Gestank durch Holzheizer - Schornsteinfeger weisen Weg zum Ordnungsamt -Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

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Saubere Verbrennung sieht anders aus - Was aus dem Kamin steigt ist gefährlicher Feinstaub, den die Umgebung einatmet. Kleinste Staubpartikel, erkennbar auch auf Fensterbänken und Autos, landen in Lunge und Blutkreislauf, können Krebs auslösen.
 
Saubere Verbrennung sieht anders aus - Was aus dem Kamin steigt ist gefährlicher Feinstaub, den die Umgebung einatmet. Kleinste Staubpartikel, erkennbar auch auf Fensterbänken und Autos, landen in Lunge und Blutkreislauf, können Krebs auslösen.
Studie belegt hohes Risiko für Lungenkrebs durch Kaminqualm
siehe www.dw.de/gefährlicher-feinstaub-aus-dem-kaminofen/a-17092982

In die Diskussion um krebserregende Feinstäube aus Verbrennung fester Brennstoffe in Wohnzimmerkaminen und Kaminöfen scheint Bewegung zu kommen. Wohl aufgrund erhöhter Beschwerden verärgerter Nachbarn raten Bezirksschornsteinfeger jetzt zur Einschaltung des Ordnungsamtes. Dieses könne die Beschwerde nicht einfach abweisen mit dem Hinweis, die Feuerstelle sei abgenommen, der Ofen habe ein Prüfzeichen. Bezirksschornsteinfeger Patrick Wittmund: "Wir raten zu einem Protokoll der Belastung über einen längeren Zeitraum." Mit den Aufzeichnungen zum Ordnungsamt und bei ausweichendem Verhalten ("Wir kommen nur bis 17 Uhr raus" o.ä.) dazu auffordern, einen Bevollmächtigten mit einer unangemeldeten Kontrolle der Feuerstelle zu beauftragen. Dies ist zudem kostenpflichtig mit rund 200 Euro. Erfahrene Schornsteinfeger setzen indes auf Einsicht und auf den Geldbeutel der Holzheizer. Einen nutzbaren Wirkungsgrad erziele jeder Ofen nur mit sehr trockenem Holz, das nicht schwelen darf, sondern mit "rollender Flamme" brennt. Eine Ersparnis bringe das Heizen mit Holz eh kaum, da im Hintergrund die Heizung stets mitlaufe und die Preise für Brennmaterial hoch sind (insbesondere wenn die Installations- und Wartungskosten eingerechnet werden).

Die erhöhte Krebsgefahr durch Feinstäube, die aus Kaminöfen aufsteigen belegt eine Studie des Leibnitz-Institut für Umweltmedizin (IFU) in Düsseldorf. Dicke Luft draussen, besonders wenn es dunkel ist. Qualm, der stinkt wie ein "Osterfeuer" in den 6oer Jahren, weil mehr alte Schränke als trockenes, unbehandeltes Holz verbrannt wird! Diskutieren sie mit!

Gemütlich und richtig gemacht ist es eine Bereicherung für das Wohngefühl, das Befeuern eines Kaminofens. Ein moderner Ofen mit angemessenem Zuluft- und Abgassystem, trockenes Holz mit einer Feuchte von unter 25 Prozent und vor allem unbehandeltes Brennmaterial sind aber Grundvoraussetzungen für einen vorschriftsmäßigen und umweltgemäßen Betrieb. Doch nicht alle halten die Vorgaben ein. Qualmwolken und üble Gerüche sind Indikatoren für unsachgemäße Befeuerung, die alle belastet. Schornsteinfeger erfahren selbst, wie rücksichtslos Betreiber heizen und was manchmal im Kamin landet: zersägte Kleiderschränke, Schuhe oder Tüten. Kamine sind dann keine „Wärmespender“ sondern „Rußfabriken“, die umliegende Anwohner und Landwirtschaftsflächen stark belasten. Kaum Grenzen gibt es für die Feinstäube, die durchgehen in die Lunge und bis ins Gehirn, wie eine Studie des Leibnitz-Institut für Umweltmedizin (IFU) in Düsseldorf belegt. Epidemiologin Barbara Hoffmann: „Feinstaub ist gefährlich“. Seit zehn Jahren beobachtet sie Feinstaubentwicklung und Anstieg von Erkrankungen. Hier ein Auszug aus den Ergebnissen der Studie:

„Der Durchmesser der Feinstaub-Teilchen ist geringer ist als ein hundertstel Millimeter. Das ist wesentlich kleiner als die Dicke eines menschlichen Haares. "Feinstaub besteht aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Substanzen", erklärt Hoffmann. "Ein Beispiel dafür wären aromatische Kohlenwasserstoffe von denen man weiß, dass sie in hohen Konzentrationen Krebs auslösen können."
Feinstaub dringt über die Lunge in den menschlichen Körper ein, kann in nahezu jeden Winkel des Organismus gelangen und löst dann schwache Entzündungen aus. "Diese kleine Entzündung führt aber dennoch dazu, dass sich bestimmte Fließeigenschaften des Blutes ungünstig verändern", betont die Professorin. "Das Blut wird klumpiger und es kann zu einem Herzinfarkt kommen."
Ultrafeinstäube auf dem Weg ins Gehirn
Größere Staubpartikel werden in der Regel von natürlichen Barrieren - wie der Nasenschleimhaut - abgefangen. Je kleiner ein Schadstoff ist, desto besser kann er diese Barrieren überwinden. Aus diesem Grund sind Feinstaub-Partikel, die kleiner als ein tausendstel Millimeter sind, ein besonders Problem, erklärt Hoffmann: "Ultrafeine Feinstaubpartikel sind so klein, dass sie von der Lunge direkt in die Blutbahnen eindringen, und dann zu allen Organen transportiert werden können." Ultrafeinstäube kennen auf ihrem Weg durch den menschlichen Körper kaum Grenzen. Theoretisch können sie sogar bis ins Gehirn vordringen. In der Wissenschaft wird diskutiert, ob sich dadurch das Alzheimer-Risiko erhöht.
Viele Untersuchungen haben eindeutig gezeigt: Feinstaub in der Luft erhöht die Sterblichkeit und senkt die Lebenserwartung. Die Epidemiologin verfolgt solche Studienergebnisse auf internationaler Ebene: "Die Ergebnisse dieser Studien sind eindeutig. Die sind auf allen Kontinenten ähnlich. Da gibt es keine Zweifel in der Wissenschaft."


Quelle: www.dw.de/gefährlicher-feinstaub-aus-dem-kaminofen/a-17092982
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3 Kommentare
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Willi (Wilfried) Proboll aus Kamp-Lintfort | 05.12.2014 | 16:06  
Stefan Reimet aus Holzwickede | 05.12.2014 | 18:20  
Stefan Reimet aus Holzwickede | 08.12.2014 | 08:32  
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