Missbrauch: Ein Jahr auf Bewährung

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Im Januar hatte ein 36-jähriger Mann im Hildener Stadtpark ein Mädchen festgehalten und unsittlich berührt. Das Kind wehrte sich, lief nach Hause und erzählte von der Tat. Gegenüber der Polizei konnte der Mann und sein Fahrrad gut beschrieben werden. Wenig später wurde der Tatverdächtige von der Polizei in einer städtischen Flüchtlingsunterkunft angetroffen.

Rund zehn Wochen verbrachte der Mann in Untersuchungshaft, nun wurde er vom Amtsgericht Düsseldorf zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Verurteilt wurde der Mann wegen sexuellen Missbrauchs in Tateinheit mit Nötigung, weil das Mädchen festgehalten wurde, sagt Elena Frick, Pressesprecherin am Amtsgericht. Weil der Täter nicht vorbestraft gewesen sei, wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

Der 36-jährige Iraker sei über die Türkei nach Deutschland gekommen, seine Familie befinde sich in der Türkei. Dem Gericht gegenüber habe der Mann erklärt, dass er zurück zu seiner Familie wolle.

Die Stadt Hilden setzt sich für die Ausweisung des 36-Jährigen ein und hat die Ausländerbehörde des Kreises Mettmann gebeten, ein Ausweisungsverfahren zu prüfen und sich für eine schnelle Beendigung des Asylverfahrens einzusetzen - für letzteres Verfahren ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig. „Wir erwarten, dass die Prüfung schnell abgeschlossen wird“, sagt Sozialdezernent Reinhard Gatzke.

Bislang habe der Verurteilte noch keinen Asylantrag gestellt, sagt Anne Grassberger vom Kreis Mettmann. Grundsätzlich seien Ausweisungen bei anerkannten Asylbewerbern möglich, ebenso bei „unanfechtbaren Asylverfahren“. Weil der Mann aber über eine sogenannte „BüMA“, eine Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender, verfüge, werde er bei der Prüfung wie ein offizieller Asylbewerber behandelt.

Rund 700 Geflüchtete sind derzeit in Hilden untergebracht. „Dank des unermüdlichen Einsatzes von städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie von über 200 Ehrenamtlichen hat die Unterbringung der geflüchteten Menschen in Hilden bisher sehr gut funktioniert“, erklärt Reinhard Gatzke. „Diese Arbeit darf nicht wegen des Verbrechens eines einzelnen in Gefahr geraten.“
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