Horst Eckert will verklagt werden

"Schwarzer Schwan" ist der zehnte Roman von Horst Eckert. Foto: Grafit Verlag (Foto: Foto: Grafit Verlag)

Da bleibt einem beim Lesen die Spucke weg: In seinem Krimi "Schwarzer Schwan" geht's um korrupte Politiker, kriminelle Banker und Wirtschaftsbosse. Dass der Name Helmut Kohl auftaucht, überrascht nicht. Bei der Szene, in der Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Düsseldorfer Hotel krumme Absprachen in Sachen Atomwirtschaft trifft, lässt den Schluss zu, dass Horst Eckert vor einer Klage keine Angst hat.

Man kann allerdings davon ausgehen, dass Eckert weiß, was er tut. Von Hause aus ist der erfolgreiche und erfahrene Schriftsteller Diplom-Politikwissenschaftler und TV-Journalist. Außerdem könnten Klagen gegen ihn und Passagen aus seinem mittlerweile zehnten Roman durchaus eine werbewirksame Methode sein, den Verkauf des - gelungenen - Werks zu fördern.

Man kann die in der NRW-Landeshauptstadt angesiedelten Romane Horst Eckerts, in denen die Fälle und Beziehungen der Mordermittler des Düsseldorfer Präsidiums wie ein roter Faden wirken, immer auch als singuläre Werke lesen und verstehen. Eckert wurde (neben anderen) mit dem Friedrich-Glauser-Preis, der höchsten Auszeichnung der Krimi-Zunft, geadelt. Ein Autor, der genau hinschaut und gut zuhört. Ob Berliner Hinterbänkler, menschenverachtende Top-Manager oder frustrierte junge Menschen mit Examen in der Tasche, die von einem Praktikum zum nächsten verheizt werden, alles stimmt in "Schwarzer Schwan": Sprache, Verknüpfungen, Entwicklungen. Wer komplexe Geschichten nicht scheut, auf psychologisierende Erzählweisen steht und politisch interessiert ist, für den ist dieser Roman genau der richtige Lesestoff.


Horst Eckert: Schwarzer Schwan, Thriller, erschienen im Grafit Verlag, 383 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 19,99 Euro, ISBN 978-3-89425-667-8

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