Pegida

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Ein neues Gespenst geht in Deutschland um, dass sich „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ nennt, kurz: „Pegida“.

Glaubt man den Aussagen zahlreicher Politiker, ist dieses Gespenst eine Schande für Deutschland. Für mich ist das eher ein Beweis dafür, dass die Ängste und Nöte der Bevölkerung, seien sie nun begründet oder nicht, von den Politikern nicht ernstgenommen werden und die völlig unfähig sind, der Bevölkerung diese Ängste zu nehmen. Die Pegida als neue Gefahr für die Gesellschaft anzusehen, ist meiner Meinung nach eher hysterisch und entspricht nicht der Realität.

Scheinbar ist für die Politik jede neue Bewegung ebenso wie jede neue Partei eine Gefahr – siehe AfD. Wobei es auch bezeichnend ist, dass jetzt wieder Ausdrücke wie „Neo-Nazis“ gebraucht werden.

Haben die Politiker sich eigentlich schon mal die Mühe gemacht, herauszufinden, was hinter der Pegida-Bewegung steckt und wie es zur Entstehung dieser Bewegung kommen konnte? Wahrscheinlich nicht, ich aber.

Zunächst einmal sollte vielleicht geklärt werden, was die Anhänger der Pegida wollen. Sie fordern eine strengere Asylpolitik und sind gegen die Aufnahme von Wirtschaftsflüchtlingen, also denjenigen, die (angeblich) nur nach Deutschland kommen, um hier Sozialleistungen zu kassieren. Außerdem sind sie gegen muslimische Extremisten und Glaubenskriege auf deutschem Boden. Für sie ist es auch nicht hinnehmbar, dass zum Beispiel Weihnachtsmärkte aus Rücksicht auf die Gefühle von Nichtchristen in Wintermärkte umbenannt wurden.

Nun, Glaubenskriege auf deutschem Boden sehe ich nicht. Aber was ist dagegen einzuwenden, wenn man sich gegen muslimische Extremisten ausspricht oder dagegen ist, dass Weihnachtsmärkte oder anderer christliche Begriffe umbenannt werden? Darf man das in Deutschland nicht mehr sagen, ohne an den rechten Rand gedrängt zu werden? Ist die Pegida wegen dieser meines Erachtens größtenteils berechtigten Forderungen rechtsradikal? Oder diejenigen, die sich dieser Bewegung anschließen? Ich sehe das nicht so, und dass sich unter den Protestierenden mittlerweile Hooligans, tatsächliche Neonazis und bekennende Islamfeinde gemischt haben, ist leider eine Entwicklung, die man nicht vermeiden kann. Es gibt unter Fußballfans auch Hooligans, denen der Sinn nach anderem als der Fußball steht. Verteufelt man deshalb generell alle Fußballfans?

Die Mehrheit der Anhänger von Pegida, so sehe ich das, sind ganz normale Bürger, die ihren Ängsten Ausdruck verleihen wollen.

Der Pegida wird unter anderem vorgeworfen, sie nutze Ängste in der Bevölkerung aus und stachele zu Ressentiments auf. Anstatt jetzt den Demonstrierenden einen Vorwurf zu machen, stände es der Politik besser an, sie würde die Ängste der Bevölkerung ernst nehmen – denn die kommen ja nicht von ungefähr.

Schauen wir uns doch mal die Fakten an: die Zahl der Asylbewerber steigt seit langem an, was ja der Grund für Pegida und ähnliche Bewegungen ist. Darauf haben aber sowohl der Bund als auch die Länder und Gemeinden viel zu spät reagiert. Die Folge ist, dass viele Kommunen mit der Bewältigung der Asylantenströme völlig überlastet sind und diese Menschen in Wohncontainern und Zelten unterbringen müssen, was zu teilweise unmenschlichen Bedingungen führt.

Dadurch ergibt sich doch zwangsweise, dass die Bürger den Eindruck haben, dass Deutschland mit diesem Problem überhaupt nicht fertig wird. Ob das nun stimmt oder nicht, die Bürger haben eben dieses Gefühl, und das ist meiner Meinung nach das Entscheidende. Darauf eingegangen wurde und wird aber seitens der Politik nicht. Im Gegenteil, von Politikern stammen ja Begriffe wie „Asylmissbrauch“ und „Armutszuwanderung“.

Natürlich, realistisch betrachtet, sind die Ängste der Bevölkerung in dieser Hinsicht unbegründet. Tatsächlich liegt der Bevölkerungsanteil der Muslime in Deutschland bei nur etwa fünf Prozent, von Überfremdung kann da sicher keine Rede sein. Und ich gehe auch davon aus, dass zumindest, was die Flüchtlinge aus Krisengebieten betrifft, die wenigsten Menschen dagegen sind, dass denen geholfen wird. Falsch ist es deshalb nicht, seinen Ängsten durch Teilnahme an Demonstrationen Ausdruck zu verleihen, sondern falsch ist es, wenn man von Politikern deshalb als Volksverhetzer und Nazi gebrandmarkt wird.
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1 Kommentar
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 19.12.2014 | 19:17  
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