Eine Familie geheiratet

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Elisabeth Heift (Foto: Michael de Clerque)
Hilden: Seniorenzentrum "Stadt Hilden" |

Am Dienstag, 8. März, ist Internationaler Frauentag. Elisabeth Heift, Bewohnerin des Seniorenzentrums „Stadt Hilden“, erinnert sich für den Wochen-Anzeiger an das Jahr 1970: Damals heiratete sie den Hildener Landmaschinen-Spezialisten Franz Heift – der fünf Kinder mitbrachte.

Das Nesthäkchen der Familie, Christian, war damals acht Jahre alt, aber auch die anderen, Hans-Peter (16), Monika (17), Hildegard (19) und Marianne (21), wohnten noch zu Hause.

„Ich bereue meine Entscheidung nicht“, sagt Elisabeth Heift, geboren 1929. Auch wenn es sicher nicht immer einfach war: „Ich musste meinen Beruf aufgeben, das war das Schwerste.“

Statt als OP-Schwester den Ärzten zu assistieren oder eine Station im Krankenhaus zu leiten, kümmerte sie sich um die Kinder ihres Mannes, führte den Haushalt der siebenköpfigen Familie, half in der Firma mit und pflegte später ihren Schwiegervater – „ein ganz lieber Mensch, wie mein Mann“.

Kennengelernt hatte sie ihren Mann in einem Tanzcafé in Solingen. Zufällig. „Zusammen mit Kolleginnen wollten wir samstags etwas unternehmen.“ Und auch ihr späterer Mann suchte sich den Abend aus, „um mal rauszukommen.“ Rund ein Jahr später gaben sich die beiden das Ja-Wort. Der jüngste Sohn erzählte in der Schule: „Wir haben geheiratet!“

„Es gab immer etwas zu tun“, erzählt Heift. Als ihr Mann auf dem Nachbargrundstück ein Mehrfamilienhaus bauen ließ, packte sie mit an. Hinzu kam der Alltag: Im Keller lagerten je ein Sack Mehl und Zucker sowie ein Eimer Rübenkraut. Kartoffeln wurden eingekellert, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten eingemacht oder eingefroren. Groß geworden war Heift auf dem Land – dies kam ihr bei der täglichen Gartenarbeit zugute. Ebenfalls profitierte sie von ihrer absolvierten Hauswirtschaftslehre.

Den Großeinkauf erledigte die Familie mit dem Auto, kleinere Besorgungen machte Elisabeth Heift mit dem Rad. „Ich habe so viele Unfallopfer im Krankenhaus gesehen, ich möchte keinen Führerschein“, sagte sie ihren Kindern.

Die fünf Kinder übernahmen Aufgaben im Haushalt, etwa den Abwasch. „Sie waren selbstständig erzogen.“

Bei der Geburt des Jüngsten war die leibliche Mutter gestorben. Über viele Jahre half ihre Tante mit.

In ihrer Freizeit engagierte sich Heift in der katholischen Frauengemeinschaft, beim Pfarrkarneval hielt sie Bütten-Reden. Mehrere Jahrzehnte kegelte sie in einer festen Gruppe im ehemaligen Reichshof. „Mit der Hochzeit bin ich nach Hilden gekommen. Es ist mir immer leicht gefallen, Anschluss zu finden.“

Was ihr Rezept für eine erfolgreiche Patchwork-Familie ist? „Man braucht guten Willen“, sagt Heift. Nach einer kurzen Pause ergänzt sie: „Man muss sich auch mal zurücknehmen können.“ Toleranz, den anderen akzeptieren – diese Einstellung habe in der großen Familie auf Gegenseitigkeit beruht.
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Matthäus Felder aus Düsseldorf | 04.03.2016 | 11:27  
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