Hildener Tierheim: Langohren suchen ein neues Zuhause

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Kleintierpflegerin Svenja Switala kümmert sich unter anderem um Joschi (l.) und Snickers (r.). Die beiden Zwergwidder sind sieben Wochen alt. (Foto: Michael de Clerque)
 
Dörthe Vorhof mit Rocky - nicht aus der Sicherstellung. (Foto: Michael de Clerque)
Hilden: Tierheim Hilden e.V. |

Mehr als 100 Kaninchen wurden Ende der ersten Juli-Woche in die Obhut des Hildener Tierheims übergeben. Hintergrund ist eine sogenannte behördliche Sicherstellung der Tiere. Weil viele der weiblichen Langohren trächtig sind, wird sich die Zahl der Tiere in den kommenden Wochen Schätzungen zufolge verdoppeln.

"Wir brauchen DRINGEND Hilfe!" - diesen Hilferuf versandte das Tierheim-Team am 7. Juli via Facebook. Einstreu, Heu, frisches Obst, frisches Gemüse - die Wunschliste der Neuankömmlinge ist lang.

Viele Spenden

Kurze Zeit später trafen die ersten Spenden ein. "Vielen Dank für die hohe Spendenbereitschaft, wir sind überwältigt", teilte das Tierheim wenig später mit.

Viele der Kaninchen mussten ärztlich versorgt und geschoren werden. Alle Tiere wurden untersucht, viele Krallen gekürzt werden.

Anfang der Woche konnten die ersten Kaninchen umziehen: Zehn Langohren übernahm das Tierheim Neuss Bettikum, weitere 39 Kaninchen das Albert-Schweitzer-Tierheim in Bonn. Vorgestern zogen weitere 30 Kaninchen in das Siegener Tierheim. "Das Impfen und Kastrieren übernehmen größtenteils auch die anderen Tierheime - dafür sind wir sehr dankbar", sagt Saskia Bautz, stellvertretende Tierheimleiterin.

Erste Kaninchenbabys geboren

Inzwischen ist der erste Kaninchennachwuchs da. 21 kleine Kaninchen kamen im Hildener Tierheim zur Welt, weitere zwei Kaninchenweibchen sind trächtig. Insgesamt sind derzeit 69 Kaninchen aus der Sicherstellung in der Obhut des Tierheims.

Der Versorgungsaufwand ist enorm: Mehrere Wannen Frischfutter, das zuvor noch kleingeschnitten werden muss, verdrücken die Langohren. Hinzu kommt Heu, das die Hauptnahrungsquelle ist, und Trockenfutter, weil die Kaninchen sehr dünn sind.
Svenja Switala, Kleintierpflegerin, ist federführend für die Langohren zuständig. Hilfe bekommt sie vom Team, von Tanja Dillenberger, die sich ehrenamtlich engagiert, und von weiteren Ehrenamtlichen.

Bedingungen für Vermittlung

Die Kaninchen können inzwischen vermittelt werden. "Ideal ist ein Harem - also ein Böckchen und zwei weibliche Kaninchen", erklärt Saskia Bautz. Kaninchen brauchen Platz: "Mindestens zwei Quadratmeter pro Tier, hinzu kommt der gesicherte Freilauf." Wenn die Tiere draußen gehalten werden, müssen sie vor Mardern oder Füchsen geschützt werden - außerdem muss sichergestellt sein, dass sich die Tiere nicht ausbuddeln können. Wer Kaninchen aufnehmen möchte, den lädt Svenja Switala vorab zu einem Gespräch ein. "Wir möchten sichergehen, dass die Kaninchen gut unterkommen - das gilt natürlich auch für alle anderen Tiere, die wir vermitteln", sagt Saskia Bautz.

Katzen aus Sicherstellung

Vor Kurzem bekam das Tierheim-Team weitere Tiere aus einer Sicherstellung: 28 Katzen sind hinzugekommen. Noch können sie nicht vermittelt werden, die Entscheidung der zuständigen Behörden steht noch aus.

Hilfe für Katzen und Kaninchen:
- Für die Katzen benötigt das Tierheim dringend Nassfutter. Es kann Im Hock 7 während der Öffnungszeiten abgegeben werden: montags, dienstags, mittwochs und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 14 bis 17 Uhr.
- Die Kaninchen benötigen finanzielle Unterstützung: Vor der Vermittlung müssen sie geimpft und kastriert werden. Zudem hat das Tierheim einen Container für den Kaninchendreck bestellen müssen.
- Spendenkonto:
Institut: Sparkasse HRV
IBAN: DE48 3345 0000 0034 3070 66
BIC: WELADED1VEL
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