"Doswidanja – Auf Wiedersehen" - Erzieherin Olga Romanenko eroberte die Herzen der Kinder im Sturm

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  Fröndenberg. Bereits um 5 Uhr stand sie auf, um für die Kinder im Familienzentrum St.-Josef zu basteln. Auf Einladung des Freundeskreis Schtschors hospitierte die Erzieherin Olga Romanenko(55) eine Woche in der Einrichtung in der Graf-Adolf-Straße. Und erwarb sich reichlich Sympathien, nicht nur der Kinder.

Bereits im vergangenen Jahr besuchte sie mit einer Delegation aus Schtschors die Ruhrstadt. „Das hat mir sehr gefallen.“ Jetzt war sie vom 15. bis 28. Dezember zu Gast und absolvierte auch ein Wochenpraktikum im Familienzentrum. Der erfahrenen Erzieherin kam die Idee, sich näher mit „deutscher Erziehungskultur“ zu befassen, sich die Arbeit vor Ort anzuschauen und dabei auch ihre Kenntnisse einzubringen. Begleitet wurde sie in der Freizeit von der Gesamtschülerin Christina Imka, die sich als Dolmetscherin einbrachte. In einer Erklärung schildert sie auf russisch, was sie mitnimmt in die Ukraine. Besonders gefalle ihr die Organisation der Kleingruppen, die Kinder könnten hier von Klein auf selbständig sein. „Sie machen alles selbst.“ Sie lobt die Möglichkeiten, sich kreativ auszuleben und die Feinmotorik zu schulen. „Das fehlt bei uns.“ Mit den Kindern des St.-Josef-Kindergarten übte sie ein Theaterstück ein, bastelte und zeigte einen Film aus ihrer Heimat. „Mein Aufenthalt hat viele neue Eindrücke geschaffen.“ Dankbar sei sie, mit wichtigen Personen der Stadt Fröndenberg gesprochen zu haben. Für ihre Unterkunft bei Christel und Goddert Ulmke bedankte sie sich ausdrücklich.

Unterschiede in der Erziehungsweise gebe es durchaus. „Aber im Großen und Ganzen ist es genauso.“ Feste Zeiten prägen das Leben in ihrem Kindergarten eher, freie Wahl der Erzieher sei selten. Und in jeder Gruppe stehe Morgengymnastik auf dem Plan. Das bestätigt Jolanta Szymnaski: „Dort ist alles eher nach Plan hier offen.“ Eine Besonderheit in der Ukraine sei, dass nach dem Mittagessen eine Stunde Mittagsschlaf auf dem Plan stehe. Die Kinder im St.-Josef-Kindergarten profitierten auch von der Sprache und haben einige Wörter erlernt.

Für Olga Romanenko hatte der Freundeskreis einen umfangreichen Kulturplan erstellt. Vom Besuch im Konzerthaus über ein Treffen mit der türkisch-islamischen Gemeinde bis zum Besuch des Weihnachtsmarkt Dortmund reichte das Angebot.

Erstaunen trat in ihr Gesicht, als sie über offene Grenzen in die Niederlande fahren konnte. Antje Krabbe: „Sie musste unbedingt das Grenzschild fotografieren.“ Das Besuchsprogramm umfasste auch einen Besuch des Deutschern Dom in Berlin und des Gendarmenmarkt.

Wenn sie am 28. Dezember am Flughafen Frankfurt ins Flugzeug steigt, hat Olga Romanenko einige Vorschläge für ihre Einrichtung in der Ukraine im Gepäck: „Mehr Freiheit, kein striktes Programm und Selbständigkeit.“

Das Bildungspraktikum ist für den Freundeskreis Schtschors eine Pionieraufgabe. Jetzt hat sich die Dolmetscherin in der Ukraine beim Freundeskreis gemeldet und würde gerne ein Praktikum in einer Gesamtschule machen. Fest steht schon jetzt: Sie besucht im Sommer 2015 für drei Wochen die Ruhrstadt.
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