"Büffel" für Kröten im Einsatz - Panzer auf dem Truppi

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1500 PS und 400 Liter auf 100 Kilometern sind beeindruckende Daten für den Büffel. Der Bergungspanzer kann einen Kampfpanzer komplett eingraben.
 
Vereinte Kraft aus Bundeswehr und Naturschutz hilft der Natur auf dem Truppi bei Hengsen auf die Sprünge.

Getriebe und Drehtürme für Kanonen heben Oberstabsgefreiter Timo Heuer und Stabsunteroffizier Alexander Holzbender normalerweise mit ihrem „Büffel“ an. Jetzt schoben sie mit dem Bergepanzer tonnenweise Gras und Erdreich zur Seite. Was wie ein Manöverschaden aussieht, wurde von Forstamt und Kreis Unna in Auftrag gegeben. Schneisen und Furchen dienen Amphibien als Lebensraum.

„Vorsicht nicht stolpern, heisst es ab sofort für Spaziergänger auf dem Standortübungsplatz. Auf 93 Hektar des Naturschutzgebietes im südlichen Bereich und nahe am Segelflugplatz sind tiefe Furchen entstanden, die von hohem ökologischen Nutzen sind.
Nach einem Besichtigungstermin vorab und unter der Aufsicht von Bundesforstamt und Umweltamt des Kreis Unna schuf jetzt ein Bergepanzer der Bundeswehr vom Standort Hellweg Kaserne Königsborn, neue Wasserflächen für Amphibien. „Die es hier reichlich gibt“, so Roche. Das Freigelände mit seinen Magerwiesen und Strauchinseln durchfuhr der Büffel. Dabei wurden teils alte Fahrspuren wieder aufgefahren. „Die Erdfurchen setzten sich mit den Jahren zu, Bewuchs nahm zu und die Biotopstruktur ging zurück“, erklärt Jürgen Pesch vom Forstbetrieb Rhein-Weser. „Jetzt kann sich die Natur neuen Raum hier suchen.“ Vor etwa vier Jahren war die Maßnahme bereits durchgeführt worden. Die Bereiche sind aber verlandet und vertrocknet. Der Lebensraum war für Amphibien nicht mehr nutzbar. Die „Plänke“ genannten Flachwässer fielen trocken.
„Aber genau auf diese Gewässer Tiere wie Kreuzkröten spezialisiert zum Ablaichen“, weiß Hermann Knüwer, FB Natur und Umwelt beim Kreis Unna. Erdkröten, Grasfrösche und Molch- und Libellenarten, Wassrinsekten und viele Pflanzen sind auf die kleinen Wasserflächen angewiesen. „Die kann man mit dem Panzer zügig anlegen“, so Knüwer.
Der Standortübungsplatz Opherdicke/Hengsen wird in der Fahrschulausbildung für Geländefahrten mit Lastkraftwagen genutzt. „Ein vielfältiges Gelände, dass uns in allen Ansprüchen gerecht wird“, erklärt Ralf Eisenhardt, Stabsfeldwebel für den Standortübungsplatz. Bis vor zwei Jahren fand hier die Grundausbildung der Rekruten statt. Mindestens zwei bis drei Mal pro Woche ist die Bundeswehr auf dem Gelände aktiv, dann mit Warnschildern zum Übungsbetrieb. Die Freifläche wird auch öffentlich genutzt, am liebsten von Hundehaltern. „Freilaufende Hunde sind teils ein Problem.Die Hinterlassenschaften führen zu unerwünschten Gewächsen und freilaufende Hunde stören das soziale Umfeld“, gibt Ralf Eisenhardt zu Bedenken.

Walkinggruppen, Jogger und Spaziergänger haben zum Teil Angst vor freilaufenden Vierbeinern. „5% der Halter sind das Problem.“ Hinzu komme die angespannte Parkplatzsituation. Förster Jürgen Pesch stellt immer stärkere Trittschäden von Hunden an der Teichbefestigung fest. Zwar gebe es eine Leinenpflicht, vom Standortältesten auferlegt. Durchsetzung und Kontrolle seien ein Problem. „Durch öffentliches Ansprechen und Informationen möchten wir Verständnis schaffen“, so Ralf Eisenhardt. Ein Zaun sei nicht gewollt.
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Ellen Heidböhmer aus Unna | 05.11.2014 | 10:31  
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