Inklusionspreis 2015: Karl-Brauckmann-Schule - "Inklusion fängt im Kopfe an"

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Auf Schulfesten und kleinen Festivals wird die Schulband Boys&Girls gern gehört und erstaunt das Publikum mit seinen Cover-Songs.
Karl-Brauckmann-Förderschule: Selbstbestimmung im Alltag sollte für Gesellschaft selbstverständlich sein


Inklusion ist nicht neu für die Karl-Brauckmann-Schule (KBS) in Holzwickede und eigentlich eine ganz normale Voraussetzung der Gesellschaft, um Schüler mit Förderbedarf der geistigen Entwicklung auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten. Pädagogen der Förderschule in der Emschergemeinde sind auch Teil der Inklusion an Regelschulen. Den Blick öffnen für das gelebte Menschenrecht im Alltag möchte KBS-Schulleiterin Kornelia Henning-Puls.


Im Wettbewerb um den Inklusionspreis des Kreis Unna ist die Karl-Brauckmann-Schule nicht dabei. „Der Preis geht an Regelschulen, die Inklusionsangebote gut integrieren“, erklärt die Schulleiterin, die vor fünf Jahren von der Käthe-Kollwitz Schule in Kamen-Heeren nach Holzwickede kam.Dafür macht die Förderschule andere Erfahrungen mit der Inklusion. Für 163 Schüler, unterrichtet von 53 Lehrkräften, stellt die Karl-Brauckmann-Schule seit 37 Jahren den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in den Vordergrund. Zu ihrem Einzugsgebiet zählen Fröndenberg, Schwerte, Unna und Holzwickede. Zwischen 65 und 70 Unterrichtsstunden pro Woche lehren sonderpädagogisch geschulte Lehrkräfte, spezielle Förderlehrer, in Regelschulen, etwa in der Hauptschule Schwerte und am Ruhrtal-Gymnasium. Mit ihrer Fachkompetenz für Schüler mit besonderem Unterrichtsbedarf gehen sie in den Sekundar I-Bereich. Mit den dortigen Pädagogen planen sie Inhalte, führen Unterricht und haben beratende Funktionen. „Den dortigen Unterstützungsbedarf müssen wir mitdecken“, erklärt Kornelia Henning-Puls.Die Schwerpunkt liegen bei der geistigen Entwicklung und emotional-sozialen Kompetenzen. In den Regelschulklassen „brechen“ die Pädagogen der KBS Unterrichtsinhalte auf das Niveau der Schüler runter. „Und die Lehrer sehen die Notwendigkeit ihrer Arbeit dort.“

Inklusion hat für die Karl-Brauckmann-Schule aber eine erweiterte Bedeutung. „Unsere Inklusion sind auch Kooperationen.“ Denn der originäre Auftrag beinhaltet die Vorbereitung auf das Leben in der Gesellschaft. So gibt es Praktikumskooperationen, in Absprache mit der KBS-interen Berufsschule, mit dem hiesigen Perthes-Haus, wo auch ein Singkreis mit Senioren unterhalten wird.

Zur alltäglich gelebten Inklusion gehört auch der künstlerische Bereich, etwa die Schulband Boys&Girls. Vom Bass bis zum Synthesizer hat die Band eine typische Besetzung. Bei Schulfesten und kleineren Festivals ist sie gern gesehen. Eine Zauber-AG kommt auch auf Einladung zu Privatfeiern. In den Kirchengemeinden ist die KBS eingebunden bei Gottesdiensten, auf dem Weihnachtsmarkt Holzwickede steht seit Beginn an ein Büdchen. Alltag zur Probe gibt es beim Einkaufen üben und Fahren im öffentlichen Nahverkehr. Tanzkurse mit der Josef-Reding-Hauptschule, Fußballturniere, Schwimmfeste, ein regelmäßiger Sponsorenlauf zählen zu den Inklusionsangeboten.
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 02.04.2015 | 13:31  
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