"So eine Chance bekomme ich nie wieder": Iserlohner Alex Dehn macht sein Hobby zum Beruf

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"Ich habe mein Leben lang Musik gemacht", sagt Alex Dehn. Jetzt macht der Iserlohner sein Hobby zum Beruf.
 
Alex Dehn mit Produzent Gorex (Mitte) und Rapper Fard (r.) (Foto: Alex Dehn)

"Ich habe mein Leben lang Musik gemacht", sagt Alex Dehn aus Iserlohn, der mit Künstlern wie Kay One und Gorex arbeitet. Jetzt macht er sein Hobby zum Beruf. Der STADTSPIEGEL sprach mit dem 25-Jährigen über seine Arbeit und seine Pläne.

Wie bist Du zur Musik gekommen?

Alex Dehn:Als ich fünf Jahre alt war, haben mich meine Eltern zum Keyboard-Unterricht in der Musikschule Iserlohn angemeldet. Da wurden dann die normalen Lehrmaterialien abgearbeitet. Das wurde mir aber irgendwann zu eintönig, und das hat auch mein Lehrer gemerkt. Als ich so 13, 14 Jahre alt war, hat er mir dann in seinem Tonstudio gezeigt, wie man selbst Musik produzieren kann. Den Rest habe ich mir selbst beigebracht.

Wie ging's dann weiter?

Mit Anfang 20 habe ich Gorex, einen Produzenten aus Gelsenkirchen, kennengelernt. Der Kontakt brach dann aber erstmal ab, weil er eine neue Handynummer hatte. Irgendwann hat er mich dann angesprochen, "Kay One sitzt hier, wir brauchen was auf dem Piano." Ich habe ihm ein paar Sachen geschickt, er hat mich nach Gelsenkirchen eingeladen. Wir machen jetzt viel zusammen, ergänzen uns ziemlich gut. Auf dem neuen Album "Der Junge von damals" von Kay One, das gestern erschienen ist, habe ich an elf Songs mitgearbeitet.

Machst Du das hauptberuflich oder als Hobby?

Gorex hat als Produzent einen Plattenvertrag bei Warner und hat mich mit ins Boot geholt. Das heißt, dass ich einen Verlagsvertrag bei Warner unterschreibe und ab dem 1. Oktober hauptberuflich Musik machen werde.

Wie sieht Deine Arbeit aus, wie muss man sich das konkret vorstellen?

Wir komponieren Musik. Wenn ein Künstler ein Piano braucht, dann spiele ich das ein - er gibt die Richtung vor. Manchmal hat man sofort eine Idee, manchmal fällt einem erstmal gar nichts ein. Es gibt Tage, da fällt einem stundenlang nichts ein. Dann jammt man rum, probiert aus, klickt sich durch die Samples. Meistens arbeiten wir abends oder nachts, da hat man die besten Ideen.

Wie würdest Du Deinen Stil bezeichnen?

Überwiegend ist es Hiphop, aber auch viel Pop. Wir machen viel mit Phillipe Heithier, der auch als Vocalcoach bei DSDS dabei ist. Das neue Album von Kay One ist komplett gemischt. Da gibt's Hiphop, Disco, Balladen, aber auch Songs wie "Öl wurde zu Blut", die auf die aktuelle politische Situation eingehen.

Gibt es einen Song, auf den Du besonders stolz bist?

Ich bin auf alles stolz, was wir gemacht haben. Die Fans hören nur das Endprodukt, wissen nicht, wie das entsteht. Das ist nie gleich. Oft reicht schon ein kleiner Impuls, und schon kann die Richtung komplett wechseln. Das ist das Tolle.

Hast Du Vorbilder?

Früher hatte ich Musik von Künstlern auf meinem MP3, die ich dauerhaft angehört habe, genau wie alle meine Freunde auch... und heute sitzt man mit diesen Künstlern zusammen im Studio und macht gemeinsam Musik und hängt zusammen im Studio ab. Das ist manchmal echt verrückt!

Also der große Durchbruch?

Das ist mir egal, da lege ich keinen Wert drauf. Mein Fokus liegt auf der Musik. Hauptsache, die Künstler sind zufrieden. Wenn ich davon leben kann, umso besser. So eine Chance bekomme ich nicht wieder.

Du arbeitest also noch mit weiteren Künstlern zusammen?

Ja. Wir haben viel mit Kay One gemacht, der zurzeit auch mit "Sängerin gesucht" im TV zu sehen ist, da ist auch Gorex mit dabei und für die Songauswahl zuständig. Mit Gorex habe ich auch für Fard gearbeitet, außerdem am Album von Manuellsen. Im Studio habe ich Mario Winans kennengelernt, der RMB macht und schon mit Usher und Beyonce gearbeitet hat. Er ist ein Freund von Kay One und hat mit ihm einen Song auf dem Album gemacht, wo ich auch mit produziert habe.

Was wünschst Du Dir für die nächsten Jahre?

Dass ich so weitermachen kann wie bisher. Dass ich mein Spektrum erweitern und für mehrere Künstler arbeiten kann. Und dass die Künstler zufrieden sind - das ist mir das Wichtigste.

Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!
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