Spielplatz-Test: Nicht alles im "grünen Bereich"

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Tim Haase (l.) und Fabian Schnittker vom Kinder- und Jugendrat stellten dem städtischen Grünflächenplaner Ingo Genster die ersten Ergebnisse der Spielplatztestreihe der AG "Spielen" vor. (Foto: Stadt Iserlohn)

Die Arbeitsgruppe "Spielen" des Iserlohner Kinder- und Jugendrates (KiJuRat) stellte jetzt die ersten Ergebnisse ihrer Spielplatz-Testreihe vor: Tim Haase und Fabian Schnittker, die Sprecher der Arbeitsgruppe, zeigten sich bestens vorbereitet.

Zum ersten Treffen mit dem zuständigen städtischen Grünflächenplaner Ingo Genster hatten sie eine PowerPoint-Präsentation vorbereitet. Diese zeigte sowohl viele interessante Fotos, eine Auflistung der positiven Merkmale aber auch die Problempunkte der einzelnen Spielplätze. Zuvor hatten sie gemeinsam mit ihren AG-Kollegen Malte, Paul, Abbas, Cedric, Lynn, Greta und Ibrahim vom 2. bis zum 23. Mai insgesamt zwölf Spielplätze besucht und mit Hilfe eines Bewertungsbogens geprüft.

Graffitiwand nur noch beschmiert

Dabei hat die Gruppe festgestellt, dass es am Spielplatz Kornfeldstraße in Sümmern eine Graffitiwand gibt, die, nachdem sie vor Jahren einmal künstlerisch besprayt wurde, heute nur noch beschmiert wird. Tim vermutete, dass den Jugendlichen gar nicht bewusst ist, dass diese Wand immer wieder neu gestaltet werden kann und dass es in der "Sprayer-Szene" eigentlich üblich ist, sein Kunstwerk aufzubringen, ein Foto davon zu schießen, um dann die Wand für andere Sprayer wieder frei zu geben. Die Jugendlichen wollen sich darum bemühen, dass auf dem Spielplatz ein Sprayer Kurs stattfindet, bei dem Interessierte lernen können, wie die Wand professionell besprüht werden kann. Außerdem werden sie ein Schild mit Erläuterung zur Nutzung der Wand entwickeln, das am Spielplatz installiert werden soll.

Fehlende Spielplatzschilder

"Am Spielplatz Fliednerstraße in Hennen fehlt das grüne Spielplatzschild", stellte Fabian empört fest. Anhand eines Fotos zeigte er, dass nur noch Reste eines Schildes  vorhanden sind. "Und beim Spielplatz an der Teichstraße haben wir erst gar kein Schild finden können", berichtete er weiter. Ingo Genster sicherte den beiden KiJuRats-Mitgliedern zu, dass er die Information an die Kollegen vom Stadtbetrieb Iserlohn/Hemer (SIH) weitergeben wird und damit sich diese Situation schon bald verändert.

Müllproblematik fällt auf

Aufgrund der überall deutlich erkennbaren Müllproblematik interessierten sich die Jugendlichen auch dafür, wer die Spielflächen im Stadtgebiet in Ordnung hält und wie oft die einzelnen Plätze gereinigt werden. Sie erfuhren, dass einmal wöchentlich der Müll auf den Spielflächen durch den SIH beseitigt wird und dass alle vier Wochen die Spielplätze auf ihre Sicherheit überprüft werden. Einmal jährlich wird zudem auch eine große Spielplatzkontrolle mit dem TÜV durchgeführt, berichtete Ingo Genster weiter, denn kein Kind soll sich auf den Iserlohner Spielplätzen verletzen.

Schäden wurden dokumentiert

Im Rahmen ihrer Spielplatztouren waren die Jugendlichen auch einem defekten Spielgerät an der Barbarastraße in Gerlingsen auf der Spur. KiJuRats-Mitglied Vivien Toplu hatte der Gruppe einen Defekt an der dortigen Vogelnestschaukel gemeldet. Tim, Fabian, Malte, Paul, Abbas, Cedric, Lynn, Greta und Ibrahim hatten sich daraufhin die Schaukel angesehen und konnten Ingo Genster anhand von Fotos den Schaden zeigen. Dieser bedankte sich für den Hinweis und versprach, die Kollegen vom SIH sofort auf die Situation aufmerksam zu machen, damit das Problem beseitigt werden kann.

Kurzfristige Gestaltung beschmierter Betonwand

Eine besonders unangenehme Entwicklung ist den Jugendlichen im Bereich des Schillerplatzes aufgefallen. Dort haben sie an der Betonumrandung des Spielplatzes Hakenkreuze entdeckt. Ingo Genster bestätigte diese Entdeckung und begrüßte die Idee der Jugendlichen, eine kurzfristige Gestaltung der Betonwand noch in diesem Jahr in Angriff zu nehmen wollen. Ein weiteres Projekt können sich die Jugendlichen am Spielplatz Wiemer vorstellen, um dem dort besonders großen Müllaufkommen entgegen zu wirken. "Ein großartiger Spielplatz", sind sich Fabian und Tim einig, "aber entsetzlich viel Müll." Sie konnten es gar nicht glauben, dass dieser Platz, so wie Ingo Genster berichtete, sogar zweimal wöchentlich gereinigt wird.“

Ende des Sommers findet Baubesprechung vor Ort statt

Nachdem sich die Jugendlichen mit Ingo Genster auch über den Spielflächenbedarfsplan und über die zukünftigen Baumaßnahmen und Mehrgenerationenspielplätze ausgetauscht hatten, waren sich die Gesprächspartner einig, dass diese Form des Zusammentreffens regelmäßig stattfinden soll. Mit Blick auf die aktuell anstehende Baumaßnahme Fritz-Kühn-Platz haben sich die Jugendlichen schon einmal mit dem Grünflächenplaner verabredet: Ende des Sommers wollen sie vor Ort zu einer Baubesprechung zusammenkommen, um zu erfahren, wie eine solche Baustelle funktioniert. Auch eine Anregung von Fabian nahm Ingo Genster gern auf und stellte in Aussicht, dass einige Interessierte der Gruppe eventuell einmal selbst vor Ort Hand anlegen könnten.

Spielplatztestung nach Anmeldung


Bis dahin will die Arbeitsgruppe „Spielen“ auch weiterhin jeden Montag zu den Spielplätzen des Stadtgebietes fahren. Bis zu den Ferien starten die Jugendlichen jeweils um 16.15 Uhr am Rathaus am Schillerplatz. Interessierte, die dem KiJuRat nicht angehören, können sich an der Spielplatztestung beteiligen, müssen sich aber jeweils in der Woche vorher dazu anmelden. Ansprechpartnerin ist Kinder- und Jugendbeauftragte Petra Lamberts im Rathaus am Schillerplatz, Tel.: 02371/217-2231, E-Mail: petra.lamberts@iserlohn.de

In der kommenden Woche werden die Spielplätze Pütterstraße, Wiesengrund und im Heersiepen angefahren. In den darauffolgenden Wochen hat die Gruppe die vierzehn sogenannten A-Plätze im Visier. Das sind Plätze, die eine zentrale Funktion für den Ort haben, für alle Altersstufen ausgelegt sind, möglichst vielfältige Spielmöglichkeiten, auch für Erwachsene, sowie eine Spielfläche von mindestens 1 500 Quadratmetern und eine Ballspielfläche haben. Die Arbeitsgruppe hat sich für die Zukunft noch einiges vorgenommen.
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