Durch den Taifun in einen sicheren Hafen - Wettkampfschwimmer werden in Marl herzlich empfangen

Das Jahr hatte ganz gut begonnen. Erste Wettkämpfe wurden mit weiter optimierten persönlichen Bestzeiten und einigen Medaillenplätzen absolviert. Aus dem Trainingslager in Caorle (Italien) kehrten die Aktiven des A-Kaders trotz einiger Erkrankungen hochmotiviert und mit verbesserter Technik zurück und wollten das Erlernte dann auch beim nächsten Wettkampf einsetzen. Gewiss, bereits beim Abflug nach Venetien waren die ersten Gewitterwolken am Horizont bereits sichtbar, dass sich das zusammenbrauende Unwetter dann jedoch mit einer solchen Heftigkeit auch über ihnen austoben würde, war für keinen der Schwimmerinnen und Schwimmer und auch nicht für die Eltern und Trainer absehbar.
Wie bereits berichtet, wurde mit kürzester Frist und ohne jegliche stichhaltige Begründung der Trainer der Wettkampfmannschaft des Hertener Schwimmvereins freigestellt und gleichzeitig das gesamte Team aufgelöst. Über Wochen hielten die Trainer im Vorder- und Hintergrund sowie die Eltern ein Basistraining für die Aktiven aufrecht. Der Höhepunkt des Taifuns war sicherlich die von einem donnergrollenden Gewittersturm begleitete außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins, auf dem die betroffene und anwesende Mannschaft - vom Leitenden der Versammlung unwidersprochen - von einzelnen Mitgliedern des Vereins ohne Grund aufs Übelste beschimpft wurde.
Aktiven und Eltern war spätestens an diesem Punkt klar, dass es auch bei den fadenscheinigen, angeblichen sportlichen Defiziten, die im Nachhinein als Begründung für die Einstellung der Mannschaft vorgebracht wurden, keine Zukunft in einem solch „unwirtlichen Gewässer“ geben konnte.
Nach ersten positiven Gesprächen mit den Vorständen und Trainern der Marler Schwimmvereine und einem Probetraining stand für 14 von 15 ehemaligen Hertener Wettkampfschwimmern fest, dass sie die herzliche Einladung in die SG SSF Marl-Hüls mit einer überzeugten und sehr erleichterten Zusage erwiderten. Eine Schwimmerin wechselte aufgrund der Wohnortnähe in einen Verein in Gelsenkirchen.
Bereits nach kurzer Zeit - die „Neu-Marler“ trainieren seit September in Marl-Hüls - haben sich die Aktiven beider Vereine nicht nur aneinander gewöhnt, sondern treten mittlerweile im Training und auch auf Wettkämpfen als einheitliches Team auf. Und, wie man in anderen Berichten lesen kann, die sportlichen Ergebnisse aller Aktiven im neuen Hafen SG SSF Marl-Hüls können sich sehr gut sehen lassen.
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