Rekord bei Waffenscheinen - Selbstbehauptungskurse nehmen Frauen Ängste

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Die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen im Kreis Unna, mit Heike Redlin und Petra Landwehr vom Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz, Hans-Dieter Volkmann (Abteilungsleiter Polizei) und Landrat Michael Makiolla. (Foto: KreisPolizeiBehörde Unna)
Kreis Unna: Kreis Unna |

Schutzlos einem Übergriff oder sexueller Beleidigung ausgesetzt zu sein ist die Angst von immer mehr Frauen und die Vorfälle der Silvesternacht in Köln haben das individuelle Unsicherheitsgefühl noch verstärkt. „Frauenselbstbehauptung“ ist ein neues Beratungsangebot der Polizei und Gleichstellungsstellen, das jetzt in allen Städten eine ortsnahe Unterstützung geben soll.

Zwar sind die Zahlen häuslicher Gewalt und Bedrohung von Frauen in den vergangenen Jahren für den Kreis Unna konstant geblieben. 102 Fälle von Beleidigung auf sexueller Grundlage wurden im Erfassungsjahr 2016 zur Anzeige gebracht, plus zwei gegenüber dem Vorjahr. Fast 400 gemeldete Fälle häuslicher Gewalt und über 100 Wohnungsverweisungen registrierte die Polizei im abgelaufenen Jahr und 75 betroffene Frauen nahmen mit Beratungsstellen Kontakt auf.
Vorbeugen
Der Prävention möchten Gleichstellungsbeauftrage und Kreispolizeibehörde jetzt größeren Stellenwert einräumen. „Es gibt eine immer weiter steigende Nachfrage nach Beratungen im Themenbereich Frauenselbstbehauptung", erklärt Hauptkommissarin Ute Hellmann.

Fast 1000 Kleine Waffenscheine

Und ein weiterer Indikator spricht für das gestiegene Unsicherheitsgefühl: Die Zahl der Anträge auf den sog. „Kleinen Waffenschein“ (ab 18 J. frei verkäufliche Schreckschuss- Gas- und Signalwaffen) ist deutlich gestiegen. Danach wurden im Jahr 2015 insgesamt 126 Kleine Waffenscheine erteilt. Diese Jahr bisher stattliche 994 Genehmigungen und 53 weitere Anträge sind zur Zeit noch in Bearbeitung.
Um Frauen an den Wohnorten die Teilnahme an den Selbstbehauptungskursen zu ermöglichen, bietet jede Stadt im Kreis Unna entsprechende Kurse, die von erfahrenen Referentinnen der Polizei geleitet werden, an. Die Kurse beginnen ab Januar und umfassen drei Termine. Ängste, Körpersprache, Aufklärung zu speziellen Delikten und rechtliche Fragen zu Hilfeleistung und Notwehr und Training der Zivil-Courage sind Themen.
Weitere Informationen erteilen die Gleichstellungsbeauftragten in den Kommunen. Die Teilnahmegebühr für die drei aufbauenden Kurstermine beträgt 15 Euro.
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