Gleichstellungsbeauftragte: Unterstützung für Flüchtlingsfrauen

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Die sogenannte Brötchentütenaktion ist Teil der Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten. (Foto: WA-Archiv)

Turnusmäßig treffen sich die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Mettmann zum interkommunalen Erfahrungsaustausch. Diesmal fand die Gleichstellungskonferenz auf Einladung der Hildener Gleichstellungsbeauftragten, Monika Ortmanns, im Rathaus der Stadt Hilden statt.

Nach einem Begrüßungsgespräch und einem Austausch zu unterschiedlichen frauenspezifischen Themen mit Bürgermeisterin Birgit Alkenings, begann der Einstieg in die Tagesordnung.

Ein Hauptthema war der Informationsaustausch mit dem Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM) Mettmann zum Thema Flüchtlingsfrauen und -kinder. Hier konnten als Gäste Rita Rüttger, Bereichsleiterin Frauen und Familie, und Frau Hörnes, Mitarbeiterin im Projekt für Flüchtlingsfrauen des SKFM Mettmann, begrüßt werden.

Seit Sommer 2015 ist die Beratung von Flüchtlingsfrauen in den Fachbereichen Frauenhaus, Interventionsstelle und in der Schwangerschaftsberatung stark angestiegen. Die Situation der Flüchtlingsfrauen ist laut SKFM in vielfacher Hinsicht besorgniserregend. Der SKFM setzt sich deshalb kreisweit zur Verbesserung der Situation der Frauen und Kinder ein. Ziel ist die Sensibilisierung und Schulung von Personen, die professionellen Kontakt zu Flüchtlingen / Flüchtlingsfrauen haben, und die Beratung und Betreuung von Flüchtlingsfrauen in Situationen von häuslicher Gewalt in den Städten des Kreises Mettmann.

Rüttger und Hörnes berichteten über die schwierige Situation der Frauen in den Unterkünften. Es sei bis heute nicht ausreichend gelungen, die in weit geringerer Anzahl aufgenommenen weiblichen Flüchtlinge in ihren Bedürfnissen ausreichend wahrzunehmen. So erfuhren die Betreuerinnen und Betreuer und die Helferinnen und Helfer täglich, dass es weiblichen Flüchtlingen in den Unterkünften aufgrund sprachlicher Barrieren und ihrer kulturellen Prägung nicht möglich sei, die grundsätzlich an alle - Männer und Frauen - gerichteten Hilfen für sich zu nutzen.

Der SKFM-Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt, zuständig für die ambulante Beratung von Opfern häuslicher Gewalt im Kreis Mettmann, wurden 2015 insgesamt 619 Fälle von häuslicher Gewalt bekannt (2014: 435 Fälle). Darunter befanden sich viele Vorfälle in Familien, die sich als Flüchtlinge im Kreis Mettmann aufhalten.

Besonders Frauen aus anderen Herkunftsländern waren bei Gewalt in der Familie auf den Schutz des Frauenhauses angewiesen, da sie sehr oft kein unterstützendes Umfeld haben, das sprachliche Möglichkeiten und die notwendigen Grundlagen hat, um zu helfen.

Unlängst haben der Kölner Flüchtlingsrat und die Frauenrechts- und Hilfsorganisation Medica Mondiale ein gemeinsames Positionspapier zum Thema „Gewaltschutz von Frauen und Mädchen in Flüchtlingsunterkünften“ vorgestellt. Zu den zentralen Forderungen, die an das Innenministerium NRW geschickt wurden, gehören abschließbare Schlafräume sowie getrennte Unterbringung von alleinreisenden, weiblichen Flüchtlingen in Frauenunterkünften. Jede Unterkunft solle zudem verpflichtet werden, eine Gewaltschutzrichtlinie auf der Grundlage einer Null-Toleranz-Politik zu erarbeiten.

Die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Mettmann unterstützen alle Maßnahmen, die dazu beitragen, die Situation der Flüchtlingsfrauen zu verbessern.

Brötchentütenaktion am 25. November


Um über Hilfsangebote gegen häusliche Gewalt zu informieren und das Thema ins öffentliche Bewusstsein zu brin-gen, werden die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Mettmann auch in diesem Jahr wieder eine „Brötchentütenaktion“ starten.

Zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“, der jährlich am 25.11. stattfindet, werden kreisweit Brötchentüten an die Bäckereien/Verkaufsstellen für Backwaren verteilt, auf denen in acht Sprachen steht: „Stoppt Gewalt gegen Frauen“. Aufgedruckt ist auch eine Liste von Telefonnummern, wo es Schutz und Hilfe für Gewaltopfer gibt. Mit dieser Aktion ist auch immer die Hoffnung verbunden, Frauen zu erreichen, die bisher nicht den Mut hatten, eine Beratungsstelle aufzusuchen.
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