Gemeinsamer Appell des Südkreises gegen den drohenden Abbau von Notfallpraxen

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Bürgermeisterin Birgit Alkenings

Am Mittwoch, 11. Februar, wird die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) über eine Reform des ärztlichen Notfalldienstes beraten. In diesem Rahmen wird die Vertreterversammlung die künftige Zahl und Verteilung von Notdienststellen außerhalb der Praxiszeiten und an Wochenenden vereinbaren.

Zur Diskussion stehen unter anderem die Schließungen der Notfallpraxis in Langenfeld sowie der kinderärztlichen Notfallpraxen im Kreis Mettmann. Mit einem gemeinsam unterzeichneten Appell setzen sich die Städte Hilden, Monheim und Langenfeld zur Wehr.

„Wir treten für den Erhalt des wohnortnahen Versorgungskonzeptes ein“, erklärt Bürgermeisterin Birgit Alkenings. „Die Zerschlagung des ärztlichen Notdienstes gefährdet die Versorgungssicherheit zahlreicher Patientinnen und Patienten.“

Die geplante Neuordnung der KVNO hätte starke Auswirkungen auf die Stadt Hilden. Mit dem Wegfall der Notfallpraxis in Langenfeld würde Hilden zur Anlaufstelle für insgesamt 100.000 potentiell erkrankte Personen aus Langenfeld und Monheim. Die hiesigen Aufnahmekapazitäten kämen schnell an ihre Grenzen. Die Konsequenzen wären lange Wartezeiten und personelle Engpässe.

„Darüber hinaus ist es für manche Menschen krankheitsbedingt schlichtweg unmöglich, in die dann nächstliegende Notfallpraxis zu fahren – insbesondere mit dem öffentlichem Personennahverkehr, eventuell aber auch mit dem PKW“, kritisiert Alkenings die vorgesehene Reduzierung der Praxen. Diesen Aspekt dürfe die Kassenärztliche Vereinigung auch angesichts des demografischen Wandels nicht unterschätzen. Schließlich steige der Bedarf an medizinischer Versorgung mit dem Alter.

KVNO will Notfallpraxen für Kinder ebenfalls schließen


Obendrein will die KVNO sämtliche kinderärztliche Notfallpraxen im Kreis Mettmann sowie in Leverkusen und Solingen schließen. Ziel ist es, die Versorgung in einer noch zu errichtenden Praxis in Wuppertal zu zentralisieren. Ab dann müssen Eltern mit ihren akut erkrankten Kindern bis nach Wuppertal-Barmen fahren.

„Die Wege sind viel zu weit. Verunsicherte und mobilitätsbeschränkte Patientinnen und Patienten werden sich in die Ambulanzen der Krankenhäuser begeben und dort behandeln lassen“, prognostiziert Birgit Alkenings. Einsparen werde dadurch niemand.

Birgit Alkenings, Frank Schneider (Langenfeld) und Daniel Zimmermann (Monheim am Rhein) fordern deshalb in Ihrem Schreiben an die KVNO vom 9. Februar den Erhalt der Notfallpraxis in Langenfeld sowie der Kinder-Notdienste. „Die Ausdünnung der medizinischen Versorgung geht zu Lasten aller Patientinnen und Patienten im Südkreis Mettmann. Das kann nicht die Lösung sein“, resümiert Alkenings.

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