Die Essener Straße soll schöner werden

Wann? 28.11.2014 17:00 Uhr

Wo? Essener Straße, Essener Straße, 45699 Gelsenkirchen DE
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Astrid Kaiser, Bernd Strickling und Katharina Berger freuen sich schon darauf, wenn die neue Weihnachtsbeleuchtung auf der Essener Straße erstrahlen wird. Dazu gibt es sogar ein richtiges kleines Fest am Freitag, 28. Novermber. Foto: Gerd Kaemper
Gelsenkirchen: Essener Straße |

Manchmal müssen sich Bernd Strickling und seine Mitstreiter der Interessengemeinschaft Essener Straße fühlen wie Don Quixote de la Mancha, den Autor Miguel de Cervantes gegen Windmühlen hat kämpfen lassen. Denn schöner wollen die Essener Straße alle haben, nur tun möchte keiner etwas dazu.

Interessengemeinschaft Essener Straße


Mit der Gründung der Interessengemeinschaft haben die Geschäftsleute, die sich in großen Teilen auch in der Werbegemeinschaft Horst wiederfinden, im September 2013 das kleinere „Übel“ gewählt.
Denn eine Interessengemeinschaft agiert als lockerer Zusammenschluss und ohne Verpflichtungen. Wäre eine Standort-Gesellschaft gegründet worden, wären eine Menge Aufwand, Verpflichtungen und finanzielle Forderungen auf die Anlieger zugekommen. Fakt ist, dass die Stadt Gelsenkirchen die Forderung einer der beiden Institutionen gefordert hat.

Die Essener Straße wird Einbahnstraße, aber befahrbar!


Die Interessengemeinschaft hat sich für die Öffnung der Essener Straße für den Autoverkehr ausgesprochen und dazu durch die Vermittlung der Wirtschaftsförderung der Stadt Gespräche geführt mit der IHK, dem Einzelhandelsverband, den Eigentümern der anliegenden Immobilien und den Geschäftstreibenden vor Ort.


Inzwischen gehören 25 von 40 Immobilienbesitzern der Interessengemeinschaft an und die Öffnung der Essener Straße ist für das nächste Frühjahr terminiert. Dann soll die Essener Straße mittels Einbahnstraßenregelung von der ohnehin befahrbaren Essener Straße in Richtung Vogelsangstraße im Schritttempo befahrbar sein.
„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, weil viele an den derzeitigen Leerständen Interessierte vor der Fußläufigkeit zurückschrecken“, wie Strickling schildert.

Weihnachtsbeleuchtung wird feierlich eingeweiht


Doch bis dahin hat die Interessengemeinschaft auch noch die ein oder andere Baustelle im Visier. Die nächste ist die Weihnachtsbeleuchtung auf der Essener Straße, die am Freitag, 28. November, um 17 Uhr durch Bezirksbürgermeister Joachim Gill feierlich entzündet wird. Dazu findet vor dem Café Klatsch eine kleine Feier mit Glühwein und Grünkohl statt.

Eine Menge Arbeit liegt hinter den Mitstreitern


Was sich nun so locker erzählt, ist aber mit einem großen Aufwand verbunden. Denn um die Beleuchtung zu beschaffen, wurde der „Pott“, in den die an der Interessengemeinschaft beteiligten Geschäftsleute monatlich ihren Beitrag leisten immer wieder „geplündert“, um nach und nach ein Teil nach dem nächsten anzuschaffen. Darüberhinaus müssen zehn Drahtseile quer über die Essener Straße gespannt werden, an denen die Beleuchtung befestigt wird. „Dazu bedarf es der Einwilligung der Hausbesitzer, weil die Drähte an deren Fassaden befestigt werden müssen. Allein diese Aktion ist schon sehr aufwendig und nicht mal eben so nebenbei erledigt“, weiß Bernd Strickling.
Es wird viel getan, auch wenn das nicht immer offensichtlich ist. So werden regelmäßig die Baumscheiben gesäubert und bepflanzt, Leerstände mit Leben gefüllt, etwa durch alte Ansichten von Horst, die der Geschichtskreis Nordstern dazu beiträgt und die in der dunklen Jahreszeit auch beleuchtet werden. Jeden Mittwoch, wenn nebenan der Markt viele Horster anlockt, steht Reinhold Adam vom Geschichtskreis auch persönlich Rede und Antwort in dem leeren Ladenlokal. Der Runde Tisch Horst hat außerdem die Anschaffung einer Erzählbank und eines Bücherschrankes angeregt.
Die neu installierten Drahtseile sollen am Anfang und Ende der Essener Straße auch für Banner genutzt werden, die die Bürger begrüßen und Hinweise auf zukünftige Veranstaltungen geben.

Leerstände sollen belebt werden


Katharina Berger von der Interessengemeinschaft hofft auf viele interessierte Geschäftsleute. Denkbar wären Arztpraxen, Sportstudio und natürlich Geschäfte aller Art. „Das wäre auch sehr gut für die älteren Mitbürger“, gibt Frau Berger zu bedenken.
Strickling fügt hinzu: „Wir denken immer in kleinen Schritten und wollen immer positiv eingestellt bleiben. Ärgerlich ist aber das Desinteresse einiger Immobilienbesitzer, die trotz Leerstand nicht aktiv werden. Umso erfreulicher ist die Unterstützung durch die Stadt. Denn nicht nur, dass Oberbürgermeister Frank Baranowski und Stadtbaurat Michael von der Mühlen sich seinerzeit für die Öffnung eingesetzt haben und die Essener Straße zur Eigenentwicklung frei gegeben haben, die Stadt verdoppelt auch die Beiträge der Interessengemeinschafts-Mitglieder.“

Wie es weiter geht?


Trotz alledem steht derzeit in den Sternen wie es nach den zwei Jahren, die sich die Interessengemeinschaft zunächst selbst verordnet hat weitergehen wird. Doch jetzt wird erst mal gefeiert, denn die neue Weihnachtsbeleuchtung sollte gebührend willkommen geheißen werden.
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