Hildener Jazztage starten morgen

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Der Auftritt des berühmten Ausnahmemusikers Manu Katché im Rahmen der „International Jazznight“ stellt ein Highlight des Festivals dar. (Foto: STEPH/VISUAL Press Agency)
 
Kinga Glyk ist mit ihren 19 Jahren die derzeit größte Jazz-Sensation auf allen sozialen Netzwerken in Europa. (Foto: Privat)
 
Die Talking Horns erzählen mit ihren Blasinstrumenten Geschichten. (Foto: Michael Wiegmann)

„Regentropfen auf Rosen, knuspriger Apfelstrudel und beigefarbene Ponys“ – in dem berühmten Song “My Favorite Things” geht es um Erinnerungen, die uns wieder mit dem Leben versöhnen, wenn wir traurig sind. Zu den “Lieblingsdingen” zahlreicher Musikfans zählt zweifellos ein Festival, das seit mehr als zwei Jahrzehnten mit Künstlern auf Top-Niveau begeistert:Die Hildener Jazztage, deren 22. Auflage in diesem Jahr von Dienstag, 13. Juni, Sonntag, 18. Juni, stattfindet.

“Wir haben diesen Titel aus dem Great American Songbook als Thema gewählt, weil sein Dreivierteltakt für Leichtigkeit und Lebensfreude steht“, erklärt Peter Baumgärtner, leidenschaftlicher Schlagzeuger und künstlerischer Leiter des Festivals. Er fährt fort: „Der Text lässt uns von einer Welt träumen, die friedlich und voller Verständnis für andere Kulturen ist, in der sich Menschen begegnen, sich gegenseitig inspirieren und gemeinsam feiern - wie jedes Jahr im Frühling bei den Hildener Jazztagen.

Das Erfolgsrezept der Veranstalter, hochtalentierte Newcomer, routinierte Meister ihres Fachs und internationale Stars auf die Bühne zu bitten, verspricht erneut Musikgenuss pur. Ein Highlight in diesem Jahr: Der Auftritt des berühmten Ausnahmemusikers Manu Katché im Rahmen der „International Jazznight“.

Dienstag, 13. Juni:
Eröffnet werden die 22. Hildener Jazztage um 20 Uhr im Kunstraum Gewerbepark-Süd an der Hofstraße 64 mit einem Sonderkonzert von „The New Richie Beirach Trio. Als Komponist zahlreicher Titel, die mittlerweile zu Standards geworden sind, und als Tastenvirtuose hat sich Richie Beirach in der internationalen Jazzszene einen Namen gemacht.

Mittwoch, 14. Juni:
Von 19.15 Uhr bis 19.55 Uhr präsentieren die Teilnehmer des Jazzworkshops der Musikschule Hilden ihr musikalisches Können gemeinsam mit ihren Dozenten im Heinrich Strangmeier Saal an der Gerresheimer Straße 20.

Ab 20 Uhr heißt es dann: „The Art of the Duo“. Matthias Nadolny am Tenorsaxofon und der Pianist Bob Degen improvisieren gemeinsam und stellen damit die Musik ihrer Duo-CD „You're My Everything“ vor. Diese CD war ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern ein Geschenk zum 60. Geburtstag von Matthias Nadolnys Ehefrau Christelmari.

Ein außergewöhnlicher musikalischer Dialog zwischen dem Marimba- und Vibraphonisten Stefan Bauer und dem Flötisten Michael Heupel erwartet die Zuhörer gegen 21.30 Uhr. Bauers perkussives Spiel und seine Kompositionen, Heupels phänomenales Können und sein Arsenal an unterschiedlichen Flöten, sowie beider Kommunikations- und Spielfreude übertragen sich im Handumdrehen auf das Publikum.

Donnerstag, 15. Juni:
Bei „Jazz im Park“, an der Horster Allee 12 im „Wohnstift Haus Horst“ erwartet die Besucher mitreißende Musik unter freiem Himmel. Los geht es um 15 Uhr mit der Formation re:call – drei versierte Jazz-Sängerinnen und ein Gitarrist, die sich auf eine Expedition ins Reich ihrer Lieblingssongs begeben.

