Vom Urlaubsort inspiriert

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Wolfgang Wagner mit seinem neuen Roman. Foto: Stephan Köhlen

Der Hildener Wolfgang Wagner hat seine Leidenschaft zur Schriftstellerei entdeckt. Im März dieses Jahres veröffentlichte der ehemalige Lehrer eines Düsseldorfer Gymnasiums seinen zweiten Roman. Der ist in einem kleinen Leipziger Verlag erschienen.

Wolfgang Wagner präsentiert mit „Ein Bunker voller Lügen „seinen zweiten Roman


Inspiriert von dem nordfranzösischen Urlaubsort Berck-sur-Mer entstand der neue Roman des Hildeners Wolfgang Wagner. Gemeinsam mit seiner Frau verbrachte der Ex-Lehrer vor zwei Jahren ein paar Wochen seiner Ferien in dem kleinen französischen Ort am Meer und sammelte viele verschiedene Eindrücke. Vor allem vom Strand, der mit den vielen Bunkern heute immer noch an den zweiten Weltkrieg erinnert.
Die Relikte aus vergangenen Tagen hatten es dem Hobbyschriftsteller angetan und so entstand nach und nach der Plan zu seinem neuen Roman – mit einem unwahrscheinlichen aber, laut Wolfgang Wagner, doch möglichen Szenario.

Sechs deutsche Touristen sind für eine Nacht in einem Bunker am Stand von Berck-sur-Mer gefangen, weil der Sand vor dem Ausgang ein Entkommen verhindert.
Sie können einander nicht sehen und erzählen sich ihre Lebensgeschichten, gespickt mit Lügen. In Rückblenden erfährt der Leser die Wahrheit. „Mich interessieren menschliche Beziehungen“, erklärt Wolfgang Wagner seine Idee, die unterschiedlichen Typen aufeinanderprallen und für eine Nacht in einem der Bunker verschwinden zu lassen.

Seit seiner Pensionierung hat der 69-jährige Hobbyschriftsteller ein wenig mehr Zeit seine Leidenschaft – das Schreiben – immer mehr für sich zu entdecken. „Viele Dinge haben ihre Zeit“, sagt der Ex-Lehrer eines Düsseldorfer Gymnasiums, der seine eigentlichen Schreibphasen meistens in den Wintermonaten hat.

In der Zeit, in der sein 122-seitiger Kurz-Roman entstand, blieb Wolfgang Wagner für knappe zwei Monate dann konsequent am Ball. Jeden Tag schrieb er ein bis zwei Seiten und gestaltete die Dialoge, von denen der Roman „Ein Bunker voller Lügen“ lebt. Nach sechs bis acht Wochen war dann Schluss damit: die Eindrücke verarbeitet, die Ideen umgesetzt und das Werk vollbracht. „Komponieren“, nennt Wolfgang Wagner das. Musikalisch gesehen ist ein Werk entstanden, in dem kurze von einander deutlich getrennte Noten gespielt werden. Stakkato – so auch die Dialoge, die im Wechsel mit den Rückblicken aus dem Leben der verschiedenen Charaktere erzählen. Neben den Dialogen und den ein wenig verwirrenden Rückblicken beschränkt sich der Autor in seinem Roman allerdings nur auf kurze Erzählphasen. „Ich bin kein Beschreiber“, erklärt Wolfgang Wagner den Grund dafür und fügt, zum Ende der Geschichte doch noch alle Fäden zusammen.

Wie vielen anderen Schriftstellern war auch Wolfgang Wagner das Ende seiner Geschichte schon klar, bevor er mit dem Schreiben des Romans begonnen hatte – nach seinem Urlaub. „Im Urlaub geht das gar nicht“, erzählt Wolfgang Wagner über die intensive Zeit, die er allein zur Inspiration nutzt, die lokalen Gegebenheiten auslotet und viele Eindrücke sammelt. Danach ist erst einmal „sacken lassen“ angesagt.

Denn: auch als Schriftsteller kann der Hildener gut damit leben, ein paar Tage mal nichts zu Papier zu bringen.
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