In eigener Sache: 150 Jahre SPD. Warum bin ich stolz, Sozialdemokrat zu sein?

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Ein Beitrag anlässlich 150 Jahre SPD am 23. Mai 2013

Warum ich stolz bin, Sozialdemokrat zu sein?

v. Jan Scholte-Reh

Weil Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in entscheidenden Situationen der Geschichte das Richtige taten, in denen das Leichte, das Bequeme und das Falsche zu einfach, gar zu verlockend gewesen wären.

Als Partei hat die SPD in 150 Jahren in den richtigen und wichtigen Momenten Verantwortung übernommen – nicht selten gegen Mehrheiten und gegen Willkür – und zahlte dafür eigene Opfer. Von profanen Wahlniederlagen aufgrund unpopulärer Entscheidungen bis hin zu hetzerischer Verleugnung und tödlicher Verfolgung durch tyrannische Mehrheiten in den unterschiedlichen Phasen deutscher Geschichte. Sie blieb anständig, wo andere nachgaben.

Trotzdem hat die Sozialdemokratie unser Land geprägt: im Kampf für die weniger Privilegierten, für die Gleichberechtigung von Frau und Mann, für Frieden, für Freiheit, für Demokratie und Menschenrechte.

Und weil es der Sozialdemokratie immer wieder gelang, sich wie keine andere Partei und Bewegung neu zu erfinden und der veränderten, gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung zu tragen, indem sie ihren Dreiklang von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität ins Neue übersetzte – festgemacht an den alltäglichen Bedingungen der einfachen Menschen. Nach Jahren der Reflexion über die Welt und sich selbst fand die Sozialdemokratie die Antworten, die die Gesellschaft allzu sehr suchte. So wird es auch in diesem Jahrzehnt sein, in welchem die Veränderungen der Globalisierung und der Digitalisierung, die Herausforderungen in Europa, an den Finanzmärkten und des Weltklimas neue Visionen einer Gesellschaft benötigen.

Man kann also an einem 23. Mai 2013 über so manche Fehler und Eitelkeiten hinwegsehen. Jede Genossin und jeder Genosse hatte mal „Bauchschmerzen“, konnte nur ratlos den Kopf schütteln oder war sogar schon einmal wütend. Die SPD erhebt gar nicht den Anspruch, immer das Richtige getan zu haben. Sie weiß, dass sie auch Fehler machte. Doch nirgendwo wird so lange und leidenschaftlich über das Gestern, das Heute und das Morgen diskutiert wie auf einer Mitgliederversammlung der deutschen Sozialdemokratie. Das soll auch so sein. Unsere vermeintlichen Fehler komplettieren nämlich das Gute unserer Partei: sie machen uns menschlich und lebendig. Sie begleiten uns durch die Höhen und Tiefen. Sie lassen gar nicht zu, dass wir dauerhaft bequem werden und uns einmauern. Es sind letztlich die Millionen von Mitgliedern in 150 Jahren gewesen, die diese Partei so einzigartig machen.

Im Oktober werde ich fünf Jahre Mitglied der SPD sein. Meine Generation bindet sich nicht so schnell an eine Partei – dafür sind unsere heutigen Lebensmodelle zu flexibel. Ich hatte also lange überlegt, ob ich der SPD beitrete. Ich tat es und bereue es nicht. Ich wurde Mitglied des kleinen SPD-Ortsvereins Hünxe und lernte liebenswürdige Menschen kennen, die mich freundlich in ihrer Mitte aufnahmen.
Ich bin stolz, Sozialdemokrat zu sein!
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