„Ein großes Plus“: Simon Kneppeck erzählt von seinem Freiwilligen Soziales Jahr

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Simon Kneppeck macht sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte Hilden. (Foto: Michael de Clerque)

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) bietet viele verschiedene Möglichkeiten, sich zu engagieren. Simon Kneppeck unterstützt als FSJler die Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte Hilden. Übrigens: Kreisweit werden aktuell noch viele FSJler gesucht.

„Hier kann man kein Minus machen, nur ein großes Plus“ – Simon Kneppeck ist sichtlich begeistert von seiner Arbeit. Der 19-jährige Hildener ist als Fahrer für die Freizeitgemeinschaft Behinderte und Nichtbehinderte unterwegs.

„Mein Arbeitstag beginnt um 7 Uhr. Ich hole zwei bis drei Kinder zuhause ab und bringe sie zu ihrer Schule.“ Anschließend hat Kneppeck Rufbereitschaft: Muss ein behindertes Kind früher abgeholt werden, fährt er wieder los. Einkaufen für die Freizeitgemeinschaft, bei der Betreuung Behinderter kurzfristig einspringen oder die Autos sauber machen: Die Arbeit ist vielfältig.

Mittwochsvormittags betreut er von 7 bis 10 Uhr einen 26-jährigen Rollstuhlfahrer und begleitet ihn zum Schwimmen. „Anfangs war da schon eine Hürde, schließlich muss ich ihm beim Ausziehen helfen“, erzählt Kneppeck. Aber inzwischen klappt es gut.

Dazu tragen auch die Schulungen bei: „Wir lassen unsere FSJler nicht alleine“, sagt Dr. Anca Skerutsch, die bei der Freizeitgemeinschaft den Fachdienst Inklusion-Plus leitet. An 25 Tagen werden die Jugendlichen geschult, zum Beispiel zu pädagogischen Themen wie Nähe und Distanz gegenüber Behinderten. „Die FSJler bekommen so Sicherheit, sie wissen, was auf sie zukommt – und was von ihnen erwartet wird“, sagt Bodo Seume, Geschäftsführer der Freizeitgemeinschaft.

Wer die Kinder mit Minibussen zur Schule bringt, erhält zudem eine Einweisung in die Fahrzeuge und lernt, wie die Jungen und Mädchen angeschnallt werden. FSJler bekommen monatlich ein Taschengeld von 350 Euro, übernommen werden zudem die Sozialversicherungen.

Viele Jugendlichen nutzen das Jahr, um sich für ihre berufliche Zukunft zu orientieren. Somon Kneppeck sieht sich in seiner Wahl bestätigt: „Ich habe mein Fach-Abi im Bereich Soziales und Gesundheit gemacht. Ich kann mir gut vorstellen, künftig behinderte Kinder und Jugendliche zu betreuen, auch der Fahrdienst macht Spaß.“

Freiwilliges Soziales Jahr: Aktuell noch viele freie Plätze

Der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW, zu dem auch die Freizeitgemeinschaft gehört, hat aktuell noch viele Stellen für FSJler frei. In Hilden zum Beispiel in der Schulbetreuung, im Fahrdienst, in Langenfeld in der Schulbetreuung und der individuellen Schwerstbehindertenbetreuung sowie in Monheim in der Schulbetreuung und der individuellen Schwerstbehindertenbetreuung.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Paritätischen sowie telefonisch bei Ute Feldbrügge, Geschäftsführerin des Paritätischen Kreis Mettmann unter 02104-9656-14. Feldbrügge erklärt, warum sich ein FSJ auch lohnt, wenn man später nicht im sozialen Bereich arbeiten möchte: „FSJler lernen, Berührungsängste abzubauen, nehmen viele Erfahrungen mit. Vielleicht sehen sie Behinderte künftig mit einem anderen Blick. Wir hoffen, dass wir dazu beitragen können, dass sie engagierte Bürger werden.“
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