Tipps für Schwangere: Angebote bei donum vitae

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Beratung, Tipps und Hilfe: Vorsitzende Dr. Christel Meyer, Brigitte Heyer, Dörthe Dylewski, Margret Herbertz (v.l.n.r.) und Tatjana Soliman (vorne) von donum vitae. (Foto: Michael de Clerque)
Hilden: donum vitae |

Schwangerschaftskonfliktberatung - das ist nur eines der Aufgabenfelder des Vereins donum vitae, dessen Arbeit staatlich anerkannt ist. Die Beratungsstelle in Hilden ist für den gesamten Kreis Mettmann zuständig und hilft Schwangeren und Müttern von Babys und Kleinkindern bei verschiedensten Fragen weiter.

Etwa jede zweite Frau, die das donum vitae-Team an der Gerresheimer besucht, kommt zur Schwangerschaftskonfliktberatung, zieht also eine Abtreibung des ungeborenen Kindes in Betracht.

Bei Fragen zu Elterngeld und Elternzeit

„Die zweite Gruppe besteht aus Schwangeren, die ihr Kind behalten möchten und sich bei uns beraten lassen“, sagt Margret Herbertz von donum vitae. „Hier geht es zum Beispiel um Fragen zu Elterngeld und Elternzeit sowie zu Änderungen der beruflichen Situation.“ Bei finanziellen Notsituationen kann Hilfe durch die Bundesstiftung Mutter und Kind beantragt werden. Was viele nicht wissen: Schwangere haben einen Rechtsanspruch auf die Beratung. Und auch nach der Geburt des Kindes bleibt donum vitae Ansprechpartner, teilweise werden Familien bis zum dritten Geburtstag des Nachwuchses begleitet.

Bis zu 500 Erstberatungen zählt das Team jährlich, 2015 waren es 476. Während die Zahl der Konfliktberatungen angestiegen sei, sinke bundesweit die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche kontinuierlich, so donum vitae. „Erfreulich ist auch, dass die Zahl der minderjährigen Schwangeren in unserer Beratungsstelle seit vielen Jahren relativ konstant bei durchschnittlich 15 Erstberatungen pro Jahr liegt“, heißt es im Jahresbericht 2014/15 weiter.

Neben der Geschäftsstelle in Hilden ist donum vitae an je einem Wochentag auch in Außenstellen in Ratingen, Velbert und Wülrath zu erreichen.

Projekt "Schwangerschaft und Flucht"

Ein weiteres Aufgabenfeld ist seit kurzem das bundesweit angelegte Projekt „Schwangerschaft und Flucht“, donum vitae in Hilden ist eine von 30 Beratungsstellen deutschlandweit. Seit September berät Tatjana Soliman Frauen, die ein Kind erwarten und ihre Familien, die als Flüchtlinge oder Asylsuchende im Kreis leben. Schon im vergangenen Jahr ist die Zahl der ratsuchenden Frauen mit Migrationshintergrund im Kreis um circa 35 Prozent gestiegen.

Soliman, Diplom-Sozialpädagogin, systemische Beraterin und Kinderschutzfachkraft, berichtet von ihren ersten Gesprächen: „Am Anfang geht es um ganz praktische Dinge. ‚Woher bekomme ich Babybekleidung?‘ oder ‚Muss ich mich für eine Hebamme entscheiden, auch wenn ich das aus meinem Heimatland so gar nicht kenne?‘ - es geht um pragmatische Dinge.“

Ein wenig Arabisch spricht sie, dies erleichtere den Einstieg in die Gespräche zusätzlich. „Es reicht aber nicht für eine Beratung auf Arabisch.“ Zur Unterstützung werden Dolmetscher hinzugezogen. In weiteren Gesprächen geht es Soliman darum, Vertrauen aufzubauen. „donum vitae will dabei keine Beratungs- und Dienstleistungen anderer Anbieter ersetzen. Sondern zu den zuständigen Ansprechpartnern vermitteln“, betont sie.

Ebenfalls zur Arbeit von donum vitae gehört die Unterstützung bei der vertraulichen Geburt. Schwangere teilen donum vitae einmal ihre persönlichen Daten mit und werden anschließend im Krankenhaus und bei den Ämtern unter einem Pseudonym geführt. Mit 16 Jahren kann das Kind dann beantragen, den echten Namen der Mutter zu erfahren. Seit Inkrafttreten dieser Regelung im Mai 2014 gab es bis Ende 2015 bundesweit 180 vertrauliche Geburten, eine davon im Kreis Mettmann.

Auch präventive sexualpädagogische Arbeit ist Teil des Angebots von donum vitae.
Immer wieder kommen zudem Frauen in die Beratung, denen das Geld für Verhütungsmittel fehlt. „Nicht selten entstehen so ungewollte Schwangerschaften“, so Herbertz. Frühere Möglichkeiten, den Frauen im Vorfeld aus Bundes- oder Landesmitteln zu helfen, bestünden nicht mehr. „Während andere Kreise deshalb sogenannte Verhütungsfonds eingerichtet haben, können wir den Frauen derzeit nicht helfen“, bedauert Herbertz. Schwangerschaftsabbrüche dagegen würden bei Frauen in finanziell schwierigen Lagen vom Land finanziert.

Die Arbeit von donum vitae wird zu 80 Prozent durch den Kreis Mettmann getragen, den Rest muss der Verein über Mitgliedsbeiträge und Spenden stemmen.
donum vitae, Gerresheimer Straße 106, ist telefonisch unter 02103/417745 zu erreichen. Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 8.30 bis 15 Uhr.
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