"Wenige Hünxer Kinder gefährden nicht die Gesamtschule am Standort"

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Klaus Ginter (Foto: privat)
 

Der neue Schulentwicklungsplan für die Gemeinde Hünxe, der eine perspektivische Bestandsgefährdung der Gesamtschule Hünxe prognostiziert, ist in der Schulleitung und im Kollegium auf erhebliche Kritik gestoßen. Wie Schulleiter Klaus Ginter erläuterte, habe sich die GSH schon immer regional ausrichten müssen, da die Schülerzahlen in Hünxe nie ausgereicht hätten, die vier Eingangsklassen der Schule zu füllen.

Erfreulich sei es, dass der Anteil der Übergänger aus den drei Hünxer Grundschulen in den letzten Jahren ständig gestiegen sei, sodass mittlerweile in der Summe eine Übergängerquote von den Hünxer Grundschulen erreicht sei, die nur von wenigen Schulen in Nordrhein-Westfalen erreicht werde. Diese Quote sei allerdings noch weiter zu steigern.

„Wenn es nur um lokale demografische Entwicklungen und allein davon ableitbare Schulwahlentscheidungen ginge, gäbe es die GSH schon seit vielen Jahren nicht mehr“, erklärte Klaus Ginter. „Insofern ist es zwar wertvoll, konkrete demografische Daten und Prognosen für die weitere Überlegungen zur Schulentwicklung nutzen zu können, andererseits sind die konkreten Schülerzahlen und -anmeldungen einer Schule auch vom aktuellen Profil der Schule und vor allem deren Leistung in hohem Maße abhängig. Dieser qualitative Aspekt und die vor allem damit erreichte Anerkennung im Ort und in der Region hat für unsere Schule in vielen Jahren zu einer hohen Nachfrage aus umliegenden Städten geführt.“

Die Schule hatte im letzten Anmeldeverfahren über 170 Anmeldungen für vier Klassen, sodass zahlreiche Kinder nicht aufgenommen werden konnten. Auch die Zahlen für die Oberstufe überzeugen. Seit Jahren ist die ursprünglich zweizügig geplante Oberstufe mit drei Zügen ausgebaut.

Gerade dieser qualitative Aspekt ist von dem beauftragten Bonner Planungsbüro im Wesentlichen nicht berücksichtigt worden. Insoweit hält der Schulleiter die der Prognose zugrunde liegende Recherche zwar für umfangreich und statistisch fundiert, aber letztlich für zu einseitig, um daraus eine schlüssige und belastbare Konsequenz und Empfehlung abzuleiten. Angesichts der existierenden und schon lange gewachsenen Konkurrenz von Schulen und Schulformen, angesichts der unterschiedlichen Traditionen und Profile der einzelnen Schulen, ist zu erwarten, dass Eltern auch zukünftig genau auf die Vorzüge und Nachteile der einzelnen Schule schauen werden, an der sie ihr Kind anmelden wollen.

Die Entscheidung für eine Schule ist damit ein Abwägungsprozess. „Gesucht werden wird der kleinste gemeinsame Nenner, die beste Förderung oder auch nur das vermeintlich geringere Übel.“ Das Entfernungsproblem scheint sich auf Grund eines funktionierenden, kostenfreien und jährlich angepassten Schülerbussystems zu relativieren.

Angesichts des Zahlenmaterials aus dem Schulentwicklungsplan wird die Gesamtschule Hünxe ihr Vorgehen in Bezug auf die zukünftige Ausrichtung und eventuelle Kooperationen prüfen. Die im Schulentwicklungsplan formulierte Kooperationsnotwendigkeit wird dort allerdings scheinbar sehr einseitig als dauerhafte Dependance-Lösung verstanden. Klaus Ginter hält dem entgegen: „Kooperation ist sehr vielseitig denkbar.

Eine dauerhafte Dependance-Lösung ist zwar schnell gefordert, aber schulfachlich und angesichts von Entfernungen von zwölf Kilometern in alle denkbaren Richtungen als Langzeitmodell nicht darstellbar. Wenn man nicht auf dieser gedanklichen Einbahnstraße bleibt und den Blick öffnet, erkennt man sicherlich alternative Wege, die einer effektiven und längerfristig wirksamen interkommunalen Zusammenarbeit und damit einer regionalen Vernetzung der Schulentwicklungsplanung entgegen kommen.“
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