Kreisheimattag: Interessantes Exkursionsprogram

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Das Museum für Handwerk und Postgeschichte in Iserlohn. (Foto: Stadt Iserlohn)
 
Einblick in den Luftschutzstollen in Iserlohn. (Foto: Stadt Iserlohn)

Mit einem interessanten Exkursionsprogram warten der Heimatbund Märkischer Kreis e.V. und die Stadt Iserlohn zum Kreisheimattag am 27. August in Iserlohn auf. Die Besucher können zwischen neun spannenden Tourenvorschlägen wählen.

Drei Touren werden dabei als Rundgang angeboten und sechs als Bustour. Nach der Festveranstaltung am Vormittag im Parktheater und einem kleinen Mittagimbiss starten die Touren jeweils um 13.30 Uhr am Strobeler Platz/Südstraße und enden dort gegen 16.30 Uhr.


Diese drei Touren werden als Rundgang angeboten:


Luftschutzstollen und Museum für Handwerk und Postgeschichte (Exkursion Nr. 7)

Im Sommer 1943 im Bereich unterhalb der Obersten Stadtkirche angelegt, sollte der Luftschutzstollen ursprünglich bei einer geplanten Länge von ca. 500 bis 550 Metern bis zu 6600 Menschen aufnehmen können. Bis Kriegsende wurde lediglich eine Stollenlänge von zirka 200 Metern erreicht, die etwa 2000 Schutzsuchenden eine Zuflucht vor den immer stärker werdenden alliierten Luftangriffen bot. 2004, annähernd 60 Jahre nach Beendigung des II. Weltkriegs, konnte das Stadtmuseum den nur 200m entfernten, ehemaligen Luftschutzstollen Altstadt für seine museumspädagogische Arbeit übernehmen. Er ist ein beredtes Beispiel für eine Zeit, in der Misstrauen, Angst und Terror das tägliche Leben bestimmte.

Das Museum für Handwerk und Postgeschichte wird seit dem Jahr 1999 vom Förderkreis Iserlohner Museen als eigenes Museum im ehemaligen Maste'schen Fabrikenhaus am Fritz-Kühn-Platz betrieben. Hier sind auf drei Etagen zwei große Themenbereiche dargestellt: die Postgeschichte und die Geschichte des Iserlohner Handwerks. Die postgeschichtliche Sammlung beinhaltet historische Telefone und Briefkästen, eine Poststube und Postuniformen, Radiogeräte, Fernschreiber, eine Telefonvermittlung, um nur einige Beispiele zu nennen.

Viele ehemalige Handwerksbetriebe haben inzwischen nicht mehr benötigte Handwerkszeuge und Einrichtungsgegenstände zur Verfügung gestellt, so dass inzwischen ein guter Überblick über Einrichtung, Arbeitsweise und Produkte aus ungefähr 20 Handwerksberufen entstanden ist. Es werden die Arbeitsplätze der Goldschmiede, der Schumacher, der Frisöre, der Hut-und Putzmacher ebenso gezeigt wie die Produkte des Sanitärhandwerks. Durch eine Dauer-Leihgabe eines Iserlohner Sammlers wurde es möglich, ein kleines "Kaffee-Mühlen-Zimmer" einzurichten, in dem nun 220 Kaffeemühlen aus der Produktion der Firma Kissing und Möllmann zu sehen sind.

Neuer Blick auf alte Häuser in der Iserlohner Altstadt: Denkmalgeschützte Häuser rund um den Fritz-Kühn-Platz (Exkursion Nr. 8)

Das Quartier Südengraben liegt an der historischen Stadtmauer in unmittelbarer Nähe zur ältesten Siedlung und Kirche - St. Pankratius bekannt als Bauernkirche - Iserlohns. Durch fehlende Bauunterhaltung über einen längeren Zeitraum konnten einige Häuser nicht erhalten werden. Pläne für die Sanierung und Entwicklung des Quartiers haben das Ziel, möglichst viel der historischen Bausubstanz zu erhalten und auch künftig zu nutzen.

