Begegnungen

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Begegnungen!
Es war im Urlaub 2012, als ich diesen ungewöhnlichen Mann traf. Zunächst erschien er mir wie alle anderen, außer das er ungewöhnlich nervös wirkte. Wir mussten bei ihm den Schlüssel für unser Feriendomizil abholen. Nervös, zitternd und mit gehetztem Blick öffnete er die Türe. Er entschuldigte sich auch sogleich und seine Frau kam an die Türe. Sie übernahm es auch uns einzuweisen. Es dauerte einige Tage bis wir ihm wieder begegneten. Etwa eine Woche später liefen wir ihm bei einem unserer beschaulichen Abendspaziergänge über den Weg. Er trug einen Metalleimer bei sich und suchte den Inhalt zu verbergen. Aber ich müsste keine Autorin sein, wenn nicht gerade das besonders gereizt hätte. Es sah bestimmt witzig aus wie er immer wieder versuchte den Inhalt des Eimers aus meinem Gesichtsfeld zu nehmen und ich genauso hartnäckig immer stückweise näher rückte. Endlich seufzte er und ich sah was sich in dem Eimer befand. Geschockt schaute ich in sein Gesicht. Er war blass und nickte. „Ich bin krank, das ist das Einzige was hilft.“ „Fledermäuse? Tote auch noch wie es aussieht? Für welche Krankheit konnte man so etwas brauchen?“ „Leute näherten sich. Schnell zog er den Eimer an sich. „Kommen sie Morgen am Nachmittag zu Kaffee, ich erkläre es ihnen“, versprach er mir. Den Rest des Weges schwieg ich und hing meinen Gedanken nach.

Am nächsten Tag konnte ich es kaum erwarten. Endlich war der Nachmittag da. Die Frau öffnete und bat uns hinein. Ihr Mann saß im Wohnzimmer und wirkte relativ entspannt. Wir nahmen Platz und ich wartete auf seine Geschichte. Stattdessen lächelte er und blickte auf seine Hände. Unwillkürlich folgte ich seinem Blick und stutzte. Etwas spross aus seinen Fingern. Es sah aus wie……………….einen Moment überlegte ich, dann hatte ich den passenden Vergleich. Wie Keime an alten Kartoffeln, genauso. Geschockt blickte ich dem Mann ins Gesicht. Er lächelte und nickte. „Es nennt sich Kellerwald Syndrom. Familien die seit Jahrhunderten hier ansässig sind entwickeln es. Der Körper möchte sich verwurzeln in dieser Erde. Jeder der den Versuch macht hier wegzuziehen ist davon betroffen, danach entwickeln sich die Wurzeln die uns hier in unserer Heimat halten wollen. Das einzige was diese Keime zurückentwickelt für eine Weile ist nasse Fledermaus haut. Eklig, ich weiß aber es gibt keine andere Möglichkeit.“ Sie töten die Tiere“, wollte ich schaudernd wissen? Auch wenn ich es verstanden hätte fände ich es gruselig. Der Mann schüttelte seinen Kopf. „Hier im Kirchturm hausen sie, manche sterben an Altersschwäche und ich schaue immer nach ob ich eine finde. Erleichtert atmete ich auf. Wir verabschiedeten und ziemlich schnell. Traurig blickte der Mann uns an. So ist es immer, den Menschen graut vor mir.

Wieder hatte ich ein Geheimnis ergründet von dem ich im Nachhinein nicht sicher bin, das ich es hätte wissen wollen.
By Gitte
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15 Kommentare
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Christiane Bienemann aus Kleve | 18.11.2016 | 07:04  
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Gitte Hedderich aus Herten | 18.11.2016 | 07:22  
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Herbert Lödorf aus Gelsenkirchen | 18.11.2016 | 07:54  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 18.11.2016 | 09:21  
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Udo Surmann aus Herten | 18.11.2016 | 10:45  
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Gitte Hedderich aus Herten | 18.11.2016 | 13:49  
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Udo Surmann aus Herten | 18.11.2016 | 17:40  
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Gitte Hedderich aus Herten | 19.11.2016 | 07:44  
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Hanni Borzel aus Arnsberg | 19.11.2016 | 12:04  
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Gitte Hedderich aus Herten | 19.11.2016 | 14:27  
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Hanni Borzel aus Arnsberg | 19.11.2016 | 14:29  
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Gitte Hedderich aus Herten | 19.11.2016 | 14:36  
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Hanni Borzel aus Arnsberg | 19.11.2016 | 14:38  
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Udo Surmann aus Herten | 19.11.2016 | 19:48  
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Gitte Hedderich aus Herten | 20.11.2016 | 06:23  
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