborkosten in Höhe von 40.000 Euro. Bislang sind aber erst 2.400 Euro Spendengelder eingegangen. Daher werden Geldspenden dringend benötigt, um die Typisierungen finanzieren zu können. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS bei der Spenderneugewinnung allein auf Geldspenden angewiesen. Jeder Euro zählt.

Geldspenden:

DKMS-Spendenkonto
Sparkasse Dortmund
IBAN: DE92 4405 0199 0111 1157 53
BIC: DORTDE33XXX
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