Für Flüchtlinge: Bundeswehr richtet Internet-Café ein

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Kontakt nach Hause, lernen oder surfen: In der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule gibt es nun ein Internet-Café. Über das neue Angebot, eingerichtet von Soldaten der Waldkaserne, freuen sich unter anderem Bürgermeisterin Birgit Alkenings und Sozialdezernent Reinhard Gatzke. (Foto: Stadt Hilden)
Hilden: Albert-Schweitzer-Schule |

Wer kann es besser verstehen, wie wichtig der Kontakt in die weit entfernte Heimat ist, als Bundeswehrsoldaten? 22 Lehrgangsteilnehmer der Waldkaserne, die derzeit eine zivile Ausbildung zum IT-Systemelektroniker erhalten, haben deshalb ein Internet-Café in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule eingerichtet.

Mehr als 300 Menschen sind in der Notunterkunft des Landes untergebracht. Die meisten bleiben nur für kurze Zeit, dann werden sie registriert und den Kommunen zugewiesen.

Zukünftig stehen den Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung jetzt 20 Computer zur Verfügung: zum Beispiel um mit den Zurückgebliebenen zu skypen, um wichtige Informationen über bürokratische Angelegenheiten zu recherchieren oder auch um Deutsch zu lernen.

Firefox, Skype und Sprachpakete

„Zu diesem Zweck haben die Lehrgangsteilnehmer die Rechner mit Firefox, dem Messaging-Dienst Skype und mit verschiedenen Sprachpaketen wie Farsi und Arabisch ausgestattet“, berichtet Oberleutnant Markus Braun.

Der Betreuungsoffizier hat in Pakistan schon einmal ein ähnliches Projekt zur Betreuungskommunikation der Soldaten realisiert und auch den Anstoß für die Umsetzung in Hilden gegeben. „Mitte des Jahres wurde der Computerraum der Deutschen Angestellten Akademie in der Waldkaserne neu ausgestattet. Die ausrangierten Rechner hatten wir ursprünglich zum Basteln und Tüfteln für unsere Auszubildenden zurückgehalten“, berichtet Braun. „Die Idee, damit in Hilden etwas Gutes zu tun, kam uns, als sich im August die Ereignisse überschlugen und in Hilden eine Notunterkunft eingerichtet wurde.“

Bundeswehr: "Win-win-Situation"

Für Braun ist die Aktion eine klassische „Win-win-Situation“: „In der Waldkaserne bildet das BildungsCentrum der Wirtschaft (BCW) IHK geprüfte IT-Systemelektroniker aus“, erklärt Braun. „Die Lehrgangsteilnehmer müssen auch praktische Erfahrung bei einem zivilen Betrieb sammeln, unter anderem durch ein eigenes Projekt.“ Dafür sei die Ausstattung des Internetcafés eine super Vorbereitung gewesen. Hier konnten die Nachwuchs-Informatiker mit Unterstützung ihrer Dozenten alle Schritte einmal durchspielen: von der Planung über die Beratung der Auftraggeber bis hin zur Durchführung und Dokumentation.

Dass die jungen Männer Spaß an der Arbeit in der Notunterkunft hatten, habe man ihnen angesehen, bestätigt die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt, Michaela Neisser. „Morgens um 9 Uhr standen sie parat und dann ging alles ruckzuck. Innerhalb von wenigen Stunden waren sie fertig.“ Neben der Einrichtung der neu aufgesetzten Computer galt es auch Monitore anzuschließen und Kabel zu verlegen. Die beiden letzteren Komponenten hat das BildungsCentrum der Wirtschaft gespendet. Für die Internetleitung wiederum zeichnet sich die Stadt verantwortlich. „Alle haben Hand in Hand gearbeitet“, fasst Oberleutnant Braun zusammen. „Die Bundeswehr hat vor allem Gehirnschmalz und Zeit investiert.“
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