Von der Geige zum bluesigen Privatier

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Richard Hagels erstes Instrument war eine Geige.

„Seitdem ich Privatier bin, geht es mir richtig gut“, untermauert Richard Hagel sein „Rentner-Dasein“ beim STADTSPIEGEL-Gespräch mit einer souveränen Gelassenheit .

Typisch Richard Hagel (67) eben, der 1946 in Vrsac in der Voivodina (heute Serbien) geboren wurde. Seine Familie war musikalisch ausgerichtet und spezialisierte sich auf Schrammelmusik. „Mein erstes Instrument war folgerichtig eine Geige.“ Elf Jahre später kommt er nach Deutschland. Iserlohn wird seine zweite Heimat. „Und ich bin immer ein Iserlohner geblieben.“ Typisch Richard Hagel, der in allen Jahren seinen Prinzipien treu geblieben ist. „Mir wurde immer eingebleut, dass du was hast, wenn du arbeitest.“ Dies sollte Richard Hagels Maxime bleiben: „Ich habe zwar immer sehr gerne Musik gemacht, aber meine Lehre als Werkzeugmacher bei Stefan Witte beendet und habe neben der Musik 36 Jahre bei der Firma Reynolds in Nachrodt gearbeitet.“
So etwas prägt. „Musik war immer zusätzlich.“

Ursprung beim kanadischen Soldatensender

Zum Rock‘n Roll und dem Blues ist er über den kanadischen Soldatensender in Werl gekommen. Da wurde diese Musik immer gespielt. Richard Hagel hatte die Geige zur Seite gelegt und sich eine Gitarre gekauft. Seine erste Single erwarb er 1958. In der Parkhalle hatten „The Highway Men“ gespielt. „Die haben mir gefallen. Also habe ich mir die Single gekauft.“ Die erste Langspielplatte war von den Kinks. „Die habe ich heute noch.“ An die Kinks hat er auch noch andere Erinnerungen. „Das war 1966, als die Kinks in der alten Parkhalle nachmittags ein Konzert gaben. Ich war damals als Ordner eingeteilt.“

Am Tag, als John F. Kennedy erschossen wurde

Drei Jahre zuvor stand er erstmals auf der Bühne. Richard Hagel: „Das war im Jugendheim an der Stennerstraße, wo wir auch geübt haben.“
Womit sich auch das 50-jährige Bühnenjubiläum erklärt, das Richard Hagel am Samstag, 23. November, in der Parkhalle mit vielen Gästen feiern wird.
Zurück ins Jahr 1963. Richard Hagel erinnert sich, „dass am Tag, als John F. Kennedy erschossen wurde, der Jugendheim-Hausmeister zu uns kam und ein Ende der Proben anordnete.“
Danach kam er zu den „Lonelys“, einer klassischen Beatband. Er wechselte dann zu „IHM“, ebenfalls eine Beatband. Die nächsten Bandstationen waren Taras Bulba, die experimentell und psychodelisch spielten. Mit dieser Band trat er im Rahmen der 68-Willy-Brandt-Wahl auch erstmals bei einem Open-Air-Konzert auf dem Schillerplatz für die Iserlohner SPD auf.
Wesentlich melodischer wurde es bei der vierten Band. „Virgin orientierte sich am Santana-Sound.“
Wie Richard Hagel letztlich zu den „PeeWees“ kam, und was er über die vielen Begebenheiten während seiner Bluesjahre zu erzählen hat, kann im zweiten Teil der Richard Hagel-Geschichte nachgelesen werden.
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