Prinz kümmert sich um die Krippe

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Vorsichtig... geschafft: Maria findet mit der Hilfe von Joel Benedikt Puschinski ihren Platz auf dem Esel. (Foto: Michael de Clerque)
 
Kordel drum, jetzt fehlt nur noch der Umhang – Josef wird eingekleidet. (Foto: Michael de Clerque)

Prinz Hildanus Joel Benedikt I. regiert die Hildener Jecken. Doch nach dem närrischen Auftakt im November ist jetzt Weihnachtspause. Bis es im Januar wieder los geht, hat der Prinz Zeit für andere Aufgaben – und kümmert sich zum Beispiel um die großen Krippen in St. Marien und St. Konrad.

„Maria wird am schwierigsten“, befürchtet Joel Benedikt Puschinski. Er steht an dem großen Aufbau in St. Konrad, auf dem die Krippe erhöht ihren Platz findet. Die heilige Mutter soll nämlich hochschwanger auf dem Esel aufsitzen – bis zur Niederkunft war es bei unserem Treffen noch etwas hin.

Puschinski knickt die Beine von Maria zurecht und hebt sie auf die Eselfigur. Noch etwas ausjustiert und Glück gehabt: Es hält. Jetzt nur noch das Gewand für den Schwangerenbauch zurechtzupfen, fertig.

Maria ist ebenso wie Josef eine bewegliche Figur. „Mit ihnen kann man die Verkündigung und die Herbergssuche besser darstellen als mit den starren Figuren.“ In der Adventszeit wandern die Figuren durch das Kirchenschiff nach vorne, der Weihnachtsbaum an der Krippe wird ergänzt und nach dem vierten Advent werden die Figuren getauscht. Dann kommen die alten Figuren von St. Konrad zum Einsatz.

Puschinski arbeitet gerne mit den Figuren: „Hier kann man selbst ein bisschen kreativ sein. Sonst gibt es für Küster viele Vorgaben, die Liturgie bestimmt, was wann und wie zu tun ist.“

Bevor er sich für den Beruf des Kirchendieners entschied, machte er Ausbildungen zum Koch und zum Pferdewirt. Jahre später entdeckte er seine Begeisterung für die katholische Kirche wieder, als er im Altenberger Domladen jobbte. „Mich hat es schon als Kind geärgert, dass ich als Protestant kein Messdiener sein konnte“, erinnert sich Puschinski. Spätestens seine Arbeit als Volunteer beim Weltjugendtag 2005 in Köln prägte ihn so, dass er sich für den Wechsel der Religion entschied.

Er betreut St. Konrad und St. Marien


In Altenberg wurde er in die Kirche aufgenommen, nahm an der Firmung teil und wechselte mit Pfarrer Ulrich Hennes 2006 in die Itterstadt. Hier machte er berufsbegleitend seine Ausbildung zum Küster. Seit 2009 betreut er die Kirche St. Konrad und seit 2013 auch St. Marien.

In St. Marien gibt es ganz neue, ebenfalls bewegliche Krippenfiguren. Die Gemeinde hat für die zehn großen Figuren gespendet, ehrenamtlich wurde die Bekleidung genäht. „Sie sind viel schöner als gekaufte Anziehsachen“, freut sich Puschinski. Auch bei der Arbeit mit den Krippen bekommt er ehrenamtliche Unterstützung aus der Gemeinde. Neu sind in St. Marien zudem Stall und Turm der Krippe, die Puschinski gefertigt hat. „Wichtig war, dass der orientalische Charakter erhalten bleibt. Nachdem ich die Idee hatte, habe ich einfach ausprobiert, wie man sie umsetzen könnte.“

Anfang Januar setzt Puschinski die Narrenkappe wieder auf. Närrische Erfahrung hat er unter anderem in Köln bei den Blauen Funken gesammelt, 2014 tanzte er bei der Hildener Prinzengarde mit.

Den Karneval in der Itterstadt zieht er dem närrischen Treiben in Köln bei weitem vor: „Hier ist der Karneval bodenständig, richtig schön. In Köln dreht sich vieles um Kommerz – und hier kann man noch richtig Spaß haben.“
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2 Kommentare
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 26.12.2015 | 09:32  
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 26.12.2015 | 11:11  
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