Verstärkung gesucht: Integrationshelfer helfen Flüchtlingen

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Gemeinsamer Einsatz für Flüchtlinge: Gerda Faber-Dürrschmidt, Kerstin Gramminger, Resi Burghof, Monika Dittrich und Albert Hullen tauschen sich regelmäßig aus. (Foto: Stadt Hilden)
Hilden: Josef Kremer Haus |

Vier ehrenamtliche Helferinnen und ein Helfer lotsen seit Anfang des Jahres Geflüchtete durch den Behördendschungel: Sie helfen Familien und Alleinreisenden, wenn sie ein Girokonto eröffnen, sich bei der Krankenkasse anmelden oder Anträge beim Integration Point der Agentur für Arbeit stellen.

Später stehen sie den Flüchtlingen auch in der Einarbeitungsphase beratend zur Seite und unterstützen damit die Arbeit des Integrations-Fonds Hilden. Der Bedarf ist groß. Deswegen sucht das Team jetzt Verstärkung. Im Rahmen einer Informations-Veranstaltung am Mittwoch, 15. März 2017, um 17 Uhr im Josef-Kremer-Haus, Schulstraße 35, berichten die Paten von ihren Erfahrungen. Außerdem stellt der AwoOrtsvereins Hilden seinen Vorbereitungskurs vor.

Erste Schritte in Deutschland

„Wir nehmen die Flüchtlinge bei ihren ersten Schritten in Deutschland an die Hand“, erzählt Kerstin Gramminger. Die gelernte Grafik-Designerin ist bereits seit 2015 in der Flüchtlingshilfe engagiert. Als in der temporären Notunterkunft in der Albert-Schweitzer-Schule ein Kindergarten eingerichtet wurde, war sie sofort zur Stelle.

Auch Resi Burghof bringt viel Erfahrung im Umgang mit Menschen mit. 40 Jahre hat sie als Lehrerin gearbeitet. Jetzt hilft sie Flüchtlingen, einen Platz im Sprachkurs oder einen Job zu finden. „Ich kann nicht verlangen, dass jemand schwimmen lernt, wenn es kein Schwimmbad zum Üben gibt“, erklärt Burghof. „Wir haben bislang nur gute Erfahrungen gemacht, was Motivation und Zuverlässigkeit der Asylsuchenden betrifft.“

Integrationslotsen als Brückenbauer

Das bestätigt auch Monika Dittrich: „Die Menschen wollen sich so schnell wie möglich integrieren und finanziell unabhängig werden.“

Dass der Weg dahin nicht immer einfach ist, weiß die städtische Flüchtlingsbeauftrage Michaela Neisser nur zu gut: „Job- und Wohnungssuche sind ja schon für jemanden, der perfekt Deutsch spricht, nicht immer einfach“, unterstreicht Neisser. „Die Integrationslotsen bauen Brücken zwischen Ämtern, Institutionen, der Bevölkerung und den Geflüchteten.“ Dafür sei sie ihnen sehr dankbar. Die Zusammenarbeit funktioniere bestens.

Zusammenhalt im Team

Das Kompliment geben Paten gerne zurück: „Das Amt für Soziales und Integration unterstützt uns, wo es nur kann, stellt Kontakte her, beantwortet unsere Fragen und übernimmt, wenn es kritisch wird“, berichtet Gerda Faber-Dürrschmidt. Noch wichtiger sei ihr aber der Zusammenhalt im Team. „Wir treffen uns regelmäßig, sprechen miteinander oder springen gegebenenfalls füreinander ein.“ Gerade der gegenseitige Austausch ist allen Helfern sehr wichtig. Immer wieder werden sie mit traurigen Schicksalen und belastenden Erlebnissen konfrontiert.

Kursinhalte für angehende Lotsen

Damit sie damit besser umgehen können, hat sie der AWO Ortsverein Hilden auf ihre Tätigkeit vorbereitet und ihnen jede Menge praktisches Wissen vermittelt. „Mit unserem EFI-Programm bilden wir bereits seit vielen Jahren engagierte Hildenerinnen und Hildener fort. Auf diese wertvollen Erfahrungen konnten wir nun zurückgreifen“, erzählt Marie Luise Barkhoff.

Für die angehenden Integrationslotsen hat sie das Kurs-Konzept angepasst und um wichtige Informationen erweitert, zum Beispiel zum Asylverfahren. Der Awo-Ortsverein kann das Seminar dank des Förderprogramms „KOMM-AN NRW“ des Landes Nordrhein-Westfalen anbieten. Darüber ist Vorsitzender Günter Scheib sehr froh: „Die Awo möchte auf diese Weise Verantwortung bei einer Aufgabe übernehmen, die in Hilden, aber auch überall sonst auf der Welt nur gemeinschaftlich gelöst werden kann.“
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