Keine Chance den Taschendieben: Tipps der Polizei

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Damit Taschendiebe keine Chance haben, kommt ein Info-Mobil der Polizei nach Hilden. (Foto: Polizei Mettmann / Symbolfoto)
Hilden: Nove-Mesto-Platz |

"Augen auf und Tasche zu!" - Unter diesem Motto führt die Polizei von Montag, 10. Juli, bis Sonntag, 16. Juli, eine Aktionswoche zur Bekämpfung des Taschendiebstahls durch.

Fallzahlen auf hohem Niveau

Obwohl der Kreis Mettmann nicht als die "Hochburg des Taschendiebstahls" bekannt ist, nimmt die Kreispolizeibehörde aber dennoch an der landesweiten Aktion teil. Denn nicht nur landesweit sondern auch hier im Kreis Mettmann bewegen sich die Fallzahlen auf hohem Niveau. "Wir werden diesem mit intensiver Präventionsarbeit in den Innenstädten des Kreises begegnen", teilt die Polizei weiter mit.

Gerade die Aufklärung der Bürger über Tatbegehungsweisen und Verhaltenshinweise zum eigenen Schutz vor Taschendieben helfen demnach am effektivsten, um solche Diebstahlsdelikte zu verhindern.

Professionelle Diebe

Taschendiebstahl wird laut Polizei vor allem durch Mehrfachtäter verursacht, die oftmals arbeitsteilig vorgehen. Viele von ihnen sind professionelle Täter, die mit den Taten ihren Lebensunterhalt bestreiten. Sie bedienen sich dabei immer wieder effektiver Tricks, um die Unachtsamkeit ihrer Opfer auszunutzen und anschließend meist unerkannt zu entkommen. Denn Opfer bemerken sehr oft erst mit erheblichem Zeitverzug, dass sie bestohlen wurden.

Darum ist die genaue Bestimmung des Tatortes und die Beschreibung möglicher Täter im Zuge anschließender Ermittlungsarbeit der Polizei oft sehr schwierig. Konkrete Beobachtungen durch Opfer und Zeugen sind selten - Täterhinweise daher überwiegend die Ausnahme.

Anrempeln im Gedränge

Offen getragene Wertgegenstände und Taschen erleichtern Dieben die Tatausführung. Auch der Einfallsreichtum von Taschendieben kennt kaum Grenzen, wenn es darum geht, fremde Geldbörsen schnell und unbemerkt verschwinden zu lassen. Ein Klassiker ist das Anrempeln im Gedränge.

Eine andere ebenfalls einschlägig bekannte Masche: Der Täter beschmutzt vorgeblich "versehentlich" die Kleidung seines Opfers mit Speisen oder Getränken, ist dann beim Reinigen sofort "behilflich" und staubt dabei gleichzeitig das Portemonnaie des Opfers ab.

Drängeln an der Kasse

In öffentlichen Verkehrsmitteln und im Gedränge vor Kassen ist vor allem das Bedrängen eine gängige Methode. Der Dieb drängelt sich so lange an Taschen- oder Rucksackbesitzer heran, bis diese sich abwenden und beim Wegdrehen Tasche oder Rucksack zum Zugriff quasi "anbieten".

Die Augen offen halten sollte auch, wer in Geschäften von scheinbar besonders hilflosen Kunden nach dem Standort bestimmter Artikel gefragt und dabei bedrängt wird! Während das Opfer bereitwillig Auskunft gibt, angelt ein Langfinger die Geldbörse aus der Einkaufstasche oder dem Einkaufswagen.

Gerade ältere Frauen werden hier gerne Opfer ihrer gut gemeinten Auskunfts- und Hilfsbereitschaft. Taschendiebe sind in der Regel nur schwer zu erkennen. Häufig sind es sogar Kinder, oft auch ältere Frauen, die zusammen mit jungen Mädchen in "Teamarbeit" diesem kriminellen Gewerbe nachgehen.

Wochenmärkte und Fußgängerzonen

Die Polizei geht konsequent gegen Taschendiebe vor! Sie arbeitet dabei auch im Kreis Mettmann sowohl offen, als auch verdeckt. Zivile Kräfte beobachten gezielt örtlich erkannte Brennpunkte auf Wochenmärkten und in Fußgängerzonen.

Uniformierte Kräfte, hierbei insbesondere die örtlichen Bezirksdienstbeamtinnen und -beamten, zeigen offene Präsenz gerade auch an solchen Orten und gehen damit ebenfalls aktiv gegen den Taschendiebstahl vor. Präventiv flankiert werden diese operativen Maßnahmen immer wieder durch Beratungen des Kriminalkommissariats Kriminalprävention / Opferschutz sowie der Mettmanner ASS!e - der Sicherheitsberaterinnen und -berater des Aktionsbündnis Seniorensicherheit - bei verschiedenen Anlässen und Terminen im gesamten Kreisgebiet.

