1988 km als Einzelradler - Stadtradeln 2017 Unna mit Kilometerrekord

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Beim Abschlussfest des Stadtradelns im Freibad Bornekamp stellte Radio-Moderator Lothar Baltrusch seine Bilanz nach drei Wochen "Mopedabstinenz" vor: v.l. Nils Winkhäuser (Fahrradmonteur), Oliver Raukohl (ElectricRide), Frank Hugo, Fabian Mandesz, Lothar Baltrusch und Fundrider Markus Kalway.
 
Fahrradaktivster Ortsteil ist Lünern. Für die Stadt Unna überreichte Bürgermeister Werner Kolter einen Scheck an die Initiative Wir in Lünern.
Kreis Unna: Kreis Unna |

Mehr als 24 Millionen Kilometer legten alle Stadtradler bundesweit zurück. Das ist 608 Mal um die Erde. Davon hatten die Radler im Kreis Unna knapp 713.000 Kilometer auf dem Tacho. Unter den Kommunen des Kreises liegt die Stadt Unna mit 239.549 Kilometern ganz vorn, gefolgt von Selm (198.711 km), Schwerte (75.759 km) und Kamen (43.059 km). Bei der Abschlussfeier im Freibad Bornekamp stellte Organisator Frank Hugo beeindruckende Leistungen zum Stadtradeln 2017 für Unna vor.

In drei Wochen fuhren die 1.612 Teilnehmer (fast 100 mehr als 2015) nahezu sieben mal um den Äquator und vermieden dabei über 34 Tonnen Stickoxide. Das erste Mal machten Radler in allen Kommunen des Kreis Unna mit und trugen ihre gefahrenen Strecken online in ein Fahrtenbuch ein. Besonders erfolgreiche Teams und Einzelfahrer wurden von Sponsoren mit Geld- und Sachpreisen geehrt.

Vorweg die Auszeichnung des "fahrradaktivsten Ortsteils". Den Preis holte ein weiteres Mal der Ortsteil Lünern. Umgerechnet strampelte jeder der 2.423 Einwohner exakt 3,54 Kilometer. Bürgermeister Werner Kolter überreichte eine Spende in Höhe von 250 Euro. Den Titel als radsportlichste Schuklasse konnte die jetzige Klasse 6b der Peter-Weiss-Gesamtschule Königsborn verteidigen. Im Vorjahr führte sie als 5b die Statistik an. Die radaktivste Schule ist die Liedbach-Grundschule Billmerich, wovon sich 83 Teilnehmer regelmäßig in das Fahrtenbuch eintrugen. Hier strampelte umgerechnet jeder der 187 Schüler 45 Kilometer (8.415 km gesamt).

Pedalkönig

Besondere Anerkennung und reichlich staunende Gesichter erntete Alois Witte (73), Team "Frohsinn". Der Rentern dürfte über drei Wochen hinweg kaum aus dem Sattel gekommen sein. Knapp 100 Kilometer legte er pro Tag zurück, insgesamt 1.988 bis zum Abschluss. Womit er seinen Siegertitel aus dem Vorjahr (1.800 km) verteidigte. Den zweiten Platz belegte sein Sohn Jürgen (1.500 km).


Zwei Tombolas im Freibad Bornekamp

Als Preise lockten u.a. Freikarten für die Lichtkunst, Candle-Light-Dinner, Einkaufsgutscheine sowie Helme und Schlösserund Zubehör rund ums Rad, die sich Teilnehmer und Gäste aufteilten.

Fundride

Radfahren und Gutes tun ist das Ziel von Markus Kalway. Der Schüler aus Bönen (11. Kl.) nutzte das Stadtradeln als Training für eine Sponsoringfahrt nach Berlin. Die rund 500 Kilometer möchte er in etwa einer Woche hinter sich bringen, gemeinsam mit Cousin Andreas Blume. Dabei ruft er zu Spenden für eine Blindenschule in Uganada auf. Eine Cousine hatte an der Schule in Uganda gearbeitet, von den schlechten Lebens- und Unterstützungsbedingungen berichtet und ihn auf die Idee gebracht. Der Startschuss zum Fundride 2017 fällt am 5. August in Bönen. Kontakt: www.fundride2017.jimdo.de

Stadtradelstar

Eine Bilanz seiner Erfahrungen nach drei Wochen Pedaltreten zog der Stadtradelstar 2017, Radio- Moderator Lothar Baltrusch. Sein Moped, mit dem er meist unterwegs ist, parkte er für drei Wochen in einem Schaufenster im Kaufhaus Schnückel. "Auch den Wagen seiner Frau hat er nicht benutzt", versicherte Frank Hugo. Baltrusch habe nicht mal den Rasen gemäht, um ganz auf Verbrennungsmotoren zu verzichten.

Für seinen Ausflug in die "Antriebslosigkeit" stellte ihm die Firma ein Pedelec zur Verfügung. Das Bike im Wert von mindestens 3.000 Euro soll jetzt versteigert werden für einen guten Zweck, wie Oliver Raukohl von ElectricRide erklärte. "Anfangs habe ich mir keinen Kopf gemacht, was auf mich zukommen könnte", so Baltrusch. Als es am zweiten Tag regnete, hatte er einen Termin in Holzwickede und kam klitschnass dort an. Daraufhin ließ er Schutzbleche montieren. "Dann kam kein Regen mehr", erklärt er mit einem Lächeln.

417 Kilometer legte er auf dem Rad zurück. Erstaunt war er über die Menge an Co2, die er damit der Umwelt erspart hatte. "Da wird einem das erstmal bewusst, aber das Gefühl ist gut." Manche Strecken seien besser und schneller mit dem Rad zu bewältigen.

Keine Aufteilung

Die Statistik des Stadtradelns unterscheidet nicht nach Radfahrern und Pedelecs. Das ist auch für 2018, so das bundesweite Organisationskomitee, nicht vorgesehen. Unnas Stadtradeln-Manager Frank Hugo: "Trampeln müssen alle, auch die Pedelcfahrer."
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