Alte Schätzchen an neuem Ort: Heinrich-Wimmer-Karnevalsmuseum ist umgezogen

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Band durchgeschnitten, Museum offiziell eröffnet: Auf unserem Foto freuen sich Prof. Dr. Ralf Bommermann vom Museumsverein, Bürgermeisterin Birgit Alkenings und Michael Ruppert, stellvertretender Landrat. (Foto: Michael de Clerque)
Hilden: Karnevalsmuseum |

Grabenstraße 1-5 in Hilden: So lautet die neue Adresse des Karnevalsmuseums. Zehntausende Exponate präsentieren sich hier in den neuen Räumlichkeiten.

"2015 war es für uns sehr unsicher, wie es weitergeht", erinnert sich Prof. Dr. Ralf Bommermann, Vorsitzender des Vereins Rheinisches Karnevalsmuseum, Träger des Heinrich-Wimmer-Karnevalsmuseum. Der Keller der alten Bleibe sei schimmelig gewesen, und als Gönner und Ehrenmitglied Heinz Roßkothen starb, war die Unsicherheit groß. "Durch einen glücklichen Zufall bekamen wir das Angebot, in das Anwesen der Familie Mey auf der Grabenstraße zu ziehen. Jetzt sind wir hier - ein Quantensprung."

160 Quadratmeter Ausstellungsfläche

An der Grabenstraße 1-5 stehen dem Museum nun 160 Quadratmeter Ausstellungsfläche und rund 60 Quadratmeter Lagerfläche zur Verfügung. Hell und freundlich sind die Räumlichkeiten, das Museum ist barrierefrei zu erreichen. Die NRW-Stiftung ermöglichte ein behindertengerechtes WC und der Landschaftsverband Rheinland half bei der Archivausrüstung.

Auch die Ausstellung selbst ist neu konzipiert: Vom Karneval vor dem Zweiten Weltkrieg über die ersten Versuche danach, das Fröhlichsein wieder zu lernen bis hin zum närrischen Treiben rund um den Globus reichen die Themenbereiche.
Immer wieder begegnen dem Besucher ausgefallene Orden. Zum Beispiel nahe am Eingang: Hier finden sich bewegliche Orden, die - vorsichtig - auch angefasst werden dürfen. Und so beginnt eine Drehorgel zu spielen, wird ein Tor geschossen oder verwandelt sich eine junge Frau in eine alte Dame.

Am anderen Ende der Räume leuchten Orden per Knopfdruck auf. Weiter werden Büttenreden-Manuskripte, Ornate, Schallplatten und Künstlerverträge gezeigt. "Wir sammeln alles, wir haben auch alles", sagt Bommermann. Bei so viel Material sei die Entscheidung, was nun wirklich gezeigt wird, alles andere als leicht gefallen. Aus Waschkörben voller Orden hat das Team auswählen müssen - und sich immer wieder zum "Mut zur Lücke" entschieden.

Wechselausstellungen zu Jubiläen

Zudem gilt im neuen Zuhause das Prinzip der Wechselausstellung: Im mittleren Gang liegt der Schwerpunkt auf den Vereinen mit Jubiläum - derzeit liegt hier der Augenmerk auf der KG Rot-Weiss.

Wer mit ein bisschen Zeit durch die Gänge schlendert, erhält auch einen Eindruck davon, wie sich das närrische Treiben über all die Jahrzehnte verändert hat. "Mit dem Siegeszug des Fernsehens vor rund 60 Jahren hatten lokale Eigengewächse auf der Bühne plötzlich einen schweren Stand", erzählt Bommermann. Plötzlich galten die Profis im TV als Maßstab. "Karneval ist seitdem weniger handgemacht." Gleichzeitig seien die Ornate und Orden immer glitzernder und prunkvoller geworden. "Prinz oder Prinzessin sein ist heute aufwändiger."

Sein Lieblingsstück ist das "Närrische Mikrophon", eine alte Spülbürste, die 1999 in Bippen im Landkreis Osnabrück mit goldener Farbe veredelt wurde. "Kreativ mit bescheidenen Mitteln - klasse!"

Übrigens: Der Förderverein des Museums sucht Förderer und neue Mitglieder. Wer das Museum unterstützen möchte, erhält weitere Infos im Internet sowie per Mail unter vorsitzender@rheinisches-karnevalsmuseum.de .

Öffnungszeiten
Das Karnevalsmuseum, Grabenstraße 1-5, hat samstags von 12 bis 14 Uhr geöffnet - sowie nach Absprache. Unter vorsitzender@rheinisches-karnevalsmuseum.de können zudem Termine für Führungen vereinbart werden.
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