Opherdicker Rotbuche fällt: „Vor drei Jahren falsch eingeschätzt“

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Markanter Blickfang auf dem Gut Opherdicke, doch leider wird sie in Kürze fallen, die Rotbuche. Ein Pilz macht dem Baum den Garaus.
Üppiger Laubanteil gibt keine Auskunft über die Gesundheit eines Baumes und um die ist es bei der prägenden Rotbuche am Haus Opherdicke nicht gut bestellt, weiß Gärtnermeister Werner Hessel.


Für Experten des Kreis Unna war der Fall klar. Nach Inaugenscheinnahme kamen sie zu dem Schluss, von dem ausladenden Baum, der maximal 80 Jahre alt sei, gehe bis 2024 keine Gefahr aus. „Das kann ich nicht nachvollziehen“, erklärt Werner Hessel, der die Information im November von einem Bediensteten auf dem Herrensitz erhielt. „Die Buche ist vom Schadpilz befallen.“ Er hatte sich bereits während der Pflasterarbeiten gewundert, dass man sie nicht direkt entfernt habe.

Der Stamm ist übersät mit Schadpilzen. Hessel klopfte an der Rinde und stellte fest, sie ist weitgehend abgestorben oder teils nicht mehr vorhanden und bietet somit Parasiten ungehindert Zugang. „Der Schadpilz hat bereits die gesamten Leitungsbahnen besiedelt“, erklärt Hessel. Das Pilzgeflecht verstopfe die Lebensadern für Wasser des Naturriesen. Die Standsicherheit der Blutbuche sei mehr als fraglich. „Für die Besucher des Innenhofes kann somit eine große Gefahr bestehen“, meint Hessel und nahm noch im Dezember Kontakt mit der Kreisumweltbehörde auf, empfahl eine nochmalige Untersuchung. Dass man jetzt der Meinung sei, der Baum müsse „wegen großer Gefahr“ gefällt werden, überrasche ihn, nach dem Ergebnis zuvor.


Fehleinschätzung


„Unsere Prognose müssen wir revidieren“, erklärt Thomas Rühle, Fachbereich Natur und Umwelt beim Kreis Unna. Vor drei Jahren machte er sich persönlich ein Bild vom Zustand. Braune Flecken, Pilzbefall seien erkennbar gewesen. Die Umweltbehörde war jedoch optimistisch, den markanten Baum rund zehn Jahre halten zu können. „Das haben wir falsch eingeschätzt“, räumt Rühle heute ein. Der braune Pilz, sog. Austernseitling, wachse schneller als angenommen, Jahresringe bilde der Baum nicht mehr. Auch einen Zeitraum nennt Rühle bereits, bis Ende Februar soll die Rotbuche gefällt werden.Als Ersatzpflnazung ist eine Eiche geplant.

Und die Rotbuche ist nach Einschätzung von Werner Hessel nicht der einzige Baum, der intensiver Begutachtung bedarf. Auch die Bäume zwischen Edeka-Markt und Parkplatz zählten dazu. Efeu umrankt die Laubbäume mittlerweile bis in höchste Verästelungen. Dauerhaft lässt die hartnäckige, rasch wachsende Rankpflanze den Baum absterben. Einen längeren Fachbrief dazu hat der Garten- und Landschaftsbauer bereits verfasst. Seine Vorschläge seien abgeschmettert worden mit der Begründung: „Mit Efeue berankte Bäume seien in Nationalparks in Frankreich kein Problem.“
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