Füttern wir unsere Haustiere tot?

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Auch kleine Hunde essen gerne gut.
 
Foto: von Janine Gaber (Ihre Hündin Aziza)
 
Foto:Janine Gaber
Herten: Herten |

Unsere Küche – das Chemielabor

In der heutigen Zeit kommen Suppen aus der Tüte oder gleich ein komplettes Mittagsessen in der Aluschale, schnell und fertig auf den Tisch. Die Gründe dafür sind einfach. Aus Bequemlichkeit, Zeitmangel oder einfach fehlendem Talent hat sich diese Art der Ernährung stark verbreitet. Dennoch geht der heutige Trend zurück zum Ursprung. Es ist allgemein bekannt, dass bei Fertigprodukten eigentlich keine Köche am Werk waren, sondern Chemiker, Technologen und Food-Designer. Sie stellen Nahrungsmittel her, die satt machen. Aber halten sie uns wirklich am Leben? Viele Menschen würden diese Frage mit einem klaren „Nein“ beantworten. Sie greifen auf Biowaren und natürliche Zutaten zurück, um möglichst lange und gesund zu leben.

Warum unterziehen wir unseren armen Vierbeinern also die Tortur und kaufen Futter aus der Tüte oder aus Dosen, die sie krank machen und schleppen sie anschließend für teures Geld zum Tierarzt, der sie dann wieder „gesund“ machen soll?

Ist das wirklich sinnvoll?

Haben sie nicht auch ein langes, gesundes Leben verdient?
Ist es nicht genau das, was wir uns für sie wünschen?

Stellen sie sich mal vor, ihr Hund ist ausgeglichen, lebensfroh, frei von Allergien, frei von Übergewicht, Verdauungsproblemen und hat nebenbei auch noch weniger Zahnstein.

Wäre das nicht toll?

Das ist alles keine Utopie, sondern eine reelle Chance ihr Haustier fit und gesund zu füttern, mit rohem Fleisch, Fisch, Innereien, frischem Obst und Gemüse und teilweise Getreide.

Der Gedanke einer „frischen Fütterung“ liegt dabei, so nah wie möglich die Ernährung der " wild lebenden Caniden" anzugleichen und nachzuahmen und somit die natürlichen Nahrungsbedürfnisse abzudecken.

Um noch genauer auf dieses Thema einzugehen, habe ich die Ernährungsexpertin Janine Gaber (Geprüfte Tierheilpraktikerin VDT)
auf diesem Gebiet befragt, die mir gerne behilflich war.

Janine Gaber interessierte sich schon im Kindesalter für alle Arten von Tieren. Da auch ihre Eltern große Tierfreunde sind konnte sie ihr Hobby richtig ausleben. So wurde ihre Berufung schließlich zum Beruf, den sie mit viel Erfolg und Hingabe praktiziert. Auf Grund ihrer Lehre als Pharmazeutisch-kaufmännische-Angestellte in einer Apotheke ist es ihr gelungen einen großen Einblick in der Welt der Pharmazie und alternative Medizin, wie z.B. die Homöopathie zu erlangen. Um ihren Wissensdurst zu erweitern, entschied Janine Gaber sich, eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin erfolgreich zu absolvieren. Ihre Schwerpunkte liegen in der Homöopathie, Phythotherapie und Ernährungsberatung. Deshalb ist sie genau die Richtige um Grundlegende Fragen bezüglich der artgerechten Fütterung zu beantworten.

Welche Vorteile hat eine Rohfütterung?

Frau Gaber:Neben den Gesundheitlichen Aspekten der Rohfütterung, ist die individuelle Gestaltungsmöglichkeit der Nahrung ein großer Vorteil. Das Futter kann jeder Situation, wie z.B. Streß, Wachstum, Krankheit, Laktation etc. angepasst werden. Da jeder Organismus unterschiedlich reagiert, kann die Nahrung sehr individuell zusammen gestellt werden. Bei Allergikern ist diese Art der Ernährung die einzige Möglichkeit die Allergiesymptome positiv zu beeinflussen.


Wie aufwendig ist die Zubereitung und die Lagerung von frischem Futter?