Hilden an der Spitze des Kreises Mettmann

Im Kreis Mettmann wurden im 1. Halbjahr 2016 insgesamt 372 Taschendiebstahlsdelikte angezeigt. Im Vergleichszeitraum 2017 bewegen sich die Fallzahlen in einem vergleichbaren Korridor. Die höchsten Zahlen an angezeigten Taschendiebstählen sind in der Kommune Hilden, gefolgt von Ratingen festzustellen.

Info-Mobil und Tipps

Am Mittwoch, 12. Juli, stehen Mitarbeiter der Mettmanner Kriminalprävention von 10 bis 12 Uhr mit dem Info-Mobil auf dem Wochenmarkt auf dem Nove-Mesto-Platz. Erfahrene Kriminalisten bieten Informationen und Tipps, um Bürger davor zu schützen "selber zum Opfer von Taschendieben zu werden".

Die Polizei gibt folgende Ratschläge und Tipps:
- Führen Sie an Bargeld, EC- und Kreditkarten nur das Notwendigste mit sich. Tragen sie solche Dinge möglichst dicht am Körper und verteilt - beispielsweise in Gürteltaschen, Brustbeuteln oder verschlossenen Innentaschen der Kleidung.

- So genannte Bankomatkarten (EC- oder Kreditkarten) immer getrennt vom Code / PIN aufbewahren.

- Brieftaschen und Geldbörsen beim Einkauf niemals in Einkaufstaschen oder Einkaufswagen ablegen.

- Halten Sie Handtaschen stets geschlossen und lassen Sie diese nie unbeaufsichtigt.

- Rucksäcke, die auf dem Rücken getragen werden, sollten kein Geld oder Wertgegenstände enthalten, denn dort sind sie eine leichte Beute.

- Lassen Sie wertvolle Sachen und unwiederbringliche Erinnerungsstücke, beispielsweise ältere Fotos oder Schmuckstücke, lieber gleich zu Hause.

- Besonders dichte Menschenmengen sollten Sie unbedingt meiden. Achten Sie bei unvermeidlichem Menschengedränge und in unübersichtlichen Situationen ganz bewusst noch stärker auf Ihre Wertsachen.

- Hantieren Sie in der Öffentlichkeit nicht mit größeren Geldmengen.

- Lassen Sie gegenüber Fremden immer besondere Vorsicht walten und Ihre Hilfsbereitschaft nicht ausnutzen!

- Lehnen Sie in Zweifelsfällen entsprechende Hilfe lieber höflich, aber bestimmt ab und verweisen Sie auf andere naheliegende Möglichkeiten (jüngere Personen, Geschäfte, Polizei).

- Bewahren Sie immer ausreichend Abstand und verbeten Sie sich jede Art vertraulicher Annäherung unbekannter Personen.

- Bitten Sie im Zweifels- und Verdachtsfall lieber selber andere Mitbürger um Hilfe und Unterstützung beim Umgang mit aufdringlichen Fremden.

- Bedenken Sie: Diebesfinger sind meist schnell und sehr geübt im Zugriff!

- Werden Sie bestohlen, dann bringen Sie sich bitte nicht mit massiver Gegenwehr in weitere Gefahren - suchen Sie bei anderen Passanten Unterstützung, Schutz und Hilfe, indem Sie diese ansprechen oder laut um Hilfe rufen.

- Alarmieren Sie sofort die nächste Polizei. Erstatten Sie Anzeige, bei der Sie den oder die Täter, Fluchtrichtung und -mittel (Fahrzeuge / Kennzeichen) möglichst genau beschreiben.

- Sperren Sie unverzüglich entwendete EC- und Kreditkarten (zentraler Sperrnotruf: 116 116) bei ihrem Geldinstitut.

Die Polizei teilt weiter mit: "Bedenken Sie: Opfer von Taschendiebstählen verlieren oft mehr als nur ihr Geld. Ausweise und Schlüssel wieder zu beschaffen, ist sehr aufwändig und teuer. Persönliche Gegenstände und Fotos sind häufig für immer verloren. Sensible Daten und persönliche Fotos im Smartphone fallen in unbekannte Hände. Im schlimmsten Fall werden Konto und Kreditkarte leer geräumt und mit dem Personalausweis Abonnements und Käufe getätigt."

Weitere Informationen gibt es beim Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz, Telefon 02104 / 982-7700.
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