120 Schlafsäcke gespendet: Rotarier unterstützen erneut den Kinderschutzbund

Anzeige
Schlafsäcke für die Kleinsten: Wolfgang Heiliger (l.) und Dr. Jürgen Schmidt vom Vorstand der Rotary Stiftung Hilden-Haan überreichten Christa Cholewinski vom Kinderschutzbund 120 Schlafsäcke. Mit auf dem Foto ist Familienkinderkrankenschwester Petra Quellhorst (r.). (Foto: Michael de Clerque)
Hilden: Kinderschutzbund |

Um den sogenannten Plötzlichen Kindstod bei Babys zu verhindern, gibt es mehrere Maßnahmen. Unter anderem helfen Schlafsäcke, das Risiko zu vermindern. Die Rotarier spenden 120 Schlafsäcke, um die Arbeit des Hildener Kinderschutzbundes zu unterstützen.
Die Zahlen sprechen für sich: Waren es 1990 noch rund 1300 Fälle, in denen Säuglinge an unklaren Todesursachen gestorben waren, wurden 2014 bundesweit nur noch 119 Fälle des Plötzlichen Kindstods bekannt.

In der Zeit zwischen den beiden Jahren wurden die Eltern - nach Vorbild der skandinavischen Länder - über Risikofaktoren des Plötzlichen Kindstods aufgeklärt.

"In der Schlafsackstunde des Kinderschutzbundes informieren wir über die sichere Schlafumgebung für Babys und wiederholen das Wissen, das der Kinderarzt bei der U2 vermittelt hat", sagt Familienkinderkrankenschwester Petra Quellhorst.

Schlafsack statt Decke für die Kleinsten

Babys sollten auf dem Rücken schlafen, die Raumtemperatur im Schlafzimmer sollte zwischen 16 und 18 Grad Celsius betragen. Kein Kuscheltier, kein Spielzeug, keine Mütze, keine Decke - dafür aber ein Schlafsack, den sich die Kleinsten nicht über das Gesicht ziehen können.

Wenn das Baby ohne erkennbaren Grund schreit

Ein weiterer Schwerpunkt der Hildener Schlafsackstunde bildet das Thema Überforderung der Eltern. "Wenn ein Baby ohne erkennbaren Grund Stunden, Tage und Nächte schreit, greift das die Nerven der Eltern an", so Petra Quellhorst. Schlafmangel komme oft hinzu. Die Gefahr bestehe, dass Eltern ihre Babys schüttelten. Wenige Sekunden seien bereits ausreichend, um das Gehirn der Kleinsten irreparabel zu schädigen - im schlimmsten Fall sterben Babys. Schätzungen zufolge werden bundesweit 400 Babys zu Tode geschüttelt.

"Wer merkt, dass er überfordert ist, sollte möglichst ruhig bleiben, sein Baby sicher ablegen, zum Beispiel ins Bettchen - und dann den Raum verlassen", so Petra Quellhorst."Ich erkläre den Eltern auch, dass das Baby sie nicht anschreit. Sondern dass das Schreien für das Baby die einzige Möglichkeit ist, sein Problem auszudrücken." Exzessives Schreien trete vor allem vom zweiten bis vierten Lebensmonat auf. Durchatmen, sich Hilfe holen - dazu will Petra Quellhorst in der Schlafsackstunde des Kinderschutzbundes ermuntern.

Ein Konzept, das auch die Rotarier aus Hilden und Haan überzeugt. Schon länger unterstützt der Club den Kinderschutzbund, jetzt hat er erstmals 120 Schlafsäcke gespendet, die mit dem Logo der Rotarier versehen sind. "Meine Tochter hat früher als kleines Baby sehr viel geschrieen", erzählt Wolfgang Heiliger, Schatzmeister der Rotary Stiftung Hilden-Haan.

Übrigens: Weitere Schlafsackstunden sind für 1. Juni, 13. Juli, 7. September, 19. Oktober und 30. November geplant. Mehr Infos gibt es beim Hildener Kinderschutzbund unter der Rufnummer 02103 - 54853.

Weitere Hilfen in Hilden

Eltern von Babys, die viel schreien, können sich an die psychologische Beratungsstelle der Stadt Hilden wenden. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Mehr Infos gibt es montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr unter Tel. 02103/72271 sowie per Mail: beratung@hilden.de
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.