Osterfeuer – Brauchtum oder Abfallentsorgung? Bürgermeister Paetzel: "Werden wachsamer sein"

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Außer Kontrolle: Ein Osterfeuer auf einem Privatgrundstück am Samstag in Herten. Die Feuerwehr musste anrücken, um einen Großbrand in der Siedlung zu verhindern.

Ist die Stadt Herten zu lax oder gar fahrlässig bei der Genehmigung von Osterfeuern? Diese Frage stellte sich mir Ostersamstag als Hertener Bürger.

Mir ist ein Fall bekannt, bei dem ein Hertener Gartenabfälle, sprich Baumschnitt, verbrannte. Darauf angesprochen: „Das ist ein Osterfeuer, ich habe die Genehmigung der Stadt“, betonte der Mann selbstsicher und ließ die Flammen flackern.

Was sagt die Stadt Herten?

Auf der Internetseite der Stadt steht zwar etwas über Osterfeuer, nichts aber über das Genehmigungsverfahren (http://www.herten.de/leben-in-herten/neuigkeiten/d...). Ich bin gespannt, wie sich die Stadt Herten dazu äußern wird....
Bekommt jeder, der Gartenabfall verbrennen will, unter dem Deckmantel der christlichen Tradition einen Freischein für ein Osterfeuer?

Feuerwehr musste anrücken

Wie gefährlich ein Osterfeuer auf Privatgrund mit dichter Bebauung sein kann, erlebte ich ebenfalls am Samstag – auf meinem Nachbargrundstück. Ein riesiger Haufen Gartenabfall, flankiert von weiteren Gartenabfallhaufen, stand lichterloh in Flammen: Die Hertener Feuerwehr musste anrücken, um den Brand, der sich auf drei Grundstücke ausgedehnt hatte, zu löschen.





Strengere Regeln?

Die Stadt Herten rühmt ihr ehrgeiziges Engagement für den Klimaschutz („Hertener Klimakonzept 2020“, „Masterplan 100 % Klimaschutz). Alles nur Lippenbekenntnisse? Vor Jahren, nur diese Statistik ist mir derzeit bekannt, war Herten zusammen mit Dortmund Spitzenreiter bei der Feinstaubbelastung durch Osterfeuer im Ruhrgebiet. Dortmund handhabt seine Genehmigungen mittlerweile strenger (http://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/umwelt...).
Ein Vorbild für Herten?

Das sagt Bürgermeister Dr. Uli Paetzel

Zeitnah hat Hertens Bürgermeister Dr. Uli Paetzel mir geantwortet. Er schreibt: "Vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir haben in Herten im Laufe der Jahre unsere Genehmigungspraxis nicht verändert - wohl aber unsere Kontrollen. Wissen wir von Problemlagen, stellen wir keine Genehmigungen aus, versuchen also im Vorfeld Brauchtum von anderen Vorgängen zu trennen. Mir scheint, dass diese Strategie gut aufgegangen ist - der Fall, den Sie ansprechen und dokumentieren, ist natürlich mehr als bedauerlich und nicht hinnehmbar, volle Zustimmung."

Und: "Wir werden Ihre Hinweise aufnehmen, und selbstverständlich in den kommenden Jahren mit noch wacheren Augen auf die Genehmigungen schauen."
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Alexander Wunderlich aus Dortmund-Süd | 24.04.2014 | 18:55  
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