Begleitung für trauernde Familien

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Christa Cholewinski mit Geschenken, die ihr die Eltern zum Abschied überreichten (Foto: Kinderschutzbund)
Hilden: Kinderschutzbund |

Viele Jahre hat Christa Cholewinski, Geschäftsführerin des Hildener Kinderschutzbundes, Eltern ehrenamtlich intensiv begleitet, deren Kinder an einer Krebserkrankung verstorben sind. Nun verändert sie ihr Angebot: Künftig berät sie Familien, in denen nach dem Tod eines Kindes Geschwisterkinder zurückbleiben.

15 Jahre lang hat Christa Cholewinski die Gruppe „Sternschnuppenkinder“ begleitet und geführt. Eltern, deren Kinder an einer onkologischen Krankheit verstorben waren, konnten sich hier austauschen und im Idealfall Halt und neue Kraft schöpfen. Die Mitglieder nahmen teilweise weite Anfahrtswege in Kauf, einige kamen aus Krefeld, Köln, Velbert und sogar Bocholt.

Anstoß zur Gründung der Gruppe gab ein Ereignis im privaten Leben von Christa Cholewinski: „Mir ist bewusst geworden, wie alleine die Eltern nach dem Tod ihres Kindes dastehen“, sagt sie. Nach Gesprächen mit Ärzten und betroffenen Eltern in der Düsseldorfer Uniklinik entschloss sie sich, die Gruppe zu gründen.

„Oft fanden die Eltern schnell Zugang zueinander. Viele kannten sich bereits aus der Uniklinik.“ Fast alle hatten vergleichbare Erfahrungen: „Onkologische Erkrankungen, das bedeutet meist jahrelanges Hoffen und Bangen.“ Bei den Treffen gab es kein festes Programm, aber immer tiefe, schwere Gespräche. „Trauernde Eltern sind seelisch schwer verletzt.“

Die grenzenlose Trauer, Probleme mit Verwandten und Freunden, Geschwister, Partnerschaft, Arbeitsunfähigkeit durch Trauer und Depressionen waren einige der Gesprächsthemen. „Um die Eltern, die ihr einziges Kind verloren haben, habe ich immer ein bisschen mehr Angst gehabt“, sagt Cholewinski.

Nach Start der Gruppe machte sie parallel eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin, später ergänzte sie diese um den Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit. Kraft für ihr Ehrenamt fand sie unter anderem beim Sport: „Die große Runde durch den Wald zum Beispiel hilft mir, den Kopf frei zu bekommen. Ich suche dann die Ruhe.“ Regelmäßig tauschte sie sich mit einer professionellen Supervisorin über das Erlebte in der Gruppe aus.

Zu den festen Aktionen der Sternschnuppenkinder gehörten etwa das Grillen im Sommer, Grabgesteck-Gestaltung und ein Weihnachtstreffen. Oft kamen hierzu auch Eltern, die die Gruppe sonst nicht mehr besuchten.

In den vergangenen Jahren nahmen rund 50 Elternteile Cholewinskis Angebot wahr, meist waren sie mehr als drei Jahre Teil der Gruppe. Anfang dieses Jahres teilte Cholewinski den Eltern mit, dass sie dieses Ehrenamt beendet. „15 Jahre sind eine runde Sache, um aufzuhören.“ Wichtig war ihr, dass die Betroffenen genügend Zeit hatten, um eine eventuelle private Fortführung zu planen, sagte sie.

Die offizielle Abschiedsfeier war vor wenigen Wochen. „Es war sehr schön zu sehen, wie gut es vielen Eltern wieder ging“, sagt Cholewinski. Künftig verlagert sie ihr Ehrenamt und berät Familien mit Geschwisterkindern, in denen ein Kind verstorben ist. „Es geht um mögliche Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten, der Fokus liegt auf den Geschwisterkindern.“ Ein Angebot mit Wegweiserfunktion, das die Familien kurzfristig begleitet.

Mehr Informationen gibt es telefonisch beim Kinderschutzbund unter 02103/54853.
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