"Glückauf der Steiger kommt"

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Dieter Schopp bringt mit Musik Bewegung ins Seniorenheim

"Glückauf der Steiger kommt" - Dieter Schopp bringt mit Musik Bewegung ins Seniorenheim



“Auf der Heide blüht ein kleines Blümelein” und “Schwarzbraun ist die Haselnuss” wecken Erinnerungen bei den Bewohnern des Bonifatius-Wohn-und Pflegeheims in der Mühlenstraße. Wenn Dieter Schopp sein Keyboard aufbaut, liegt Musik in der Luft. Seit sechs Jahren beglückt er die Senioren mit Oldies, ganz ohne Noten. Auf sebstbeschriebenem Papier steht nur der Text.

Immer Donnerstag Nachmittag steht “Musik zum Mitmachen” auf dem Programm. Denn Mitsingen und Bewegen ist erwünscht, nicht nur bei Liedern wie “Die Hände zum Himmel”. Im 80. Lebensjahr könnte Dieter Schopp selbst Bewohner sein, seine Mutter war es. Vielleicht auch ein Grund, warum der ehemalige Vollstreckungsbeamte mit Musik ein wenig Abwechslung in das Pflegeheim bringen möchte. Musik liegt ihm im Blut, mit elf Jahren begann er Akkordeon zu spielen, seine Brüder waren aktiv Musiker in Kapellen. “Das habe ich wohl von mütterlicher Seite geerbt”, meint Schopp. Mit dem Schifferklavier ging er kurz nach Kriegsende 1946 zu Fuß vom Eulenviertel, wo sein Elternhaus stand, in die Ackerstraße. Sein Musiklehrer erkannte Talent, empfahl ihm ein größeres Akkordeon. “Sehr teuer zur damaligen Zeit”, blickt Dieter Schopp zurück.

Später lernte er das Klavierspieln auch in der Schule. Die Noten hat er zwar gelernt, aber sein Lehrer sagte: “Wenn du Rhythmus reinkriegen willst, lass die Noten weg.” Nach eigenen Vorstellungen gewöhnte er sich einen eigenen Stil an. “In Österreich werden viele Kapellen ohne Noten geschult. Das macht viel aus.” In der Verwaltung hatte er zu Feierlichkeiten gespielt. Heute sehr gerne Tango und südamerikanische Tänze. “Ein wunderbarer Rhythmus.”Vor sechs Jahren sprach ihn sein Bruder Ralf an: “Würdest du Musik im Seniorenheim machen”

Freunde bekräftigten, geh mal hin, die alten Leute freuen sich. Die Heimleitung war sofort dafür. Jeden Donnerstag sitzen rund 20 Senioren pünktlich im Speiseraum und erwarten sensüchtig die Musik. Als der Raum renoviert wurde, spielte er auf den Etagen. Die Türen gingen auf und alle hörten sein Spiel.

Lieder aus der Schul- und Jugendzeit, damit auch Bewohner mit Demenz mitsingen können. Die erste Strophe sitzt meist noch, Hände und Füße wippen mit. Bewegung ist von hoher Bedeutung im Pflegeheim. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin, Elisabeth Krier, animiert die Bewohner zum Mitmachen. Das kommt gut an, weiß Schopp. “ Das spürt er, wenn er schon mal Pralinen geschenkt bekommt. Applaus und Dankbarkeit sind der Lohn für Dieter Schopp.
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