Frau Gaber:Jeder der für sich selber und seine Familie zu Hause frisch kocht und keine Fix-Produkte benutzt, wird merken, daß die Zusammenstellung des Barf-Futters keine große Sache ist. Das Futter kann auch für mehrere Tage gefertigt werden und im Kühlschrank ohne Problem aufbewahrt werden. Auch für Berufstätige gibt es "Hilfsmittel" (Flockenmischung) um schnell und abwechslungsreich eine Mahlzeit für den Liebling herstellen zu können.

Was wird benötigt?

Frau Gaber:Benötigt wird allein das Interesse an gesunder Ernährung. Für sich und seinen Vierbeiner. Praktischerweise sollte sich ein Gefrierschrank im Haus befinden, damit nicht alle paar Tage neues Fleisch besorgt werden muss, sonder Tiefgekühltes Fleisch Verwendung findet.

Wie schwer ist die Umstellung auf Rohfütterung?

Frau Gaber:Schwer ist die Umstellung in keinem Fall. Jeder sollte es einfach ausprobieren. Die Hunde akzeptieren es in der Regel sehr gut und entwickeln sehr schnell viel freunde an dieser Art der Fütterung. Spätestens wenn mal richtig was zum Kauen serviert wird, wie Putenhälse sind die meisten Hunde mit Begeisterung dabei. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, die diesen Geschmack erst mal kennen lernen müssen. Aber auch für mäkelige Hunde gibt es Hilfreiche Tipps wie Hund und Halter schnell Spaß und Appetit entwickeln auf artgerechte Nahrung.

Was ist eigentlich in einer handelsüblichen Futterdose drin und wie gesund sind diese?

Frau Gaber:Dieses Thema ist sehr komplex. In der Kürze gesagt ist das Dosen oder Trockenfutter in jeder Hinsicht artwidrig. Das Futter ist "tot". Es enthält durch die industriellen Herstellungsprozesse keine natürlichen Inhaltsstoffe mehr. Sicherlich wird die Versorgung durch synthetisch Hergestellte und nachträglich zugeführte Stoffe sichergestellt, doch in meinen Augen ist eine artgerechte Ernährung etwas völlig anderes. Leider lässt es sich sehr schwer auf Grund der gemachten Angaben der Umverpackung beurteilen, was im Futter wirklich steckt. Des weiteren ist die Qualität nie eindeutig benannt. Und leider in fasst allen Futtern stecken Inhalte, die der Hund weder benötigt noch verstoffwechseln kann.

Ist barfen auch etwas für andere Haustiere, Katzen z.B.?

Frau Gaber:Barfen stellt auch für Katzen die einzig richtige Ernährungsform da. Bei Katzen ist dies sogar noch dringlicher als bei Hunden. Katzen sollten im Gegensatz zum Hund fast ausschließlich mit tierischen Produkten ernährt werden. Deshalb ist das ach so geliebte Trockenfutter das schlimmste für eine Katze. Es enthält neben den Geschmacksverstärkern Unmengen an Getreide.


An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich für die hilfreichen Antworten bei Frau Gaber bedanken und wünsche ihr weiterhin viel Erfolg noch vielen Tieren ein besseres, gesünderes Leben zu gewährleisten.

Ich hoffe mein Beitrag konnte dazu beitragen unsere geliebten Vierbeiner gesünder zu machen und einigen Tierfreunden eine Alternative zum ungesunden Dosenfutter zu bieten.
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10 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 15.11.2013 | 11:51  
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Melanie Gaber aus Herten | 15.11.2013 | 11:56  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 15.11.2013 | 12:21  
Thorsten Seiffert aus Herten | 15.11.2013 | 14:26  
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Nicole Altmeyer aus Witten | 15.11.2013 | 16:13  
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Melanie Gaber aus Herten | 15.11.2013 | 18:35  
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Renate Sültz aus Lünen | 15.11.2013 | 18:38  
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Melanie Gaber aus Herten | 15.11.2013 | 18:47  
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Renate Sültz aus Lünen | 15.11.2013 | 19:41  
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Peter Gerber aus Menden (Sauerland) | 20.11.2013 | 21:28  
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