"Emily treibt mich an": Hildener Stiftung unterstützt die Vita Assistenzhunde

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Ein starkes Team: Nina Hoffmann und Labrador Emily. Mit auf dem Foto sind Nina Kott von Vita Assistenzhunde (l.) und Gerda Grenda sowie Hund Otto. (Foto: Michael de Clerque)

Nina Hoffmann sitzt im Rollstuhl. Hilfe bei kleineren und größeren Hürden im Alltag bekommt sie unter anderem von Labrador Emily. Die Ausbildung des Vita-Assistenzhundes hat die Marion-Grenda-Stiftung aus Hilden mit ermöglicht.

Emily ist Nina Hoffmanns ständige Begleiterin. Die beiden sind seit fast acht Jahren ein eingespieltes Team. Emily apportiert Dinge, wie etwa den Schlüssel, und sucht auf Kommando das Telefon. Sie kann Türen und Schränke öffnen, drückt Knöpfe, zum Beispiel im Aufzug, und kann Hoffmann auch Handschuhe oder Socken ausziehen.

„Die praktische Hilfe ist total gut und wichtig“, erzählt Hoffmann. Doch ein mindestens ebenso wichtiger Part sei die emotionale und soziale Unterstützung, die ihr Emily bietet: „Emily treibt mich an. Mit ihr an der Seite muss ich morgens aufstehen und mit ihr rausgehen.“

Nina Hoffmann leidet unter fortschreitendem Muskelschwund. Durch ihre Krankheit ist sie kälteempfindlich. „Früher bin ich in der dunklen Jahreszeit nur selten rausgegangen“, sagt die junge Frau.

Emily sorgt nicht nur dafür, dass dies seit vielen Jahren anders ist. „Sie baut auch Brücken zu anderen Menschen“, sagt Hoffmann. „Bei der Begegnung mit anderen steht nun der Hund im Vordergrund - und nicht der Rollstuhl.“

Nachhaltige Betreuung von Mensch und Hund


Emily ist ein Vita-Assistenzhund, das heißt, sie wurde durch den gleichnamigen gemeinnützigen Verein ausgebildet - und wird auch weiterhin immer wieder geschult.
„Wir betreuen die Teams aus Hund und Kind beziehungsweise Erwachsenem nachhaltig. Regelmäßig gibt es Trainingseinheiten für beide Teammitglieder. Denn die Anforderungen an die Hunde ändern sich, beispielsweise weil sich die Kinder entwickeln und in die Pubertät kommen, aber auch, weil Krankheiten voranschreiten“, erklärt Nina Kott, die bei Vita Assistenzhunde für das Fundraising zuständig ist.

Rund zwei Jahre dauert die Ausbildung der Hunde durch den Verein. Dort lernt der Nachwuchs auf vier Pfoten unter anderem das Apportieren und das Laufen am Rollstuhl.

Anschließend beginnt der sogenannte „Matching-Prozess“: Welcher Mensch passt zum Hund? Können und Chemie müssen stimmen. „Sechs bis acht Wochen üben neue Teams zunächst bei uns im Trainingslager, und auch zu Hause gibt es dann Unterstützung“, so Kott.

Ein langer und anstrengender Weg für die Kinder und Erwachsene. „Mehr als einmal stieß ich in der Zeit der Zusammenführung mit Emily an meine psychischen und körperlichen Grenzen, und glaubte, den Herausforderungen nicht gewachsen zu sein“, erzählt Hoffmann. Emily kam zu ihr in der Zeit, als sie merkte, dass sie bald auf den Rollstuhl angewiesen sein würde. „Kürzere Wege konnte ich noch laufen - aber nicht die Strecken, die Emily brauchte.“

Die Mühe hat sich gelohnt, erzählt Hoffmann weiter: „Heute rollern wir gemeinsam durchs Leben, sind aktiv, sehen und erleben Dinge von der Welt, die mir ohne Emily verschlossen geblieben wären.“ Inzwischen engagiert sie sich ehrenamtlich bei Vita Assistenzhunde.

Die durchschnittlichen Kosten eines ausgebildeten Assistenzhundes liegen dem Verein zufolge bei rund 25.000 Euro. Zu den Vita-Unterstützern gehört unter anderem die Marion-Grenda-Stiftung aus Hilden.

„Wir freuen uns über jede noch so kleine Spende – sie ist übrigens steuerlich absetzbar“, sagt Gerda Grenda, Mitbegründerin der Stiftung.

Spenden an die als gemeinnützig anerkannte Marion-Grenda-Stiftung können auf das Konto IBAN DE 26334500000034331033 bei der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert überwiesen werden.

Hintergrund: Marion-Grenda-Stiftung
Marion Grenda hatte auf dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium ihr Abitur gemacht und ein Medizinstudium begonnen. Mit 24 Jahren starb die junge Frau, die Fachärztin für Orthopädie werden wollte. Ihre Eltern, Gerda und Horst Grenda, gründeten die Marion-Grenda-Stiftung, die Behinderten das Leben erleichtern soll. Weil zur Familie mehr als zwölf Jahre lang auch ein Hund gehörte, unterstützt die Stiftung die Vita Assistenzhunde.
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