Holzwickede im Wandel: Geschichtswerkstatt recherchiert Geschäfte

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v.l.: Herman Volke, Birgit Skupch, Frank Brockbals, Franz Kortmann und Andreas Heidemann.
 
Alte Ansicht: Eine Postkarte von 1903 mit einer Sicht von oben entlang der Hauptstraße nach Norden. Vorne rechts ist vor allem die Feme gut zu sehen.
Quellenarbeit für künftige Heimatkundler: Gesucht werden Zeitzeugen, Bilder und Dokumente


Tankstelle, Lattenrahmen, Blumen, Hotel, Kino, Textilien, die Bandbreite früherer Geschäfte an der Holzwickeder Hauptstraße und Nebenstraßen war groß. Und jedes Gebäude trägt eine Geschichte rund um Handel und Wandel mit sich. Der Arbeitskreis Geschichtswerkstatt im Heimatverein Holzwickede nimmt die Entwicklung der Ladenlokale jetzt in den Fokus und macht Quellenarbeit für künftige Generationen und deren Bild aus Jahrhunderten des Lebens in der Emschergemeinde.



Mit vielen Schwerpunktthemen zur Historie der Emschergemeinde hat sich die Geschichtswerkstatt bereits befasst. Vom Bahnhof über die Bauernschaften, die Bedeutung der Post, der Schulen, Gaststätten und Straßennamen. Eine Arbeitsgruppe um Birgit Skupch, Andreas Heidemann und Hermann Volke möchte erforschen, welche Geschäfte und Inhaber die Ladenlokale an der Hauptstraße betrieben haben. Den Auftakt bildet ein Haus, das in der Kurve der Hauptstraße rechts neben dem "Adler" (heute Chinarestaurant „Bambushof“) stand und das abgerissen wurde. Es machte Platz für Drogeriemarkt, Döner-Imbiss und Discounter. Das Ursprungshaus der heutigen Gaststätte sorgte für Resonanz. „Wir schauen nach, ob noch weitere Bilder existieren“, so Schriftführer Andreas Heidemann. Auch Erzählungen einer älteren Mitbürgerin sind da wichtig. Die Fassade des heutigen Restaurants ist denkmalgeschützt. „Und damals kreuzte die Emscher sichtbar die Hauptstraße“, so Heidemann. „Das Gesicht der Gemeinde ändert sich, und heute haben wir die Emscher wieder.“


Bereits heute hat der Historische Verein einen großen Bestand an Fotots von Heimatforscher Herbert Wilhelmy und ein Archiv. „Immer wieder tauchen uralte Bilder auf“, erklärt Andreas Heidemann. In Social-Networks tauchen unter dem Motto „Du bist Holzwickeder, wenn ...“ entdeckt er alte Fotos, an denen sich Diskussionen entspinnen. Zudem regte ein Vortrag von Heimatkundler Dr. Edo-Meino Eden zum Geschäftsbetrieb in Holzwickede das Thema immer wieder an. Der Fundus soll jetzt strukturiert werden. Zunächst fertigte Birgit Skupch aktuelle Bilder entlang der Hauptstraße an. „Es ist leicht zu sehen, dass mit Bahn und Kohle das Geschäftsleben stark zugenommen hat“ so Heidemann. Aus Adressbüchern der Jahre 1901- 1911 geht die Entwicklung am Arbeitsmarkt durch den Eisenahnknotenpunkt Holzwickede als Arbeitgeber hervor. Mehr als 1000 Arbeitern bot die Eisenbahn Lohn und Brot.

Den Geschichtskundlern geht es zunächst um einen Vergleich Früher – Heute. Weitgehend unbekannt ist heute, das angrenzend zur Hauptstraße eine BV Aral-Tankstelle stand, in deren Räumen heute ein Schuhmacher tätig ist. Um die Geschichte der Geschäfte umfassend aufzunehmen ist die Geschichtswerkstatt auf Informationen angewiesen. Kontakt Andreas Heidemann 0177 2904819.



3 Fragen an...

Herr Andreas Heidemann, Geschichtswerkstatt


Herr Heidemann, nach Bahnhof, Post und Schulen sind jetzt Informationen rund num die Geschäfte der Hauptstraße gefragt. Was ist interessant daran?

Wo heute Volksbank und Rewe sind war früher ein Tanzlokal, dann der Lattenrahmenhersteller Rokado, wer weiß das heute noch. Das Wissen um die Historie geht verloren. Wir nutzen zeitgemäße Aufzeichnungsmöglichkeiten für Bild wie Text, um diese Grundlagenarbeit für die Forscher von morgen anzulegen.

Woher erhalten Sie das Material?

Wir hoffen auf alte Fotos und Dokumente, auch persönliche Gespräche und Tipps von älteren Mitbürgern sind wichtig. Im Internet, per Telefon oder in der Heimatstube, die ab 1. März geöffnet ist, kann man Kontakt aufnehmen oder eine Versammlung der Geschichtswerkstatt besuchen. Aus alten Festschriften mit Anzeigen der örtlichen Händler erwarten wir auch Informationen.

Was steht am Ende der Recherche rund um die Geschäfte?

Ob es ein Bildband oder eine andere Publikation sein wird ist offen. Viel stellen wir auf unsere Internetseiten. Schön ist auch, dass dieses Thema überhaupt diskutiert wird.


Info:

In der Geschichtswerkstatt Holzwickede, gegründet vor vier Jahren, sammeln und dokumentieren an Heimatgeschichte interessierte Bürger historisches Material. In drei Gruppen sind rund 30 Heimatinteressierte aktiv. Ob alte Fotos, Vereinsprotokolle oder mündliche Überlieferungen, nach Themengruppen sortiert stellt der Arbeitskreis die Informationen in Ausstellungen vor und veröffentlicht sie auf der eigenen Internetseite. Die Zeugnisse der Ortsgeschichte werden immer häufiger von interessierten Lesern genutzt. Die Geschichtswerkstatt ist ein Arbeitskreis im Historischen Verein Holzwickede, der 1991 gegründet wurde und der auch die Heimatstube, eröffnet 2002, organisiert.
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