SIHK: 150 Teilnehmer bei "Mittelstand 4.0 Südwestfalen"

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„Wir wollen in NRW bei der Digitalisierung an der Spitze der Entwicklung stehen“, formulierte Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium hier mit SIHK-Präsident Harald Rutenbeck (v.l.n.r.) das Ziel zu Beginn des Kongresses. (Foto: SIHK)
 
Die Veranstaltung war der Auftakt für das vom Land NRW und der EU geförderte Projekt „Mittelstand 4.0 Südwestfalen. (Foto: SIHK)

„Wir wollen in NRW bei der Digitalisierung an der Spitze der Entwicklung stehen“, dieses Ziel formulierte Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium, zu Beginn des Industrie 4.0-Kongresses in der SIHK zu Hagen. Die Veranstaltung war der Auftakt für das vom Land NRW und der EU geförderte Projekt „Mittelstand 4.0 Südwestfalen“.

„Es geht um grundlegende technologische Entwicklungen und die künftige Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Wir müssen verhindern, dass es innerhalb der Industrie zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft kommt: die einen, die das moderne Instrumentarium der Digitalisierung nutzen und ihre Wettbewerbsposition stärken und die anderen, die sich nicht mit den neuen technischen und organisatorischen Möglichkeiten auseinandersetzen und Gefahr laufen, vom Wettbewerb abgehängt zu werden,“ betont SIHK-Präsident Harald Rutenbeck.

Unterstützungsmaßnahmen werden angeboten

Unter Federführung der SIHK zu Hagen werden daher in den nächsten drei Jahren gemeinsam mit der IHK Arnsberg und der Fachhochschule Südwestfalen sowie der Hochschule Hamm-Lippstadt eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen auf dem Weg in die Digitalisierung angeboten.

Vernetzen bietet große Chancen

Im Zusammenhang mit Industrie 4.0 wird oft diskutiert, ob es sich wirklich um eine Revolution handelt. Prof. Dr. Günther Schuh, Geschäftsführender Direktor des Werkzeugmaschinenlabors an der RWTH Aachen, sprach eher von einer Evolution. Er betonte aber gleichzeitig, dass die Unternehmen vor den gravierendsten Änderungen der letzten 40 Jahre in der Produktion stehen. Die multilaterale Vernetzung und Kommunikation in Echtzeit bietet große Chancen. Der Mittelstand sei gut beraten, sich auf den Weg zu Industrie 4.0 zu machen. „Schaffen Sie einen digitalen Schatten ihrer Produktion“, appelliert Prof. Schuh an die Teilnehmer. Der reale Produktionsprozess soll digital abgebildet und gesteuert werden. Dazu ist zunächst eine Bestandsaufnahme und Zusammenführung der vorhandenen Daten erforderlich. Datenlücken können durch das Nachrüsten entsprechender Sensorik geschlossen werden. Anschließend steht die Datenauswertung auf dem Programm. Ähnlich einer Blackbox im Flugzeug werden, alle relevanten Daten aufgezeichnet und ermöglichen bei Störungen eine schnelle Ursachenanalyse.

Mitarbeiter für Industrie 4.0 begeistern

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums Industrial Automation, nannte als wesentliche Merkmale von Industrie 4.0 Selbstkonfiguration, Selbstoptimierung und Selbstdiagnose. Industrie 4.0 ziele in drei Richtungen: Technologieführerschaft, Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle und die Gestaltung einer neuen Arbeitswelt. „Intelligente technische Systeme interagieren mit dem Umfeld, passen sich durch Lernen ihrer Umgebung an und sind benutzerfreundlich“, so Prof. Jasperneite.

Hoher Bedarf an Qualifizierung und Weiterbildung


Die Veränderungen in der Arbeitswelt sind eine zentrale Steuerungsgröße für den Erfolg der digitalen Transformation. „Sie müssen die Mitarbeiter für Industrie 4.0 begeistern“, appelliert Prof. Olesch, Geschäftsführer für Personal, Informatik und Recht bei Phoenix Contact an die Teilnehmer. „Die Transformation kann nur gemeinsam mit den Menschen gelingen.“ Einen Gestaltungsauftrag im Rahmen der Digitalisierung sieht auch Gabi Schilling, IG Metall Bezirksleitung NRW. Sie betont insbesondere den hohen Bedarf an Qualifizierung und Weiterbildung. „Warten Sie nicht, sondern beginnen Sie jetzt mit dem Projekt Industrie 4.0“, so der Rat von Prof. Olesch.
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