Gegen 16.30 Uhr betreten dann „Billmen“ mit Klaus Osterloh die Open-Air Bühne. Die Musiker um den Pianisten, Sänger und Bandleader Manfred Billmann – allesamt „Jazz-Haudegen“ mit reichem Erfahrungsschatz – haben sich 2010 zusammengefunden, um West Coast Jazz zu zelebrieren.

„The show must blow on” ist der Titel des Programms um 18.45 Uhr in der Reformationskirche am Alten Markt. Dort erzählen die Talking Horns mit ihren Blasinstrumenten höchst unterhaltsam Geschichten aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft.

In der Gottschalksmühle, Mühle 64, fasziniert der Sänger Max Peters das Publikum um 20.30 Uhr mit einer vielfältig nuancierten Baritonstimme und seinem Gefühl für den Groove, mit dem seine Band ihn mal breitbeinig durch klackernde, stolprige Hip-Hop-Beats führt oder ihm auch mal leise und zurückhaltend zu subtilen Tönen folgt.

Freitag, 16. Juni:
"Ich bin unfassbar glücklich mit dieser Band eine Besetzung gefunden zu haben, die sowohl menschlich als auch musikalisch perfekt zueinander passt. Wir haben dieselben Vorstellungen von guter Musik", sagt Pascal Bartoszak, Saxofonist, Komponist und Bandleader des Pascal Bartoszak Quartetts. Die vier Musiker widmen sich ab 19.30 Uhr im QQTec an der Forststraße 73 der swingenden Jazztradition und bringen diese mit den Einflüssen heutiger Jazzströmungen auf die Bühne.

Nach dieser Zeitreise in die goldene Swing-Ära verbindet die Formation Metromara um die Sängerin Mara Minjoli gegen 21 Uhr gekonnt zeitgenössischen Jazz mit Soul. Grooves zwischen nonchalanten Kopfnicker-Beats und jazziger Verspieltheit, smoothe Basslines und verquere Klanggeschichten gehören dabei ebenso zu ihrem Sound wie spannende Melodien. Charakteristisch ist die perfekte Harmonie zwischen Stimme und Posaune.

Erfrischend neue Musik voller rhythmischer Kraft und melodischem Einfallsreichtum – um 22.30 Uhr gibt sich das neue Quartett um den Jazzgitarristen Axel Fischbacher im Blue Note an der Klotzstraße 22 die Ehre. „Wir vier haben viel Spaß auf und abseits der Bühne und ich hoffe, dass das auch entsprechend rüberkommt“, betont der in Österreich lebende deutsche Saxofonist Heinrich von Kalnein, der sich mit Fischbacher, dem amerikanischen Bassisten Charles Sammons und dem Kölner Schlagzeugvirtuosen Ralf Gessler zur Kalnein – Fischbacher Group zusammengefunden hat.

Samstag, 17. Juni:
Jung, hübsch, hochtalentiert – Kinga Glyk ist mit ihren 19 Jahren nicht nur die einzige Frontfrau und Bassistin einer Jazzband in ihrer Heimat Polen, sondern die derzeit größte Jazz-Sensation auf allen sozialen Netzwerken in Europa. Im Juni 2016 erreichte sie auf der Facebook-Seite „Bass Players United“ für ihr Video „Tears In Heaven“ mehr als 20 Millionen Klicks; das heute-journal im ZDF widmete ihr erst kürzlich einen Beitrag. Jetzt ist es den Veranstaltern der Hildener Jazztage gelungen, diese Ausnahmemusikerin für das Eröffnungskonzert der International Jazznight um 19.30 Uhr in der Stadthalle Hilden am Fritz-Gressard-Platz 1 zu gewinnen.

