Liebe Hertenerinnen & Hertener, liebe Freundinnen & Freunde, liebe Sportlerinnen und Sportler

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  am Dienstag stand es in der Hertener Allgemeinen: Bürgermeister Toplak möchte Rudi Assauer für den Titel des Ehrenbürgers der Stadt Herten vorschlagen. Begleitet wurde die Schlagzeile, die schnell über verschiedene Medien die Runde machte, von einem Unterton, den sie eigentlich nicht verdient hat.

Aber der Reihe nach.

Rudi Assauer ist eine Persönlichkeit, die durch ihr Werden und Wirken weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt ist. Sein Weg hat ihn zu den großen Ruhrgebiets-Bundesligaclubs geführt, aber aufgewachsen und verbunden geblieben ist er stets
mit Herten.

Fußball gehört für viele Menschen in unserer Stadt zu den wesentlichen Identifikationsmerkmalen. Fußball ist hier im Ruhrgebiet für viele Menschen ein Stück Lebensgefühl, ein Stück Heimat. Zu diesem Lebensgefühl haben viele Persönlichkeiten ihren Beitrag geleistet. Menschen, die aus einem klassischen, oft an den Bergbau geknüpften Arbeitermilieu kamen - Rudi Assauer ist eine dieser Persönlichkeiten. Ein Kumpel und Malocher, manchesmal mit dem Herz auf der Zunge - aber immer für klare Kante. Angefangen von der DJK SpVgg Herten 07 über die Borussia in Dortmund als Spieler bis hin zu seiner Zeit als Manager des FC Schalke 04 hat er als Macher ein Image geschaffen.

Darüber hinaus gibt es aber auch den anderen Rudi Assauer. Den, den es immer wieder zurück in seine Heimatstadt gezogen hat. Der, welcher mit seiner Erkrankung offensiv umgegangen ist und damit ein Zeichen gesetzt hat. Dessen Stiftung in dem Sinne arbeitet, das Thema Alzheimer-Demenz in der Öffentlichkeit zu enttabuisieren und für ein gesellschaftliches Miteinander zu werben, ganz im Sinne der Inklusion. Dies alles, dieses Lebenswerk ist es, womit sich Rudi Assauer um unsere Stadt verdient gemacht hat, denn es strahlt auf unsere Stadt zurück.

Als mein Entschluss gefallen war, Rudi Assauer zu nominieren, habe ich vorab eine Email an alle Fraktionen und Einzelratsmitglieder geschickt, da ich alle Ratsmitglieder gleichzeitig informieren wollte. Meine Absicht bestand darin, im Anschluss an die ohnehin für den folgenden Montag terminierte Sitzung mit den Vertretern der Fraktionen dann in aller Ruhe über meinen Vorschlag zu diskutieren und erst später die Presse zu informieren. Leider musste ich jedoch feststellen, das nicht jedem klar zu sein scheint, welchen Vertraulichkeitscharakter eine solche Information hat.

Auch dazu hat Rudi Aussauer eine Lebensweisheit beigesteuert - die ich gerne an dieser Stelle treffend zitieren möchte - "Erst wenn der Schnee schmilzt, siehst du wo die Kacke liegt".

Das gerade in einem Teil der lokalen Presse dabei ein Ton angeschlagen wurde der suggerierte, die Hertener Ratsparteien würden meinen Vorschlag blockieren, hat mich selbst sehr gewundert, denn so ist es schlichtweg nicht. Zum Zeitpunkt der ungeplanten Veröffentlichung hatte das notwendige persönliche Gespräch mit den Fraktionen ja noch gar nicht stattgefunden. Ja, ich habe einen Vorstoß unternommen. Von einem „Alleingang“ zu sprechen, halte ich aber für übertrieben. Schließlich kann jede Bürgerin, jeder Bürger einen solchen Vorschlag jederzeit einbringen und auch, wenn so ein Vorschlag von einer Ratsfraktion käme, gäbe es dort eine Person, die zuerst die Idee hatte, die die Idee zuerst in die Diskussion gebracht hat.

Letztlich ist die Angelegenheit nicht so verlaufen, wie ich es beabsichtigt hatte. Das bedaure ich, habe daraus aber auch für mich persönlich eine Lehre gezogen. Das ändert jedoch nichts daran, dass ich der Überzeugung bin, Rudi Assauer solle Ehrenbürger der Stadt Herten werden. Aus diesem Grund werde ich die dazugehörige Beschlussvorlage auch in die kommende Ratssitzung einbringen und freue mich über jede Unterstützung für diesen Antrag.

"Ich will mich nicht vergessen". Lassen sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Rudi Aussauer auch stellvertretend für viele Menschen nicht vergessen wird.

Mit besten Grüßen und einem herzlichen Glück auf,
Ihr Bürgermeister Fred Toplak
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