Informationen zum über 200 Jahre alten denkmalgeschützten Gebäude Südengraben 28 gibt der Initiativkreis Iserlohn Denkmal e.V. Beleuchtet werden die Geschichte des Hauses in unmittelbarer Nähe zur alten Stadtmauer sowie Pläne für die Instandsetzung und künftige Nutzung.

Die Bebauung der Straße Mühlentor, eins von fünf Stadttoren der Befestigung des mittelalterlichen Iserlohns, hat ihre Ursprünge in den 1730er Jahren. Die vorhandenen Häuser aus der Gründerzeit befinden sich teilweise in einem kritischen baulichen Zustand. Im Rahmen der Revitalisierung des Straßenzuges sollen auch Gebäude von historischer und städtebaulicher Bedeutung als Zeugnisse der Zeitgeschichte erhalten werden. Es informiert die Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH (IGW).

Varnhagen´sche Bibliothek, alte Grabplatten rund um die Oberste Stadtkirche und Reformierte Kirche (Exkursion Nr. 9)

Besichtigt wird die Familien-Bibliothek der Familie Varnhagen. Die Sammlung mit ca. 1500 Exemplaren stammt vor allem aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, enthält aber auch einige Drucke aus der Werkstatt Gutenbergs, eine der ältesten deutschen Liederhandschriften, theologische, philosophische und juristische Werke. Das älteste Werk der Sammlung ist ein Kräuterbuch aus dem Jahr 1485 mit der Beschreibung von über 400 verschiedener Heilkräuter und Rezepten.
Iserlohn verfügt über einen Bestand an bürgerlichen Grabplatten, der sonst so kaum irgendwo in Westfalen zu finden ist. Rund um die Oberste Stadtkirche sind die meisten Grabplatten vorzufinden. Insbesondere der schmale Raum zwischen der Obersten Stadtkirche und der Stadtmauer, der fast immer durch ein Gitter verschlossen ist, hat seine eigene, friedliche Stimmung. Diese Grabsteine erzählen viel vom Leben der Menschen, die einst in Iserlohn gelebt haben. Die Inschriften lassen die einstigen, einflussreichen Bürger dieser Stadt, ihr Leben und ihre Schicksale wieder lebendig werden. Auf die Bedeutung und Entwicklung der hiesigen, alten Kirchhöfe vom Mittelalter bis in die Neuzeit wird ebenfalls eingegangen.
Der Bau der Reformierten Kirche, dieses fast quadratischen Saalbaus, wurde im Jahr 1710 begonnen, der Rohbau wurde aber beim letzten Stadtbrand im Jahr 1712 zerstört und musste neu aufgebaut werden. Am 13. 2. 1718 konnte sie geweiht werden. Über dem Hauptportal ist das Große Preußische Staatswappen zu sehen. Die erste Orgel wurde 1760 eingebaut, 1847 dann die Schulze-Orgel, die 1992/93 restauriert wurde. In den 1970/80er Jahren wurden die Bänke entfernt und die Kirche zu einer "Alltags"- später: "City-"kirche umgestaltet, in der seitdem Ausstellungen, Konzerte, Vortragsabende und Diskussionen stattfinden.

Diese sechs Kurz-Ausflüge starten jeweils mit dem Bus:

1. Letmathe: Genna, Bahnsteig 42 und die LenneSchiene – Rundgang zu aktuellen Projekten durch einen Stadtteil im Aufbruch
2. Oestrich: Dorfrundgang mit Felsenkeller und Kettenschmiede
3. Drüpplingsen: Kornbrennerei Bimberg und „Kultur und Natur Drüpplingsen“ rund um die alte Grundschule
4. Kalthof: Stiftungshof mit Streuobstwiese, Schafhof und Baarbach
5. Sümmern: Rundgang durch Alt-Sümmern und Besuch Landmarkt Drepper
6. Fahrt auf den Spuren der Iserlohner Kreisbahn mit Besichtigung des Betriebshofes Iserlohn-Calle.

Der Eintritt zur Veranstaltung und den Exkursionen ist frei. Die Teilnehmerzahlen sind teilweise begrenzt, daher wird zur besseren Planung um Anmeldung, auch für die Festveranstaltung, bis spätestens 19.08.2016 gebeten.
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