Ein Weltstar und einer der gefragtesten Schlagzeuger unserer Tage gibt sich gegen 21.15 Uhr die Ehre: Manu Katché mit seinem brandneuen, elektrischen Power-Trio. Der Sohn französisch-ivorischer Eltern beschrieb sich selbst in einem französischen Magazin als „coloriste“ - Farbkünstler. Musikerkollegen und Produzenten weltweit schätzen seinen einzigartigen Spielstil, diese prägnante Mischung aus Eleganz und Kraft. Er war ständiges Mitglied der Band um Peter Gabriel und hat mit der crème de la crème internationaler Superstars wie Sting, Dire Straits, Simple Minds, Tears for Fears, Tracy Chapman oder Gloria Estefan, um nur einige zu nennen, zusammengearbeitet.

Zum Abschluss des Abends um etwa 23 Uhr setzt das Athener Trio Datfunk gemeinsam mit dem Düsseldorfer Saxofonisten und Flötisten Reiner Witzel ein groovendes Ausrufezeichen! Funkiger Souljazz erster Güte mit eingängigen Melodien, eleganten Solos und Moog-Vibratos, die Gänsehaut erzeugen, kennzeichnen den Stil dieser griechisch-deutschen Band.

Sonntag, 18. Juni:
Bob Dylan und der Italowestern „Spiel mir das Lied vom Tod“ haben sie berühmt gemacht: Die Mundharmonika. Welche Klangfülle mit diesem Instrument erzeugt werden kann, belegt eindrucksvoll der Auftritt von Konstantin Reinfeld und seiner Band Mr. Quilento um 14 Uhr Im Park der Capio Klinik an der Hagelkreuzstraße 37. Reinfelds chromatisches Spiel auf den diatonischen Hohner-Mundharmonikas klingt technisch und emotional gereift – große Kunst, denn das Transponieren von Musik in andere Tonarten auf diesen Instrumenten bedarf einer besonderen Technik.

Heißer Latin-Jazz ist dann gegen 15.30 Uhr angesagt: Das international besetzte Quintett Eh ´Neeky! verblüfft mit der souveränen Kombination aus energetischen Latin-Rhythmen und anspruchsvollen Jazz-Harmonien. Im Frühsommer 2016 stellte die Band ihr Debüt-Album vor, das fast ausschließlich aus Eigenkompositionen besteht. Vier der fünf Band-Mietglieder hatten kurz zuvor Köln zur neuen Wahlheimat gemacht und ihre musikalische Inspiration aus New York, Berlin und Rotterdam mitgebracht.

Neun Spitzen-Musiker aus Köln, Berlin und Lima präsentiert der Kontrabassist Joscha Oetz ab 17 Uhr mit seinem aktuellem Projekt Urbanic Cycles. Der kraftvolle, rhythmusbetonte Klang und die Besetzung seiner Band Perfektomat, welche er seit seiner Rückkehr nach Köln aus dem selbstgewählten, 11 jährigen Exil in Kalifornien und Peru erfolgreich führt, ist hierbei die Basis. Diese Klangsprache erweitert Joscha Oetz nun zum ersten Mal um die orchestralen Möglichkeiten eines mittelgroßen Large Ensemble. Dabei entsteht ein Sound, bei dem peruanische Rhythmen und Jazz auf Elemente von Minimal Music treffen.

Zum Ausklang der 22. Hildener Jazztage begegnen sich um 18.30 Uhr die Sängerin Inga Lühning und der Bassist und Komponist André Nendza im Wilhelm-Fabry-Museum an der Benrather Straße 32a. Die beiden Klangkünstler bringen ihre eigenen Songs mit, interpretieren aber auch bekannte andere Werke auf ihre ganz eigene Art. Wenn sie Jazz spielen, geraten sie auch gerne mal auf improvisatorische Abwege.
Die erfolgreiche Private Public Partnership der Stadt Hilden mit der Firma Sensitive Colours hat sich mehr als bewährt: Die zahlreichen Sponsorpartner, das Stadtmarketing und die Stiftung Sport und Kultur Hilden verstehen sich als Jazzfamily: In 22 Jahren ist in Hilden eine hochwertige Kulturveranstaltung entstanden.

Tickets gibt es online auf der Homepage der Hildener Jazztage.
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