Das Schmetterlings Kind

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Das Schmetterlings Kind!
In diesem letzten Sommer waren ungewöhnlich viele Schmetterlinge unterwegs und besonders auf mich hatten sie es abgesehen. Nicht das ich böse gewesen wäre, so ein bunter Schmetterling ist doch ein wunderschöner Schmuck. Sie um tanzten mich, saßen auf Kopf und Schulter. Nach einiger Zeit hatte ich mich daran gewöhnt. Der Sommer ging vorbei und der Herbst zog ins Land.

Das ungefähr war die Zeit in der ich mich unwohl zu fühlen begann. Nichts gravierendes, eher einige Unpässlichkeiten, Übelkeit am Morgen, Schwindel, Heißhungerattacken. Das passte alles auf eine Schwangerschaft, aber wie konnte ich schwanger sein, ich hatte vor Jahren eine Total Operation. Als jedoch mein Bauch anzuschwellen begann machte ich mir ernsthaft Sorgen und konsultierte meinen Frauenarzt. Er untersuchte mich, starrte auf mein Karteiblatt, untersuchte wieder und meinte wir müssen einen Ultraschall machen, ehe ich mir nicht ganz sicher bin möchte ich keine Diagnose stellen. „Herr Doktor, reden sie, ist es was Schlimmes? Krebs nicht wahr?“ Ich war außer mir. „“Nein, nein“, er schüttelte den Kopf und begann mit der Untersuchung. „Kein Zweifel“, sagte er dann. „Gratuliere sie sind schwanger.“ „Das kann doch nicht sein“, entgegnete ich verblüfft, „sie wissen doch selbst………“ „Das kommt auch nicht alle Tage vor“, gab er zu. „gehen sie heim und schonen sie sich.“ Na der konnte reden. Ein Kind, in meinem Alter wie sollte ich das schaffen?

Mein Mann war ebenso geschockt wie ich. Dennoch einigten wir uns darauf dieses Kind zu bekommen, wenn ich schon unter so mysteriösen Umständen schwanger geworden war dann würde es sicher ein ganz besonderes Kind sein. Wie besonders das sollten wir noch erfahren.

Die Schwangerschaft verlief problemlos und dann war es soweit, ich bekam die Wehen und wir fuhren in die Klinik. Hier bei uns auf dem Lande ist man in der Klinik noch keine Nummer, so kam es das ich ganz allein im Kreißsaal war. Die Hebamme ließ mich gewähren, ich durfte herumlaufen, denn ich störte niemanden. Als dann die Presswehen begannen legte ich mich hin und die Geburt verlief schnell und problemlos. „Was ist es“, fragte ich nervös? „Ist alles in Ordnung? Ist das Kind gesund?“ Die Hebamme gab mir das Kind. „Sehen sie selbst“, sagte sie fassungslos. Das Kind war wunderschön, ziemlich groß und es hatte im Gegensatz zu den Babys die ich kannte und die alle ausnahmslos blaue Augen gehabt hatten kohlschwarze Augen die mich anblickten. „Du bist so schön“, flüsterte ich und wollte es herzen, aber was um Himmels Willen was das? Auf seinem Rücken befand sind eine Beule. Eine Zellophan artige Hülle bedeckte die Ausbuchtung und darunter schimmerte es in allen Regenbogenfarben. „Was ist das“, wendete ich mich fassungslos an die Hebamme? Die zuckte die Schultern. „Keine Ahnung, so was habe ich noch nie gesehen.“

Beherzt nahm ich das Kind und zupfte an der Hülle, die riss auf und darunter kamen Flügel zum Vorschein. Durchsichtige bunte wundervolle Flügel. „Ein Schmetterlings Kind“, flüsterte die Hebamme. „Was soll denn das sein“, wollte ich erschrocken wissen? „Also ich hab nur davon gehört, es sollen einige solcher Mutanten geboren worden sein.“ Mutanten? Mein Kind? „Also hören sie“, sagte ich böse…………“Nein“, sie hören. „Die meisten Mütter stehen unter Narkose und bekommen die eigentliche Geburt gar nicht mit. Wir Hebammen haben Anweisung solche Kinder verschwinden zu lassen.“ „Verschwinden?“ Ich konnte nicht glauben was ich da hörte. Geschockt blickte ich sie an und umklammerte mein Kind. „Nie lasse ich das zu, was macht man mit ihnen?“ „Experimente“, lautete ihre nüchterne Antwort. „Können sie mich zu Hause betreuen? Ich muss hier raus“, wollte ich wissen und sie nickte. Sie kleidete mein Mädchen an und dann brachte sie mich auf mein Zimmer.



Vor dem Kreißsaal saß mein Mann auf einem Stuhl, aufgeregt sprang er auf. „Was ist es?“ Gute Frage. „Ein Mädchen teilte ich ihm mit. „Weißt du schon einen Namen“, wollte er wissen? Oh ja, spontan entschied ich Liberty soll sie heißen, Freiheit. Als wir im Zimmer allein waren zeigte ich meinem Mann den Rücken unseres Kindes, war es überhaupt unser Kind? Oder gehörte es nur mir? Entgeistert blickte er auf die feinen Flügel. „Ach du Sch……… „, rutschte ihm heraus. „Wir können auf keinen Fall hier bleiben“, beschwor ich ihn. „Wir haben so ein Glück das der Gynäkologe heute krank ist und nur die Hebamme mitbekommen hat wie besonders unser Kind ist.“ „Stimmt“, musste mein Mann zugeben, wir müssen sie schützen und ihr Geheimnis wahren.“ Ich atmete auf, Gott sei Dank sah er das wie ich. Am Nachmittag verließen wir das Krankenhaus und die Hebamme versprach sich um uns zu kümmern.

Liberty wuchs sehr schnell, schon mit sechs Wochen wirkte sie wie ein neun Monate altes Baby. Wir zogen um, denn die Nachbarn begannen zu tuscheln. Ein Häuschen einsam am Waldrand einer kleinen Dorfgemeinde, dort wuchs sie auf, frei und unbeschwert. In der Schule trug sie weite Pullover um ihre Flügel zu verbergen. Daheim jedoch ließ ich sie sich frei entfalten. Die Flügel wurden größer und eines Tages stand sie im Garten in der Sommersonne und schlug wohlig damit, als sie plötzlich abhob, zuerst nur einige Zentimeter, dann als sie den ersten Schreck überwunden hatte auch höher. Von da an übte und übte sie.

Natürlich waren wir nicht untätig gewesen und hatten im Internet und in den Zeitungen immer vorsichtig nach Schmetterlings Kindern geschaut und irgendwann lasen wir dann von einem Treffen. Liberty sollte ihre Flügel verbergen, aber hinfahren wollten wir. So kam es das wir in Essen-Werden bei einem Treffen im Plattenwald erfuhren das es viele Schmetterlings Menschen gab, scheinbar hatte sich die Natur entschlossen einen neue Spezies zu schaffen, die einen alten Traum der Menschen wahr werden ließ, den vom Fliegen und unsere Liberty gehörte dazu.
© By Gitte
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5 Kommentare
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 15.07.2016 | 06:56  
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Melanie Busche aus Menden (Sauerland) | 15.07.2016 | 11:38  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 15.07.2016 | 13:09  
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Gitte Hedderich aus Herten | 15.07.2016 | 14:10  
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Gitte Hedderich aus Herten | 16.07.2016 | 13:04  
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